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Fazit | Beitrag vom 09.09.2021

Berliner Stadtbodenstiftung gegründetWie sich Boden dauerhaft dem Markt entziehen lässt

Sabine Horlitz im Gespräch mit Marietta Schwarz

Zwischen Hochhäusern laufen Demonstranten mit einem Plakat "Die Stadt gehört uns". (Imago/Ipon)
Proteste gegen Spekulation: Zur Stadt gehört auch der Boden, auf dem sie steht. (Imago/Ipon)

In der Debatte zum Thema Mieten sind die Grundstücke, auf denen die Häuser stehen, selten ein Thema. Dabei sind die Bodenpreise entscheidend für die Mietentwicklung. Eine Stiftung in Berlin versucht, Boden der Spekulation zu entziehen.

Mieten sind ein Thema im Wahlkampf. Gerade in Großstädten treibt viele die Sorge um bezahlbaren Wohnraum um. Bevor aber Häuser gebaut werden, in denen dann Wohnungen vermietet werden, wird der Boden verkauft. Das heißt, der Bodenpreis bestimmt, wie teuer wir wohnen.

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Berliner Grundstücke sind heute um 870 Prozent höher bewertet als 2008. Um diese Spirale zu stoppen, hat sich in der Hauptstadt die Stadtbodenstiftung gegründet.

"Das Ziel der Stadtbodenstiftung ist, diesen Boden anzugehen, und zwar so, dass man ihn erwirbt oder sich schenken lässt und dauerhaft vom Markt nimmt und damit einen der wesentlichen Faktoren in der Immobilienspekulation ausschaltet", sagt Sabine Horlitz aus dem Vorstand der Stiftung.

Garantiert niedrige Mieten

So verhandle sie mit "sozialorientierten Eigentümern", die jemanden suchen, der ihre Immobilie übernimmt, damit "garantiert ist, dass die Mieten nicht steigen", sagt Horlitz. Dann werde zwischen Boden und Gebäude geteilt: "Die Stiftung behält den Boden und vergibt das Erbbaurecht an gemeinwohlorientierte Träger."

In einem Erbbaurechtsvertrag werden dann alle relevanten Dinge geregelt, zum Beispiel die Miethöhe und das Belegungsrecht, also wer bestimmen darf, wer wo wohnt. Als gemeinwohlorientierte Träger kommen sowohl Genossenschaften, selbstorganisierte Hausvereine, weitere Stiftungen oder gemeinnützige GmbH in Frage.

Freiwilliger Verzicht

Dass Leute ein Haus erben und nicht damit spekulieren wollen, sei gar nicht so selten, sagt Horlitz. Gerade gebe es einen Fall, wo es sogar sein könne, dass der Eigentümer den Boden der Stiftung schenke. Die Genossenschaft, die das Haus erwirbt, kann das dann über sehr günstige Mieten refinanzieren. "Aber dann brauchst Du natürlich Leute, die sagen, 'Ich verzichte freiwillig auf den maximalen Marktwert'", sagt Horlitz. 

(beb)

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