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Kulturnachrichten

Montag, 3. Dezember 2018

Berufungsgericht verschärft Strafe gegen Arnault

Jean-Claude Arnault hatte Krise der Schwedischen Akademie ausgelöst

Der Franzose Jean-Claude Arnault, dessen Fall die Krise in der Schwedischen Akademie ausgelöst hatte, ist mit seiner Berufungsklage gescheitert. Das Berufungsgericht Svea hovrätt in Stockholm verurteilte den Theaterregisseur zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Die Richter sahen es als erweisen an, dass Arnault eine Frau 2011 zweimal vergewaltigt hatte. In erster Instanz war der 72-Jährige wegen einer Vergewaltigung zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten. Auch andere Frauen hatten Arnault vorgeworfen, sexuell übergriffig geworden zu sein. Die Vorwürfe gegen Arnault waren Auslöser für einen Streit in der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt. In der Konsequenz musste die Vergabe des Preises für 2018 abgesagt werden. Arnault ist mit der Lyrikerin Katarina Frostenson verheiratet, die Mitglied der Akademie ist.

Wolgsburgs Tanzfestival Movimentos geht doch weiter

VW baut neue Halle

Trotz des Umbaus des alten VW-Kraftwerks wird es 2019 eine neue Ausgabe des Kulturfestivals Movimentos in Wolfsburg geben. Wie die Autostadt GmbH mitteilte, errichtet Volkswagen bis zum Sommer eine neue Veranstaltungshalle mit bis zu 1400 Sitzplätzen. Die Investition liege im zweistelligen Millionenbereich, sagte ein Sprecher der Autostadt. Mehr als zehn Jahre lang hatten sich stets im Frühjahr renommierte Tanzgruppen aus aller Welt in Wolfsburg getroffen, von 2019 an wird das Festival später im Jahr stattfinden. 2015 waren infolge des Dieselskandals bei Volkswagen 20 Prozent des ursprünglich geplanten Movimentos-Budgets eingespart worden. In diesem Frühjahr hatte die bislang letzte Movimentos-Ausgabe im alten Kraftwerk stattgefunden.

Journalist im Nordwesten Mexikos getötet

Neuer Präsident hatte ein Ende der Gewalt versprochen

In Mexiko ist der erste tote Journalist seit Amtsantritt des neuen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador gefunden worden. Alejandro Márquez lag erschossen in einer Straße im Bundesstaat Nayarit, teilte die Menschenrechtsorganisation Artcile 19 mit. Márquez, der für die lokale Tageszeitung "Orión Informativo" arbeitete, hatte demnach am Freitag nach einem Telefonanruf sein Haus verlassen und war am Samstag tot in der Stadt Tepic entdeckt worden. Wann genau er getötet wurde, war zunächst nicht klar. López Obrador war am Samstag vereidigt worden und hatte dem lateinamerikanischen Land ein Ende der ausufernden Gewalt versprochen, die auch Medienschaffende bedroht.

Banksy verlost Miniatur-Flüchtlingsboot im Internet

Gewinner muss das Gewicht des Werks richtig schätzen

Gegen eine Spende von mindestens zwei britischen Pfund (etwa 2,24 Euro) verlost der Street-Art-Künstler Banksy eines seiner Werke im Internet. Es handelt sich dabei um ein ferngesteuertes Miniatur-Flüchtlingsboot aus seinem Anti-Freizeitpark Dismaland. Um die Skulptur zu gewinnen, müssen Interessierte lediglich ihr Gewicht richtig schätzen. Die Teilnahmegebühr fließt direkt in die Flüchtlingshilfe, wie es auf der Internetseite des Londoner Pop-up-Ladens Choose Love zur Verlosung heißt. Der Künstler kündigte die Aktion am Sonntag auf der Foto-Plattform Instagram an. Bis zum 22. Dezember können Interessierte demnach auf der Homepage von Choose Love ihre Schätzungen abgeben. Das Miniaturboot ist 90 Zentimeter lang und besteht aus Glasfasern, die Figuren darauf aus Kunstharz.

