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Interview / Archiv | Beitrag vom 09.06.2018

Berliner Schwimmmeister über Badegäste"Wir haben die Konflikte im Griff"

Martin Minkwitz im Gespräch mit Katrin Heise

In Freibädern treffen sich fast alle Klassen. (imago/Hans Blossey)
In Freibädern treffen sich fast alle Klassen. (imago/Hans Blossey)

Sommer, Sonne, Schlägerei: In den letzten Jahren sind Freibäder immer wieder als Schauplatz gewalttätiger Konflikte aufgefallen. Wir haben mit Schwimmmeister Martin Minkwitz aus Berlin-Kreuzberg über seine Erfahrungen gesprochen.

Die Zeiten sind vorbei, als ein Schwimmmeister im Freibad lediglich darauf achten musste, dass niemand vom Beckenrand sprang oder einen Hitzschlag bekam. Heute sind auch Fähigkeiten als Streitschlichter gefragt. Denn immer wieder kommt es in Sommerbädern zu Konflikten und zu Gewalt.

Aber das habe man im Griff, so Martin Minkwitz, Verbundsbetriebsleiter bei den Berliner Bäderbetrieben, im Deutschlandfunk Kultur. 

"Wir sind gut aufgestellt. Wir sind mit mehreren Security-Firmen am Start, und wir haben auch, um eben wirklich die Unterstützung, die wir brauchen, uns holen zu können, haben wir auch natürlich Polizeibeamte in Zivil im Bad."

Flüchtlinge aus Syrien als Schwimmmeister

Viele Mitarbeiter hätten Deeskalationstrainings absolviert und seien in Konfliktmanagement ausgebildet. Außerdem achtet man offenbar gezielt darauf, Menschen mit Migrationshintergrund und den entsprechenden Sprachkenntnissen zu beschäftigen: "Wir haben sehr erfahrene Rettungsschwimmer rekrutieren können aus Syrien, die natürlich auch Arabisch sprechen", so Minkwitz. Auch bekomme man über Zeitarbeitsfirmen Mitarbeiter, die etwa Italienisch oder Türkisch sprechen.

Dass es bei den Schwimmmeistern an Nachwuchs fehlt, erklärt Minkwitz mit den gestiegenen Anforderungen an Rettungsschwimmer. "Die Technik entwickelt sich weiter, wir arbeiten mit Defibrillatoren, früher war es einfach nur so eine Mund-zu-Mund-Beatmung, heute haben wir das schon, sag ich mal, die Hightech-Geräte sind auch bei uns in den Schwimmmeistertürmen eingezogen", sagt er. "Wir müssen immer mehr nachschulen, immer mehr ausbilden. Und der eine oder andere schafft es dann nicht."

(uko)

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