Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Dienstag, 26.05.2020
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Fazit | Beitrag vom 07.04.2020

Berliner Privattheater"Es brennt an allen Ecken"

Martin Woelffer im Gespräch mit Marietta Schwarz

Beitrag hören Podcast abonnieren
Die Komödie am Kurfürstendamm spielt derzeit im Berliner Schiller-Theater, kann aber wegen der Coronakrise keine Vorstellungen anbieten. (picture alliance / POP-EYE / Christian Behring)
Alle Theater stehen durch die erzwungene Schließung am Rand der Existenz, sagt Martin Woelffer von der Komödie am Kurfürstendamm. (picture alliance / POP-EYE / Christian Behring)

Wegen der Coronakrise drohe ein massives Theatersterben, warnen Berliner Privattheater in einem offenen Brief. Sie fordern finanzielle Unterstützung – ansonsten sei bald Schluss, sagt Martin Woelffer von der Komödie am Kurfürstendamm.

19 Berliner Theater haben einen offenen Brief mit der Forderung nach Bundesmitteln für die Bühnen unterschrieben – vom Berliner Ensemble bis zum Grips Theater. Ohne Unterstützung würden die Kulturstätten vor dem baldigen Aus stehen, heißt es darin.

"Alle sagen, bis in den Mai kommen wir irgendwie und danach ist Schluss", verdeutlicht Martin Woelffer, Intendant der Komödie am Kurfürstendamm, die Lage: "Es brennt an allen Ecken." Schnelle und unbürokratische Hilfe sei gefragt.

Kurzarbeit, Entlassungen, Insolvenz

Schon jetzt seien alle Beschäftigten in Kurzarbeit, in wenigen Wochen müssten sie entlassen werden, betont der Theaterchef. Dann würde die Insolvenz folgen. "Dann ist man nach der Krise nicht mehr da. Das ist die Frage, was gewollt ist. Soll es das bunte Kulturleben in Berlin weiterhin geben oder sollen wir dann alle ganz von null anfangen?", fragt Woelffer.

Coronavirus-NewsletterBundesweit sei die Situation ähnlich wie in Berlin, berichtet Woelffer: "Es ist überall das Gleiche, alle stehen am Rand der Existenz." Die Theater seien vernetzt und im täglichen Gespräch: "Wir sprechen für alle Privatbühnen in ganz Deutschland."

Hoffnung auf den Sommer

Die Hoffnung, wenigstens im Sommer noch spielen zu können, habe er noch nicht aufgegeben, sagt Woelffer, denn im Gegensatz zu staatlichen Theatern gebe es bei freien Bühnen keine Sommerpause. Es existieren Notfallspielpläne und man habe mit allen Schauspielerinnen und Schauspielern gesprochen: "Wir sind startklar, sobald es losgeht." 

(beb)

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 25Zurück aus dem Netz: Theater unter Corona-Auflagen
Stadion der Weltjugend (Schauspiel Stuttgart / Conny Mirbach)

In einigen Bundesländern dürfen die Theater wieder öffnen – unter strengsten Auflagen. Wie kann das aussehen: Live-Theater unter Corona-Bedingungen? Darüber sprechen wir mit der Theaterkritikerin Cornelia Fiedler und dem Schauspieler Martin Wuttke.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur