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Donnerstag, 18.07.2019
 
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Rang I | Beitrag vom 19.05.2018

Berliner Theatertreffen Revolte und die Kunst der Verantwortung

Moderation: Susanne Burkhardt

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Von links halten Hände eine schwarze Masek ins Bild. (John Noonan / Unsplash)
Die Maske - ein Symbol für das Theater. (John Noonan / Unsplash)

Was denkt die Generation der jüngeren Theatermacher über Begriffe wie Ästhetik, Verantwortung und Identität? Dazu Ideen aus einem Gespräch von vier prägenden Stimmen: Sasha Marianna Salzmann, Susanne Kennedy, Ersan Mondtag und Philipp Preuss.

Die Generation der jüngeren Theatermacher steht vor neuen Herausforderungen auf der Bühne und im Diskurs mit dem sich verändernden Publikum. Beim Theatertreffen in Berlin diskutierten Sasha Marianna Salzmann, Susanne Kennedy, Ersan Mondtag und Philipp Preuss mit der Theaterkritikerin Susanne Burkhardt bei der Podiumsdiskussion "Glotzt nicht so romantisch! Ein Gespräch über Theater, Revolte und die Kunst der Verantwortung" über diese drängenden Fragen. Deutschlandfunk Kultur dokumentiert Auszüge aus der Debatte.

Fortschritte in Sicht  

Für Theaterautorin Sasha Marianna Salzmann war es vor allem Wut, die sie zum Theater brachte – die Wut, im Theater nicht vorzukommen – mit ihrem Blick auf die Welt. Heute erlebt sie diesbezüglich große Fortschritte auf den deutschen Bühnen: "Als ich alt genug war, deutsches Theater zu schauen, kam ich nicht vor, und jetzt habe ich keine Angst mehr, beleidigt zu werden", sagte sie. "Wir sind wenigstens frei genug, Visionen auszusprechen."

Sasha Marianna Salzmann, Susanne Kennedy, Philipp Preuss und Ersan Mondtag sitzen auf einem Podium und diskutieren (Eike Walkenhorst)Das Podium diskutiert. Von links nach rechts: Sasha Marianna Salzmann, Susanne Kennedy, Philipp Preuss und Ersan Mondtag. (Eike Walkenhorst)

Texte würden anders geschrieben und die Landschaft der Theaterautoren habe sich seit ihren Anfängen sehr stark verändert. "Ich war ein kompletter Exot, ich hatte auch Angst davor, was Leute in mich reinlesen."  

Abgrenzen nach Rechts

Regisseur Ersan Mondtag fand vor allem reizvoll, das sich im Theater eine Gemeinschaft trifft und sich von einer anderen Gemeinschaft etwas erzählen lässt. Allerdings sollte man die "Framingmethoden von Rechts" nicht bedienen, forderte er. "Da wird ein Diskurs aufgemacht und durch die Reaktion wird der halt verbreitet und dadurch wird auch von Rechts der Diskurs diktiert." Damit habe die Rechte schon 80 Prozent des Diskurses gewonnen, weil es ihnen gelinge, ihre Themen zu platzieren. "Wir alle denken, wir müssten uns damit beschäftigen permanent", sagte Mondtag. Dabei seien andere Themen viel dringender.

Masken als Symbol für Theater

Interessant wird Theater für Regisseurin Susanne Kennedy immer dann, wenn es irritiert und nicht leicht einzuordnen ist. Sie verteidigte auch den Einsatz von Masken in ihren Aufführungen, denn Theater von Individuen interessiere sie nicht, sondern das Ritual. "Ich bin nicht interessiert an den Gefühlen von A und B und was die miteinander haben oder nicht haben", sagte sie. Es gehe um weitergehende Fragen und die Theaterformen seien eben vielfältig. Selbst bei WhatsApp werde als Symbol für Theater eine Maske angeboten, sagte Kennedy. "Es ist das Symbol für Theater", sagte sie. "Alle Kulturen kennen Masken."

Freiheit der Kunst  

Das Psychedelische in der Kunst treibt auch den Österreicher Philipp Preuss um. Er kam aus dem Bereich Video/Bildende Kunst und blieb dann eher zufällig im Bereich Theater hängen. Den Angriff, der ihn interessiere, sei etwas, was im Bewusstsein sei. Als Beispiel nannte er die Determiniertheit von Menschen und das Maschinenthema. "Sind wir quasi nur Konstruktionen, sind wir Maschinen oder ist unser Bewusstsein nur eine Maschine?" Preuss sagte, es sei extrem wichtig, die totale Freiheit der Kunst zu verteidigen. (gem)

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