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Sonntag, 19.08.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. Februar 2018

Berliner Zentral- und Landesbibliothek schlägt Alarm

Ausbau dringend notwendig

Die Berliner Zentral- und Landesbibliothek platzt aus allen Nähten. Direktor Volker Heller sagte alarmierend, dass für fast alles Platz fehle. Die Zusammenführung der bisher auf zwei Standorte verteilten Institution müsse endlich vorangehen. Nach dem Fall der Mauer war das Haus durch die Zusammenlegung der Amerika-Gedenkbibliothek mit der Berliner Stadtbibliothek entstanden. Zusätzlich gibt es ein Außenmagazin. Seit Jahren ist geplant, einen zentralen Standort zu schaffen. Über ein Gutachten, das mehrere Alternativen auslotet, ist immer noch nicht entschieden. Allein im vergangenen Jahr besuchten 1,4 Millionen Menschen die Bibliothek, die Zahl der Arbeitsplätze für Nutzer stieg innerhalb von drei Jahren um 30 Prozent. Immer wieder gebe es angesichts des Platzmangels Nutzungskonflikte, sagte Heller. Beide Häuser seien so gut besucht, dass die Besucherinnen und Besucher auf Fensterbänke und Boden auswichen, neulich hätte sich jemand einen Klappstuhl mitgebracht.

Ian McKellen kehrt zurück ins Londoner Theaterviertel

Comeback am Theater "The Duke of York's"

Der britische Schauspieler Ian McKellen hat sein Comeback am Londoner Theater The Duke of York's bekannt gegeben. "Dort hatte ich 1964 mein Debüt im (Theaterviertel) West End", schrieb der 78-Jährige auf Instagram. Jetzt spiele er Shakespeares "King Lear" in 100 Vorstellungen. Auch als Hamlet und Macbeth stand der vielfach ausgezeichnete Schauspieler schon auf der Bühne. Bekannt ist McKellen aber vor allem durch seine Rolle als Gandalf aus den Verfilmungen der "Herr der Ringe"-Triologie und als Magneto aus der "X-Man"-Reihe.

Robert Menasse kritisiert Ministerium für Heimatschutz

"Heimat ist Menschenrecht, Nation ein Verbrechen"

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat die Pläne der möglichen großen Koalition aus Union und SPD kritisiert, Heimat einem Ministerium zuzuordnen. Menasse sagte der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten", so was habe in Österreich nicht einmal FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache durchsetzen können. Menasse wörtlich: "Heimat ist ein Menschenrecht, Nation ein Verbrechen." Nach seiner Überzeugung wird eine Regierung, die sich abschotten will, um Wahlen zu gewinnen, unweigerlich scheitern.

Preis erinnert an ermordete Goethe-Mitarbeiterin

Henrike-Grohs-Preis in Afrika ins Leben gerufen

Ein neuer Preis für afrikanische Künstler soll an die ermordete Ethnologin Henrike Grohs erinnern. Die damalige Leiterin des Goethe-Instituts Elfenbeinküste war 2016 bei einem Terroranschlag ums Leben gekommen. Das Goethe-Institut und ihre Familie rufen deshalb den mit 20 000 Euro dotierten Henrike-Grohs-Preis ins Leben, der am 13. März erstmals in Abidjan, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes, vergeben werden soll. Wie das Kulturinstitut mitteilte, will Präsident Klaus-Dieter Lehmann persönlich zur Preisvergabe reisen. Er wolle damit unterstreichen, dass die Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter ein zentrales Anliegen sei. Das Institut werde weiter für eine offene und solidarische Gesellschaft eintreten, hieß es. Der Preis soll alle zwei Jahre an Künstler oder Künstlerkollektive gehen, die sich durch die Qualität ihrer Arbeit und durch soziales Engagement auszeichnen.

Unabhängige Verlage kämpfen um Existenz

Monopolisierung auf dem Buchmarkt bedroht Vielfalt

Unabhängige Verlage fürchten um ihre Existenz. Sie sehen sich durch Monopolisierungen auf dem Buchmarkt und Ausschluss aus dem Sortiment vieler Buchhandlungen bedroht. Die Vielfalt der Verlags- und Literaturszene sei gefährdet, heißt es in einer "Düsseldorfer Erklärung". Mehr als 60 unabhängige Verleger aus Deutschland verabschiedeten sie. Belastet würden die kleinen Verlage auch durch das Urteil des Bundesgerichtshofs. Es hatte dazu geführt, dass die Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft VG Wort weggefallen sind und sie zu Rückzahlungen verpflichtet sind. Die Verleger schlugen vor, analog zum Deutschen Buchhandlungspreis einen Preis für unabhängige und inhabergeführte Verlage einzurichten, deren Jahresumsatz drei Millionen Euro nicht übersteige. Außerdem sollten die unabhängigen Verlage durch eine Öffentlichkeits-Kampagne sichtbarer gemacht werden. Die Verlage wollen auf der Buchmesse in Leipzig auf ihre Situation aufmerksam machen.