Zeitplan für Eröffnung des Humboldt Forums unsicher

Eröffnung im Septmeber 2019 wackelt

Der Zeitplan für die Eröffnung des Humboldt Forums im wiederaufgebauten Berliner Schloss ist noch nicht sicher. Der verantwortliche Bauvorstand Hans-Dieter Hegener bestätigte im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses, dass die Terminpuffer für das Mammutprojekt aufgebraucht sind. Es sei zwar nach wie vor möglich, im September 2019 in Betrieb zu gehen und im November oder Dezember zu eröffnen. Einen konkreten Termin könne man aber erst im Frühsommer nennen. Ursprünglich hatte das neue Kultur- und Museumszentrum bereits am 14. September 2019 zum 250. Geburtstag des Namensgebers Alexander von Humboldt öffnen sollen. In dem für 600 Millionen Euro geplanten Bau sollen vor allem die ethnologischen und asiatischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gezeigt werden. Zudem ist ein breites Veranstaltungsprogramm geplant.

Bush-Trauerfeier: Grammy-Nominierungen verschoben

Nominierungen werden am Freitag veröffentlicht

Wegen der Trauerfeier für den früheren US-Präsidenten George H. W. Bush ist die Verkündung der Grammy-Nominierungen verschoben worden. Die Nominierungen für die Auszeichnungen, die als wichtigste Musikpreise der Welt gelten, würden nun am Freitag anstelle von Mittwoch mitgeteilt, gaben die Veranstalter bekannt. Die Verkündung der Nominierungen in den wichtigsten Kategorien wird in den USA live im Fernsehen übertragen. Bush, der zwischen 1989 und 1993 US-Präsident war, war am Freitag im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Houston gestorben.

Soros-Universität zieht von Budapest nach Wien

Hochschule sieht sich nach Machtkampf mit Orban zum Umzug gezwungen

Die von dem ungarischstämmigen US-Milliardär George Soros gegründete Central European University (CEU) verlegt den Großteil ihres Lehrbetriebs von Budapest nach Wien. Die Universität sehe sich "gezwungen", die ungarische Hauptstadt zu verlassen, teilte die englischsprachige Privatuniversität mit. Ab September sollen die internationalen Studiengänge nur noch in der österreichischen Hauptstadt angeboten werden. Der Fortbestand der CEU in Budapest stand wegen eines umstrittenen Hochschulgesetzes der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban schon länger auf der Kippe. Ein im April 2017 verabschiedetes Hochschulgesetz beschränkt die Befugnis von Universitäten mit Hauptsitz außerhalb der EU, ungarische Abschlüsse zu verleihen. Zudem schreibt es vor, dass ausländische Universitäten, die in Ungarn agieren, auch einen Campus in ihrem Heimatland haben müssen.

Alle Werke Vermeers in einem virtuellen Museum

18 Museen und Privatsammlungen ermöglichen digitale Ausstellung

Von der "Dienstmagd mit dem Milchkrug" bis zum "Mädchen mit dem Perlenohrring" - alle 36 erhaltenen Gemälde von Johannes Vermeer (1632-1675) können jetzt in einem digitalen Museum weltweit und kostenlos betrachtet werden. Der virtuelle Rundgang zu den Werken des niederländischen Meisters wurde durch die Zusammenarbeit von 18 Museen und Privatsammlungen in sieben Ländern mit der Webanwendung Google Arts & Culture ermöglicht.

Athen besteht auf Rückgabe des Parthenon-Fries

Seit 1816 ist er im Besitz des British Museum

Im jahrzehntelangen Streit um die Parthenon-Friesteile beharrt Athen auf der Rückgabe der wertvollen Skulpturen aus London. Das neue Museum unterhalb des Hügels der Akropolis sei "absolut ausreichend", um die fehlenden Friesteile unterzubringen, sagte der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos nach einem Besuch des Museums im griechischen Fernsehen. "Ich habe das Gefühl, dass unser Ziel international immer mehr Unterstützung bekommt", fügte er hinzu. Die antiken Marmorelemente sind seit 1816 im Besitz des British Museum. Seit 1982 fordert Griechenland sie zurück, die Briten verweigern dies bislang.

