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Interview / Archiv | Beitrag vom 13.06.2014

Bildungsbericht 2014Zuwandererkinder haben "größtes Risiko"

DIPF-Direktor zu den Ergebnissen des Bildungsberichts

Marcus Hasselhorn im Gespräch mit Marianne Allweis

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Schüler in Hamburg nehmen am 24.03.2014 am Unterricht im Fach Mathematik teil. (dpa / Christian Charisius)
Die Sprachkompetenz sei ein Schlüssel, um die Chancen für Kinder mit Migrationshintergrund zu verbessern, sagt Marcus Hasselhorn. (dpa / Christian Charisius)

Nach wie vor haben die Kinder und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien die größten Bildungsrisiken, sagt Marcus Hasselhorn. Die Hausaufgaben der Bildungspolitik blieben die gleichen, so der DIPF-Direktor anlässlich der Vorstellung des Bildungsberichtes 2014.

Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien hätten weiterhin das größte Risiko, Bildungserfolge gemäß ihren individuellen Voraussetzungen nicht zu erzielen, sagte Marcus Hasselhorn im Deutschlandradio Kultur. Der Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), das den Bildungsbericht federführend erstellt hat, machte zwei Phänomene für den Stillstand in diesem Bereich verantwortlich.

Zum einen steige die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund stark an. Deshalb sei es schwer möglich, dort statistisch eine Abnahme des Risikopotenzials zu sehen. Aber auch die Sprachkompetenz sei ein Schlüssel, bei dem man in dieser gefährdeten Gruppe noch viel mehr tun müsse.

Weiter Weg bei der Inklusion

Der diesjährige Bildungsbericht Deutschland widmete sich erstmals schwerpunktmäßig der Situation von Behinderten in Kindergärten, Schulen, Studium und Berufsbildung. Auch wenn inzwischen 27 Prozent der betroffenen Kinder inklusiv unterrichtet würden, sei das wünschenswerte Ziel noch lange nicht erreicht, sagte Hasselhorn.

Der Bildungsbericht 2014 wurde von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, der NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (B90/Grüne), in Berlin vorgestellt. Der Bericht erscheint seit 2006 alle zwei Jahre. Erarbeitet wird er von einer Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung des DIPF.

Programmhinweis: Das Gespräch mit Marcus Hasselhorn können Sie in der "Ortszeit" hören, ab 17.07 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

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