Bürgerkrieg im Jemen bedroht antike Denkmäler

Jahrtausendealte Kulturgüter gefährdet

Experten befürchten, dass der Krieg Tempel und andere historische und kulturelle Bauten im Jemen bedroht. Viele Dörfer seien in gewisser Weise historisch, sagt Anna Paolini, Direktorin des Unesco-Regionalbüros in Katar, das für den Jemen und arabische Golfstaaten zuständig ist. Der seit fast drei Jahren andauernde Krieg im Jemen hat mehr als 10 000 Menschenleben gekostet. Von den humanitären Krisen abgesehen, sind auch die kulturellen und historischen Stätten betroffen. Zum Beispiel der Awwam-Tempel, der das Land mit der vorislamischen Geschichte Arabiens verbindet, einer Zeit der Gewürzkarawanen und der mysteriösen Königin von Saba. Von Saudi-Arabien angeführte Luftangriffe haben historische Lehmhütten in Saada zerstört, die als Houthis bekannt sind. Bei Luftangriffen wurde auch die 2500 Jahre alte Altstadt von Sanaa getroffen. Mit ihren aufwändig verzierten Backsteintürmen ist Unesco-Welterbe.

GroKo will Kultur in den Regionen stärken

Kulturstaatsministerin Grütters will Kulturpolitik neu ausrichten

Die geplante große Koalition will nach den Worten der amtierenden und wohl auch künftigen Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Kulturpolitik neu ausrichten. Museen, Theater und Initiativen sollen auch in der Region stärker gefördert, kulturelle Angebote leichter zugänglich werden. Sogar ein Einstieg in den kostenfreien Eintritt zu wichtigen Kultureinrichtungen ist geplant. Kultur hätte eine fundamentale Bedeutung als Brückenbauerin in einer vielfältigen Gesellschaft, betonte die 56-jährige CDU-Politikerin. Nur wer seine eigenen Wurzeln und Werte kenne, könne auch dem Anderen und Fremden Raum geben, so Grütters weiter.

Kampmann-Roman auf Shortlist für Leipziger Buchpreis

Debütroman im Rennen um höchste Auszeichnung

Im Rennen um den Preis der Leipziger Buchmesse ist in diesem Jahr auch ein Debütroman. Die Jury nominierte das Erstlingswerk "Wie hoch die Wasser steigen" von Anja Kampmann. Zudem steht mit "Die Grüne Grenze" von der US-Amerikanerin Isabel Fargo Cole ein politischer Roman über das Leben am Rande der DDR auf der veröffentlichten Shortlist. Ins Rennen um den renommierten Buchpreis in der Kategorie Belletristik gehen außerdem Esther Kinsky mit "Hain. Geländeroman", Georg Klein mit "Miakro" sowie Matthias Senkel mit "Dunkle Zahlen". Dabei sei es für die Jury auch in diesem Jahr nicht ganz einfach gewesen, sich in dieser Kategorie auf herausragende Titel zu einigen, sagte die Jury-Vorsitzende und Literaturkritikerin Kristina Maidt-Zinke. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. Er ist mit insgesamt 60 000 Euro dotiert. Die Preisträger werden am 15. März auf der Leipziger Buchmesse gekürt.

Iranischer Buchpreis für Paderborner Theologen

World Award for Book of the Year of Islamic Republik of Iran

Der Paderborner katholische Theologe Klaus von Stosch ist mit dem höchsten Buchpreis der Republik Iran ausgezeichnet worden. Der 46-jährige Professor erhielt den mit 10.000 Dollar (8.170 Euro) dotierten Preis in der Kategorie Islamwissenschaft für sein Buch "Herausforderung Islam. Christliche Annäherungen", teilte die Universität Paderborn mit. Damit sei erstmals ein christlicher Theologe für ein Buch über den Islam geehrt worden. Der Preis sei Ermutigung für alle, die sich für ein emanzipatorisches, menschenfreundliches und modernes Islamverständnis einsetzten, sagte von Stosch. Der Preis rücke zudem den seit Jahren bestehenden intensiven Forschungsaustausch zwischen iranischen Universitäten und dem ZeKK neu in den Blick der Öffentlichkeit, und das nun auch im Iran. Die Auszeichnung "World Award for Book of the Year of Islamic Republic of Iran" wurde durch den iranischen Präsidenten Hassan Rohani verliehen.

