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Lesart / Archiv | Beitrag vom 04.05.2017

Bernhard Kegel über seinen Roman "Abgrund"Auf den Spuren Darwins

Moderation: Joachim Scholl

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Die Galapagos-Insel Bartholome. (dpa / picture-alliance / Backhaus)
Die Galapagos-Inseln: Ein Paradies für Forscher - und für den Autor Bernhard Kegel, der hier für sein aktuelles Buch recherchierte. (dpa / picture-alliance / Backhaus)

Ein Stipendium brachte ihn mit Forschern auf den Galapagosinseln zusammen, die allesamt zum Klimawandel forschen. Eine gute Inspirationsquelle für seinen neuen Roman "Abgrund", sagt der Autor Bernhard Kegel.

Wie "ein Exot" sei er sich manchmal während seiner mehrwöchigen Forschungsreise zu den Galapagos-Inseln vorgekommen, sagt der Autor und Biologe Bernhard Kegel. Mit finanzieller Förderung durch das Programm "Fiction meets Science" der Volkswagenstiftung reiste Kegel im Tross der Forscher des Leibniz-Instituts für Marine Tropenforschung (ZMT), um für seinen jetzt erschienenen Öko-Thriller "Abgrund" zu recherchieren.

Bernhard Kegel (dpa / picture alliance / Klaus Franke)Bernhard Kegel (dpa / picture alliance / Klaus Franke)

Bernhard Kegel beherrscht die Kunst, komplexe wissenschaftliche Sachverhalte unterhaltsam und niedrigschwellig beschreiben zu können – sowohl im Sachbuch (auch neu: "Die Gesundmacher") als auch im Roman.  Was Kegel auf der Charles Darwin Forschungsstation auf der Isla Santa Cruz auf den Spuren des berühmten Evolutionsforschers erlebte, konnte er gleich in seinem Buch verarbeiten: Eine Kieler Kriminalkommissarin reist mit ihrem neuen Lebensgefährten, einem Biologieprofessor, nach Ecuador auf die Galapagos-Inseln. Fortan bestimmen bis dahin unbekannte Hai-Arten, brennende Schiffe und andere unheilvolle Ereignisse den Urlaub der beiden.

Als "embedded writer" unter Forschern

Das große Thema dahinter: "Global Change – der globale Klimawandel. Und letztlich haben alle der Forscher, die ich begleitet habe, auf diesem Gebiet geforscht." Tierarten, die bisher gar keinen Kontakt zueinander hatten, würden zueinander in Kontakt kommen – allein durch veränderte Temperaturen. All dies greift der Roman auf.

"Die Forscher wussten zuerst nicht so recht, was sie mit mir anfangen sollten", erinnert sich Kegel. Doch schon bald sei er als "embedded writer" ins Team integriert worden. Über Darwin – der zu Beginn des Romans einen kleinen Auftritt hat – sei man auf den Galapagos-Inseln förmlich gestolpert, etwas im Hauptort Puerto Ayora. Ob Straßennamen oder Denkmäler bis zur Erwähnung der berühmten Darwin-Finken – die Darwin selbst übrigens kein einziges Mal in seinem eigenen Werk erwähnt hat  - "Darwin ist überall". Und beschert den Einheimischen gute Einnahmen.

Neue Bücher von Bernhard Kegel:

"Abgrund"
Mare Verlag, 2017, 384 Seiten, 22 Euro
Verlag: Mare Verlag; Auflage: 2. (28. Februar 2017)

"Die Gesundmacher. Was Bakterien für unseren Körper tun und wie wir sie dabei unterstützen können"
Originaltitel: Auszug aus: "Die Herrscher der Welt. Wie Mikroben unser Leben bestimmen", DuMont, 207 (2015), 142 Seiten, 9 Euro 

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(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 20.04.2015)

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