Triumphbogen nach Krawallen geschlossen

Napoleon-Büste ist geköpft worden

Nach den schwersten Krawallen seit Jahren in Frankreich bleibt der stark beschädigte Triumphbogen in Paris zunächst geschlossen. Am Wochenende hatten sich Randalierer im Zuge der "Gelbwesten"-Proteste Zutritt zu dem nationalen Wahrzeichen am Ende der Prachtstraße Champs-Élysées verschafft und massive Zerstörungen angerichtet. Derzeit versuche man, den Schaden zu ermessen und zu entscheiden, welche Arbeiten durchgeführt werden müssen, sagte eine Sprecherin der französischen Behörde für Nationaldenkmäler. Es seien Schäden in Höhe von bis zu einer Million Euro entstanden, sagte der Leiter der Denkmal-Behörde, Philippe Bélaval, der Zeitung "Le Figaro". "Es gab eine methodische Plünderung der Ausstellungsräume." Vitrinen und Scheiben seien zerschlagen, eine Marmorbüste von Napoleon sei geköpft worden, die Computersysteme seien vorerst außer Betrieb. Die Polizei habe DNA-Proben genommen, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Der Triumphbogen bleibe mehrere Tage lang für Zuschauer geschlossen.

ORF reduziert seine Facebook-Präsenz

Sender kritisiert Social Media-Firma für Missbrauch von User-Daten

Der öffentlich-rechtliche österreichische Rundfunksender ORF setzt in seiner Kommunikationsstrategie immer weniger auf das soziale Netzwerk Facebook. Mit Beginn des Monats Dezember hat der Sender die Zahl seiner Facebook-Seiten drastisch von bislang 70 auf nun 20 reduziert. Der Sender will künftig - mit wenigen Ausnahmen - keine redaktionellen Video- oder Audioinhalte beziehungsweise ganze Sendungen oder Beiträge mehr auf Facebook hochladen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA kürzlich berichtete. Als Gründe gab der Sender an, dass Facebook zuletzt in vielfältiger Weise den Missbrauch von User-Daten zugelassen habe. Außerdem sei die Steuerung zur Verbreitung von Inhalten intransparent. Facebook sei zudem ein marktbeherrschender Konkurrent mit demokratiepolitisch bedenklichen Aspekten.

Israel: Archäologen entdecken 900 Jahre alten Schatz

Goldfunde zeugen von Eroberung Jerusalmes durch Kreuzritter

Israelische Archäologen haben ein Bronzegefäß mit einem mutmaßlich rund 900 Jahre alten Goldohrring sowie Goldmünzen in der Küstenstadt Caesarea gefunden. Es handele sich um einen "seltenen und wichtigen Schatz", teilte die israelische Altertumsbehörde am Montag mit. Die Münzen datierten auf das Ende des 11. Jahrhunderts. Dadurch sei es möglich, eine Verbindung zwischen dem Fund und der Eroberung der Stadt durch die Kreuzfahrer im Jahr 1101 zu ziehen. "Jemand hat sein Vermögen versteckt, in der Hoffnung es wiederzufinden, kam aber niemals zurück", hieß es in einer Mitteilung. Der Schatz habe sich zwischen zwei Steinen in einem Brunnen befunden. "Das Versteck ist ein stilles Zeugnis von einem der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte Caesareas - der gewaltsamen Eroberung der Stadt durch die Kreuzfahrer."

Onlinepranger für Rechtsextreme eingerichtet

Zentrum für politische Schönheit will Chemnitzer Demo-Teilnehmer entlarven

Rund drei Monate nach den rechten Demonstrationen in Chemnitz haben die Politaktivisten der Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit eine neue Aktion in der sächsischen Stadt gestartet. Unter dem Stichwort "Soko Chemnitz" wollen die Künstler Teilnehmer der rechten Aufmärsche entlarven und suchen "nach den Arbeitgebern des braunen Mobs", wie die Gruppe im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. "Während normale Menschen arbeiten, treiben tausende Arbeitnehmer oder Staatsdiener Ausländer durch Chemnitz, attackieren Presse und Polizeibeamte und grüßen Hitler", schreiben die Aktivisten auf der Webseite https://soko-chemnitz.de. Nach eigenen Angaben werteten sie eine Unmenge von Bildern von "Verdächtigen" aus und wollen damit "den Rechtsextremismus 2018 systematisch erfassen, identifizieren und unschädlich machen". Das Künstlerkollektiv fordert in provokanter Weise dazu auf, Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannte zu "denunzieren" und "Sofortbargeld" dafür zu kassieren.

Sonde "Osiris Rex" erreicht Asteroid Bennu

US-amerikanische Sonde soll auch Proben an die Erde liefern

Rund zwei Jahre nach dem Start hat die Sonde "Osiris Rex" ihr Ziel, den Asteroiden Bennu, erstmals in Sichtweite. Erste Fotos des Asteroiden erreichten die Nasa im August. Dante Lauretta, Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa, sagte bei einer Pressekonferenz. "Ich weiß, auf dem Bild sieht man ihn nur als Lichtpunkt. Aber ich kann Ihnen gar nicht oft genug erklären, wie viel das meinem Team bedeutet." "Osiris Rex" ist der erste US-amerikanische Flugkörper, der sich auf den Weg zu einem Asteroiden gemacht hat und eine Probe zurückschicken soll, die Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems bringen soll. 2020 soll sie sich Bennu soweit nähern, dass sie ein Gestein von 60 bis 2000 Gramm aufsaugen kann. Der tiefschwarze Asteroid Bennu mit einem Durchmesser von 500 Metern könnte der Erde in mehr als 150 Jahren recht nahe kommen. Asteroiden wie Bennu sind nach Nasa-Angaben Überbleibsel von der Entstehung des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren. Die Sonde "Osiris Rex" war im September 2016 an ins All gestartet. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren.

Südafrika: Stars treten zu Mandelas 100. Geburtstag auf

Verstorbener Anti-Apartheid-Kämpfer bei Musikfestival in Johannesburg geehrt

Großes Aufgebot zum 100. Geburtstag von Nelson Mandela: Die US-Sängerin Beyoncé und andere internationale Popstars ehrten die 2013 verstorbene Anti-Apartheid-Ikone mit einem Konzert in Südafrika. Sie traten in Gedenken an den ehemaligen südafrikanischen Präsidenten im Rahmen des diesjährigen Global Citizen Festivals in Johannesburg vor tausenden Zuschauern auf. Die US-Moderatorin Oprah Winfrey war Gastgeberin des Abends, von dem ein "Appell an das Herz" der Menschheit ausgehen sollte. Neben Beyoncé traten deren Ehemann Jay-Z, der britische Sänger Ed Sheeran, Coldplay-Sänger Chris Martin und US-Popstar Pharrell Williams auf. Unter den südafrikanischen Stars waren Trevor Noah und Bonang Matheba. Das Festival war der Höhepunkt einer Reihe von Veranstaltungen für den am 18. Juli 1918 geborenen Mandela.

Kennedy-Preis: Standing Ovations für Bush

Cher, Philipp Glass und Reba McEntire ausgezeichnet

Der Tod von Ex-US-Präsident George H.W. Bush hat auch die Verleihung des Kennedy-Preises für besondere Verdienste um die amerikanische Kultur überschattet. Bei der Gala in Washington gab es gleich zum Auftakt Standing Ovations für Bush. Es sei nur angemessen, das "Ableben eines wunderbaren Mannes zu würdigen, der sein Leben dem Dienst widmete und in seiner Amtszeit an dieser Veranstaltung wohlwollend mehrmals teilnahm, dabei lachte, applaudierte, mitsang und sogar ganz oben in der Präsidentenloge eine Träne vergoß", sagte Moderatorin Gloria Estefan. Im letzten Jahr drohten etliche Geehrte mit einem Boykott, falls Amtsinhaber Donald Trump kommen würde. In diesem Jahr gaben die Trumps ihr Nichterscheinen vor drei Wochen bekannt. Geehrt wurden die Sängerin Cher, der Komponist Philip Glass, Countrymusik-Legende Reba McEntire, Jazz-Ikone Wayne Shorter und das Produzententeam hinter dem Musical "Hamilton", das die Geschichte eines der Gründerväter Amerikas erzählt.