#MeToo: Medienboard fördert Vertrauenspersonen

Finanzielle Unterstützung am Set

Unter dem Eindruck der #MeToo-Debatte wird das Medienboard Berlin-Brandenburg künftig den Einsatz von Vertrauenspersonen am Set finanziell fördern. Ihnen können Übergriffe, Belästigung und Diskriminierung gemeldet werden. Die Kosten für solche Beauftragte können Produktionsfirmen künftig als Herstellungskosten in Förderanträgen angeben, wie die Fördergesellschaft der beiden Länder Berlin und Brandenburg in Potsdam mitteilte. Zudem sollen filmschaffende Eltern besser unterstützt werden. Produktionsfirmen können künftig auch Kinderbetreuungskosten am Set im Förderantrag geltend machen, wie es weiter hieß. Das solle Eltern helfen, Dreharbeiten und Kinderbetreuung zu vereinbaren.

Willy Brandt-Porträt als Gastgeschenk für Südkorea

Bundespräsident Steinmeier hat hochsymbolisches Mitbringsel

Bundespräsident Steinmeier hat bei seinem Südkorea-Besuch in Seoul ein symbolkräftiges Gastgeschenk mitgebracht. Er überreichte Präsident Moon ein Porträt Willy Brandts. Vor dem Hintergrund der Koreafrage ein hochsymbolisches Geschenk. Steinmeier betonte, immer wenn "wir hier in Korea sind, werden wir natürlich an das Glück der deutschen Wiedervereinigung erinnert." Die ersten Schritte zur Wiederannäherung seien von Willy Brandt geleistet worden. Das Porträt sei von einem großen deutschen Künstler gemalt worden, der für den Westen wie für den Osten stehe: Armin Müller-Stahl. Müller-Stahl hatte seine ersten großen Erfolge als Schauspieler in der DDR, später in ganz Deutschland. Er ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, der auch in Hollywood Erfolg hatte. Der südkoreanische Präsident Moon bezeichnete Willy Brandt als eine Persönlichkeit, die er sehr verehre und der die Grundstein für die Wiedervereinigung Deutschlands gelegt habe. Er würde gerne den Geist seiner Ostpolitik weiter-leben. Aber er verwies auch auf die große Herausforderung der aktuellen politischen Lage seines Landes mit Nordkorea.

Koons-Skulptur wird zum Politikum

Unerwünschte Riesenplastik zieht Kreise

Immer mehr Kulturschaffende laufen gegen die Riesenplastik, die Jeff Koons Frankreich zum Gedenken an die Attentate zum Geschenk machen möchte Sturm. Frankreichs Kulturministerin Nyssen versprach nun gemeinsam mit Vertretern der französischen Kunstszene eine Lösung finden, die der symbolkräftigen Geste von Koons gerecht werde. Sie hatte den 66-Jährigen im Ministerium empfangen. Der Bürgermeister von Montpellier, Philippe erklärte sich bereit, die Skulptur in seiner Stadt aufbauen zu lassen. Der Streit um die 11 Meter hohe und 30 Tonnen schwere Riesenskulptur schwelt seit Wochen. Der bunte Tulpenstrauß aus Stahl soll eine Geste der Freundschaft zwischen dem amerikanischen und französischen Volk sein, hatte Koons im November verkündet. Viele Kulturschaffende bemängeln jedoch Ästhetik und geplanten Standort des Kunstwerks. Es soll im Frühjahr auf dem viel besuchten Vorplatz zwischen zwei Museen für moderne und zeitgenössische Kunst im 16. Arrondissement seinen Platz finden - einem Ort, der mit den Pariser Anschlägen in keinem Zusammenhang stehe.

Deutscher Kulturrat erfreut über Kulturpolitik der GroKo

"Der Koalitionsvertrag ist gut für die Kultur!"

Der Deutsche Kulturrat hat sich zufrieden über die Kulturpolitik im Koalitionsvertrag geäußert. Der Koalitionsvertrag sei gut für die Kultur, heißt es in einer Pressemitteilung. Die programmatischen Aussagen zeigten, dass kulturelle Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt sich nicht ausschlössen, sondern vielmehr einander bedingten und zusammengehörten. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, bedauerte jedoch, dass es keine deutlicheren Zeichen für einen kulturpolitischen Aufbruch gegeben hätte, beispielsweise durch die Einrichtung eines Bundeskulturministeriums oder eines Bundesprogramms zur kulturellen Integration.

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Fazit

Ausstellung über private SchwimmbäderSchwimmen in Geld
Privates Schwimmbad (Ralf Dördelmann)

In der Nachkriegszeit waren öffentliche Wassertempel rar gesät. Wer es sich in den Wirtschaftswunderjahren leisten konnte, baute sich ein eigenes Schwimmbad ins Haus. Viele existieren bis heute – teilweise noch in Betrieb, teilweise sich selbst überlassen. Mehr

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Rapperin Ebow"Jedes Wort muss sitzen"
Die Rapperin Ebow (Magdalena Fischer)

"Die Ära der Fuckboys ist vorbei", rappt Ebow in ihrem Song "Punani Power". Sie fordert, dass Rap feministischer und queerer werden solle. Schließlich sei die Sprache im Rap "unser einziges Instrument". Umso mehr müsse auf diese geachtet werden.Mehr

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