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Mittwoch, 11.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. Oktober 2018

Bibliotheken erhalten Geld zum Erhalt von Kulturgut

Schutz von Büchern, Zeitschriften und Handschriften

Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, die Landesbibliothek Oldenburg, die Gottfried-Wilhelm-Leibniz Landesbibliothek in Hannover und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen erhalten rund 200.000 Euro für den Schutz historischer Bücher, Zeitschriften und Handschriften. Insgesamt 99.000 Euro fließen an die vier Bibliotheken aus einem Sonderprogramm von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Denselben Betrag stelle das Land Niedersachsen zur Verfügung. Den höchsten Betrag erhält mit 69.000 Euro die Gottfried-Wilhelm-Leibniz Landesbibliothek. Mit dem Geld sollen Veröffentlichungen zur niedersächsischen Geschichte und Landeskunde entsäuert werden. Dadurch könnte die Voraussetzung für eine zukünftige Digitalisierung geschaffen werden. Eine Förderung von 50.000 Euro geht an die Landesbibliothek Oldenburg für die Entsäuerung und Schutzverpackung von Zeitungsausgaben aus den Jahren 1850 bis 1940.

Frankreich: Nationale Gedenkfeier für Charles Aznavour

Staatspräsiden Emmanuel Macron wird eine Rede halten

Frankreich ehrt den am 1. Oktober gestorbenen Chanson-Sänger Charles Aznavour mit einer nationalen Gedenkfeier. Sie sei am Freitag beim Pariser Invalidendom geplant, hieß es Kreisen des Élyséepalastes, dem französischen Präsidialamt. Staatschef Emmanuel Macron werde dabei eine Rede halten. Der Sänger, Liedtexter und Schauspieler war eine der bekanntesten Stimmen Frankreichs. Er wurde 94 Jahre alt. Aznavour war mit Liedern wie "La Bohème" zu einem Weltstar des französischen Chansons geworden. In seiner mehr als 70-jährigen Karriere hat er über 1300 Chansons komponiert, mehr als 180 Millionen Platten weltweit verkauft und in mehr als 60 Filmen mitgewirkt. Nach Bekanntwerden seines Tods hatte Macron am Montag erklärt, Aznavour habe "Freuden und Leiden von drei Generationen" begleitet. "Seine Meisterwerke, sein Klang, seine einmalige Ausstrahlung werden ihn lange überleben", so Macron

Jazz-Musiker Jochen Brauer gestorben

Sein Sextett trat regelmäßig in der ZDF-Show "Dalli Dalli" auf

Der Musiker Jochen Brauer ist tot. Er starb am Dienstag in Mannheim im Alter 89 Jahren, wie sein früherer Manager Uwe Oppe der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Brauer galt als musikalisches Allroundtalent. Eine erste Jazz-Kombo gründete er bereits Mitte der 1950er Jahre. Bekannt wurde der in Görlitz geborene Klarinettist und Saxophonist als musikalischer Leiter des Jochen Brauer Sextetts, mit dem er Dutzende Konzerte auch im Ausland von den USA bis Japan gab und mit dem er zahlreiche Alben und Singles aufnahm. Sein Sextett war regelmäßig auch in Fernsehsendungen zu hören, etwa in Hans Rosenthals populärer ZDF-Show "Dalli Dalli". In den 1990er Jahre kehrte Brauer wieder stärker zu seinen musikalischen Wurzeln, dem Jazz, zurück.

Journalisten besser vor Rechtsextremisten schützen

Frank Überall: "Wir sind die Ziele der Rechtsextremisten"

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert von den Ermittlungsbehörden des Bundes und der Länder ein hartes Vorgehen gegen Rechtsterroristen. Anlass seien Erkenntnisse der Bundesanwaltschaft, dass die festgenommenen sieben Mitglieder der mutmaßlichen Terrorgruppe "Revolution Chemnitz" neben anderen Gewalttaten auch Angriffe auf Journalisten geplant haben sollen, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall in Berlin. Die Eindrücke "der Gewaltwelle von Chemnitz gegen Berichterstatter" verstärkten sich. "Attacken auf Journalisten sind keine 'Kollateralschäden', sondern wir sind die Ziele der Rechtsextremisten", sagte Überall mit Blick auf Ausschreitungen vor wenigen Wochen in Chemnitz am Rande von Demonstrationen. Es sei erschütternd, dass Terror gegen Journalisten in Deutschland offenbar zu einer ernstzunehmenden Gefahr geworden sei.