Europas größter Chanukka-Leuchter entzündet

Das Chanukka-Fest dauert bis zum 10. Dezember

Am Brandenburger Tor in Berlin sind die Lichter des europaweit größten Chanukka-Leuchters zum jüdischen Lichterfest entzündet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erinnerte dabei an das Wunder von Chanukka. Der Überlieferung zufolge brannte das ewige Feuer der Menora acht Tage lang, obwohl lediglich geweihtes Öl für einen Tag vorhanden war. Solche Momente des Glücks gelten nach Steinmeiers Worten noch heute. Auch das jüdische Leben in Deutschland zähle dazu. "80 Jahre nach der Pogromnacht, hier in Berlin und überall in Deutschland, nach dem Zivilisationsbruch der Shoah, ist es ein Geschenk, dass wir einander die Hände reichen können über den Abgrund unserer Geschichte hinweg", so der Bundespräsident. Die Geschichte sei eine Verpflichtung und eine Verantwortung, unter die es keinen Schlussstrich geben werde. Das Chanukka-Fest dauert bis zum 10. Dezember.

Marion Dönhoff-Preise verliehen

Seyran Ateş und Reporter ohne Grenzen geehrt

Die Berliner Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ateş ist mit dem diesjährigen Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet worden. "Seyran Ateş steht beispielhaft für viele Menschen in Deutschland, die das kulturelle Leben bereichern, ohne die eigene Herkunft aufzugeben», sagte Ex-Bundespräsident Christian Wulff in seiner Laudatio im Hamburger Schauspielhaus. Ateş hatte im Sommer 2017 im Berliner Ortsteil Moabit die liberale Ibn-Rushd-Goethe Moschee ins Leben gerufen. Dort beten Männer und Frauen gemeinsam und auch Homosexuelle sind zugelassen. Das Engagement der 55-Jährigen für einen modernen und aufgeklärten Islam ist vielen fundamentalistischen Muslimen ein Dorn im Auge. Der Dönhoff-Förderpreis ging an die Organisation Reporter ohne Grenzen, die sich weltweit für bedrohte und verfolgte Journalisten einsetzt. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 20 000 Euro dotiert.

Schauspielerin wegen durchsichtigen Kleids vor Gericht

Rania Youssef zeigte ihre Beine beim Kairoer Filmfestival

In Ägypten muss sich die Schauspielerin Rania Youssef wegen eines halbdurchsichtigen Kleides vor Gericht verantworten. Sie war beim Internationalen Filmfestival in Kairo mit einem eng anliegenden schwarzen Spitzenkleid über den roten Teppich gelaufen, durch das ihre Beine zu sehen waren. Zwei Anwälte zeigten Jussef wegen "Anstiftung zu Ausschweifungen" ein. Ihr drohen im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Auch die Schauspielergewerkschaft meldete sich mit Kritik zu Wort, allerdings ohne Youssef namentlich zu nennen. Das Auftreten "mancher Festivalbesucher" sei nicht mit den Traditionen und Werten der ägyptischen Gesellschaft zu vereinbaren gewesen, erklärte die Gewerkschaft. Rania Youssef bat per Twitter die "vielen" Menschen, die sie mit ihrem Kleid "verärgert" habe, um Verzeihung. Anfang des Jahres war die ägyptische Sängerin Leila Amer wegen eines aufreizenden Musikvideos der "Anstiftung zu Ausschweifungen" schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Markus Rindt mit Kästner-Preis geehrt

Ehrung erfolgt für sein Engagement gegen Nationalismus und Abschottung

Der Mitbegründer und Intendant der Dresdner Sinfoniker, Markus Rindt, hat den Erich-Kästner-Preis des Dresdner Presseclubs erhalten. Damit werde dessen vielfältiges Engagement gegen Nationalismus, Fanatismus und Abschottung sowie sein Einsatz für eine bessere Verständigung der Völker geehrt, teilte der Presseclub mit. Rindt hatte mit dem Orchester 2017 ein Konzert und Kunst-Happening entlang der Grenze zwischen Mexiko und den USA gegeben und damit gegen die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump protestiert. Damit hätten die Sinfoniker ein deutliches Signal für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung gesetzt. Solche Aktionen seien "ganz im Sinne des Erich-Kästner-Preises", erklärte die Jury.

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