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Fazit / Archiv | Beitrag vom 08.12.2016

Berlins neuer Kultursenator"Auch Chris Dercon hat seine Fähigkeiten"

Klaus Lederer im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Neuer Berliner Kultursenator: Klaus Lederer, Landesvorsitzender der Linken. (dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)
Neuer Berliner Kultursenator: Klaus Lederer, Landesvorsitzender der Linken. (dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)

Verbesserung der Situation der Kulturschaffenden, Erhalt aller drei Berliner Opernhäuser und eine "integrierende Kulturpolitik" - das sind die Eckpfeiler der künftigen Berliner Kulturpolitik. Wir sprechen mit dem neuen Kultursenator Klaus Lederer über seine Pläne.

Neuer Berliner Kultursenator ist seit Donnerstag der Landesvorsitzende der Linken, Klaus Lederer. Im Deutschlandradio Kultur äußerte sich der Linken-Politiker zu seinen Plänen. So steht auf seiner Agenda zum einen die Verbesserung der Lebenssituation der Produzenten von Kultur. Gerade in der freien Szene sei prekäre Beschäftigung weit verbreitet, wurschtelten sich Kulturschaffende "zum Teil knapp unter dem Existenzminimum durch" und könnten an Altersversorgung nicht denken, kritisierte Lederer. "Mindestgagen, Mindesthonorare bei Zuwendungen des Landes Berlin - das werden wir weiterführen und das werden wir auch ausbauen."

Der Linken-Politiker versprach außerdem den Erhalt aller drei Berliner Opernhäuser. "Jede dieser Opern hat ihr Profil. Nein, nein, die gehören alle drei zu Berlin, und das soll auch zukünftig so bleiben." In der Frage der Sanierung der Komischen Oper kündigte der neue Kultursenator an, es werde nicht gebaut, bevor nicht geprüfte Planungsunterlagen da seien.

Gespräche in Sachen Chris Dercon und Volksbühne

Außerdem will der neue Kultursenator schnell mit dem umstrittenen künftigen Volksbühnen-Intendanten Chris Dercon ins Gespräch kommen – aber auch "mit den Beteiligten, mit denen seinerzeit nicht geredet worden ist, also auch mit den Beteiligten aus dem Theater, aus den Gewerken im Theater, den Schauspielerinnen und Schauspielern, auch mit der derzeitigen Intendanz".

Die Berufung des Kurators Chris Dercon, zuletzt Direktor der Londoner Tate Gallery of Modern Art, hatte in der Öffentlichkeit und vor allem unter den Volksbühnen-Beschäftigten heftige Kritik ausgelöst. Auch Lederer hatte sich kritisch zur Berufung Dercons geäußert.

"Ich halte das für eine demokratische Selbstverständlichkeit, dass man nach Wahlen die Äußerungen, die man vorher getätigt hat, nicht einfach über Bord wirft und das genaue Gegenteil erzählt", sagte der Politiker. "Dennoch gehe es jetzt darum zu schauen, wie man die Volksbühne als Organismus erhalten und weiterentwickeln könne. "Auch Chris Dercon hat zweifelsohne seine Fähigkeiten."

Freier Eintritt in Museen?

Hinsichtlich eines freien Eintritts in Museen äußerte sich Lederer verhalten. Man überlege, ob der Zugang in bestimmten Zeitspannen kostenlos sei, aber das sei auch eine Finanzierungsfrage. "Und da wird die schwierige Aufgabe auf uns zukommen, da die richtige Balance zu finden, damit wir Kultur tatsächlich auch in der Breite weiter so fördern können und trotz alledem auch vernünftige Bezahlungen in den Kultureinrichtungen sicherstellen können."

Kulturpresseschau

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