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Im Gespräch | Beitrag vom 26.10.2019

Besser scheiternWie können wir aus Fehlern und Pleiten lernen?

Béa Beste und Andreas Kuckertz im Gespräch mit Gisela Steinhauer

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Männer schauen sich über die Lücke in einer Brücke hinweg an  (imago images/Gary Waters)
Blöd gelaufen: Schlauer ist man meistens erst hinterher. (imago images/Gary Waters)

"Aus Fehlern lernen" heißt es gemeinhin. Doch wie gehen wir mit Menschen um, die Fehler machen, die Pleiten erleben – im Job, in der Beziehung? Scheitern ist in unserer Leistungsgesellschaft ein Tabu. Wie können wir das ändern? Diskutieren Sie mit!

"Der schlimmste Fehler ist, Angst vor Fehlern zu haben", sagt Béa Beste. "Ich bin überzeugt, dass wir über Fehler reden müssen." Die Bloggerin und Unternehmerin weiß, was Scheitern bedeutet: Sie hat mehrere Start-ups gegründet – und ist dabei auch kräftig baden gegangen. Sie gründete die private "Phorms Schule", deren Leitung sie letztlich abgab. Mit der von ihr und ihrem Mann erfundenen "Tollabox" – einer Abo-Bastelkiste für Kinder – musste sie Insolvenz anmelden; das sorgte auch für Beziehungsstress.

Eine Pleite ist kein Weltuntergang

Ihre Beobachtung: Fehler zu machen ist hierzulande zu stark mit Scham und Schuldgefühlen verbunden, besonders mit dem Vorwurf: Ich bin selbst schuld. Das sei bereits in unserer Kindheit verankert. Zu viele Menschen hätten einen "inneren Kommentator", der ihnen zuflüstere, was nicht geht.  

Heute betreibt Béa Beste den Kreativ-Blog "Tollabea" und berät unter anderem Gründer. Ihre Erfahrung: "Eines habe ich durch die Insolvenz gelernt: Hinfallen gehört genauso zum Leben, wie Erfolge zu feiern. Und: Manchmal braucht es einen radikalen Schnitt für einen besseren Neuanfang."

Wozu ist Scheitern gut?

"Wir brauchen in Deutschland eine Kultur der zweiten Chance", sagt Prof. Dr. Andreas Kuckertz, Leiter des Fachbereichs Unternehmensgründung und Unternehmertum an der Universität Hohenheim.  Er begleitet studentische Startups und beobachtet immer wieder, dass sich die Gründer*innen Ideen versagen, aus Angst, mit ihrem Vorhaben zu scheitern.

Die Angst zu scheitern sieht er auch gesellschaftlich begründet: "Der Widerspruch, den wir haben, ist dieser: Wir sagen als Gesellschaft, aus Scheitern kann man etwas lernen. Trotzdem stigmatisieren wir. Die Frage ist dann: Wofür ist das Scheitern eigentlich gut? Lernen wir etwas daraus oder ist es für gar nichts gut, denn am Ende wird man ja stigmatisiert und als Versager abgestempelt? Positives Scheitern ist natürlich eines, aus dem man lernen kann."

Besser scheitern – Wie können wir aus Fehlern und Pleiten lernen?
Darüber diskutiert Gisela Steinhauer am Samstag, 26. Oktober 2019, von 9.05 Uhr bis 11 Uhr mit Béa Beste und Andreas Kuckertz. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.

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