EU-Parlament beschließt neue Regeln für das Internet

Kinder und Jugendliche vor (Schleich-)Werbung schützen

Das Europäische Parlament in Straßburg hat neue Regeln fürs Internet verabschiedet: Kinder und Jugendliche sollen besser vor Werbung für Süßes, Alkohol und Schleichwerbung geschützt werden. Zum Beispiel durch sogenannte Influencer auf Youtube. Die Kulturexpertin der Europäischen Christdemokraten, Sabine Verheyen: "Das heißt nicht, dass man nicht gesponsort werden darf, sondern wenn ich meinen Lippenstift anpreise, muss ich zumindest sagen, der ist gesponsort worden durch. Damit eine Transparenz da ist." Auch der Schutz vor Hetze und Terrorpropaganda soll besser werden: Auf einen Hinweis hin müssen Youtube, Facebook & Co das Foto oder Video löschen. Eltern sollen zudem die Möglichkeit haben, Inhalte für ihre Kinder zu sperren. Europas Kulturindustrie dürfte gestärkt werden: Ab 2020 muss ein Drittel aller Filme oder Serien zum Streamen oder Downloaden in Europa entstanden sein.

Druckerei der "Leipziger Volkszeitung" wird geschlossen

Druckmarkt unterliegt immensen Belastungen

Die Druckerei der "Leipziger Volkszeitung" wird Ende 2019 geschlossen. Dadurch verlieren 60 Mitarbeiter ihre Stelle. Das teilte die Eigentümerin der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft, die Mediengruppe Madsack, in Hannover mit. Die "LVZ" und die "Dresdner Neueste Nachrichten" sollen künftig in anderen Druckereien in Halle und Dresden gedruckt werden. Der Weiterbetrieb der 1991 eröffneten Leipziger Druckerei sei "wirtschaftlich nicht darstellbar", heißt es in der Mitteilung. Der Druckmarkt unterliege wegen der sinkenden Zeitungsauflagen immensen Belastungen. Zudem habe die Druckerei einen Großkunden verloren. Die Gewerkschaft Verdi sprach sogar von 260 Arbeitsplätzen, die verloren gingen.

Serebrennikows Fall an Moskauer Gericht weitergeleitet

Regisseur unter Hausarrest zweifelt Arbeit der Ermittler an

Dem russischen Starregisseur Kirill Serebrennikow steht wegen angeblicher Veruntreuung ein Gerichtsprozess bevor. Die Anklageschrift sei nach einem Jahr Ermittlungsarbeit an ein Moskauer Bezirksgericht weitergeleitet worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in der russischen Hauptstadt mit. Auch drei Mitarbeiter müssen sich auf einen Prozess einstellen. Wann die erste Verhandlung stattfinden soll, war bislang nicht bekannt. Serebrennikow, der das renommierte Gogol-Zentrum in Moskau leitet, steht seit mehr als einem Jahr unter Hausarrest. Wegen andauernder Ermittlungen wurde dieser regelmäßig verlängert. Den Angeklagten wird Unterschlagung von Fördergeldern in Höhe von rund 2 Millionen Euro vorgeworfen. Der 49-Jährige bestreitet dies und zweifelte immer wieder die Arbeit der Ermittler an.

Kunstfestival Ostrale kommt nicht nach Chemnitz

Weiter ungewiss, wo die nächste Ostrale stattfinden wird

Das Dresdner Kunstfestival Ostrale kommt aus Kostengründen nicht nach Chemnitz. Eine Prüfungskommission befand den Umzug und die Ansiedlung der Biennale als zu teuer und zu aufwendig. Chemnitz wollte ursprünglich im Zusammenhang mit der Kandidatur als Kulturhauptstadt 2025 das Kunstfestival mit einem Zehn-Jahres-Vertrag in die Stadt holen. Damit ist weiter ungewiss, wo die nächste Ostrale (28. Juni bis 29. September 2019) stattfinden wird. Das Kunstfestival sucht einen neuen Standort, weil das bisherige Domizil in einem ehemaligen Schlachthof in Dresden sanierungsbedürftig und deswegen nicht weiter nutzbar ist.

Doku über Aleppoer "Weißhelme" gewinnt Emmy Award

SWR-Intendant Boudgoust: Dokumentarfilme wichtiger denn je

Der Dokumentarfilm "Die letzten Männer von Aleppo" des syrischen Regisseurs Feras Fayyad hat einen "Documentary Emmy Award" gewonnen. Der Film über die Arbeit der "Weißhelme" auf dem Höhepunkt des syrischen Bürgerkriegs in Aleppo ist eine SWR-Arte-Koproduktion. Fayyad begleitete für die Dokumentation zwei Jahre lang die zivile Hilfsgruppe der "Weißhelme" bei ihrer Arbeit. SWR-Intendant Peter Boudgoust betonte, der Film zeige die "Schrecken einer Welt, die wir sonst nicht zu sehen bekommen würden, aber sehen müssen". In Zeiten von "Fake News" und weltweiten Angriffen auf die Meinungsfreiheit seien unabhängige Dokumentarfilme wichtiger denn je.

Polen: Kirchenkritischer Film erzielt Zuschauerrekord

Pädophilie, Alkoholmissbrauch, Korruption sind Themen in "Kler"

Bislang eine Million Zuschauer haben in Polen den kirchenkritischen Kinofilm "Kler" ("Kleriker") gesehen. Das ist nach Angaben des Verteilers "Kino Swiat" der erfolgreichste Filmstart seit der Wende 1989. Der Film des Regisseurs Wojciech Smarzowski ist seit Freitag in den Kinos zu sehen. Der Filmemacher porträtiert vier katholische Geistliche. In der Geschichte kommen Themen wie Pädophilie, Bruch des Zölibats, Alkoholmissbrauch und Korruption vor. "Ich will zeigen, dass Geistliche keine Heiligen sind", sagte Smarzowski polnischen Medien. In Polen gehören mehr als 90 Prozent der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche an. Vor der Premiere gab es Boykottaufrufe von kirchlichen und politischen Gruppen. Die katholische Kirche in Polen steht wegen sexueller Missbrauchsfälle in der Kritik.

Steinmeier: Kunst und Kultur sollten Toleranz lehren

Die Welt mit anderen Augen sehen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Kulturschaffende an die verbindende Wirkung von Kultur erinnert. Konzerte, Kinofilme, Lesungen, Museen und Galerien brächten Menschen ins Gespräch und ließen sie "die Welt mit anderen als nur den eigenen Augen sehen", sagte er im Schloss Bellevue in Berlin. Gleichzeitig gelte aber auch, so der Bundespräsident: "Kultur legt auch Unterschiede offen und individualisiert." Was dem einen gefalle, davor grause es dem anderen. Was der eine mache, lehne der andere ab. "Das kommt vor, und das ist gut, und es sollte uns vor allem eines lehren und abfordern: Toleranz." Kunst lasse sich "nicht in den Kanon des Gefälligen pressen" - und gerade das mache ihre Freiheit aus.

Künstler Helnwein warnt vor Verdammung Trumps

"Political correctness" als Ende der freien Rede

Der österreichische Maler Gottfried Helnwein kritisiert die vielen Tabus in der politischen Auseinandersetzung. "Die aus Amerika kommende sogenannte 'political correctness' ist eine Katastrophe. Sie ist das Ende der freien Rede", sagte Helnwein kurz vor seinem 70. Geburtstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Wenn ein einziger Tweet Karrieren zerstören könne, werde niemand mehr wagen, offen zu kommunizieren. Der für seine fotorealistischen Bilder gequälter und quälender Menschen weltweit renommierte Künstler ist erstaunt, wie die Welt auf US-Präsident Donald Trump reagiert. "Das Ganze artet mittlerweile zu einer totalen Massenhysterie aus. Alle tun so, als wäre die Welt bis dahin ganz in Ordnung gewesen und als wäre erst mit Trump das Böse in die Welt gekommen."

Bundespräsident ehrt kreative Köpfe

29 Künstlerinnen und Künstler erhalten Bundesverdienstkreuz

Einen Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit zeichnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heute 29 Künstlerinnen und Künstler mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Unter dem Motto "Kultur verbindet!" werden im Schloss Bellevue in Berlin 13 Frauen und 16 Männer geehrt. Laut Bundespräsidialamt haben sie herausragende künstlerische Leistungen vollbracht oder außergewöhnliche kulturpolitische Verdienste erworben. Zu den Geehrten gehören auch zwei Oscar-Preisträger: der Filmkomponist Hans Zimmer und die Regisseurin Caroline Link. Ein Bundesverdienstkreuz erhalten auch der Schriftsteller Rainald Goetz, die Musikerin Annette Humpe, der Fotograf Jim Rakete, der Komiker Otto Waalkes und der aus Frankreich stammende Regisseur François Ozon. Aber auch Menschen, die nicht im Rampenlicht stehen, erhalten eine Auszeichnung, zum Beispiel die Rechtsanwältin Ellen Lorenz, die seit 1991 den Kunstverein Hannover leitet, oder Heike Prieß, die in Quickborn eine Jugend-Brassband aufgebaut hat.

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