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Kulturnachrichten

Samstag, 19. September 2020

Tholeyer Abteikirche feiert Orgel und Richter-Fenster

Nach zweijähriger Schließung ist am Samstagabend die saarländische Abteikirche Tholey wiedereröffnet worden. Dabei wurde die neue Orgel geweiht. Rechtzeitig zur Feier konnten auch die drei von Gerhard Richter geschaffenen Fenster eingebaut worden. Sie sind 9,30 Meter mal 1,95 Meter groß. Von den anderen 34 Fenstern, die die afghanische Künstlerin Mahbuba Maqsoodi gestaltete, fehlen nur noch die Fenster im Südteil. Die Benediktinerabtei ist nach eigenen Angaben das älteste urkundlich erwähnte Kloster Deutschlands. Es wurde demnach erstmals 634 nach Christus genannt. Die Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung dauern bis zum 8. Oktober. Viele Veranstaltungen werden auch im Livestream auf der Internetseite der Abtei übertragen.

Karikaturist Michael Sowa mit "e.o.plauen"-Preis geehrt

Der Berliner Künstler und Karikaturist Michael Sowa ist Träger des diesjährigen "e.o.plauen" Preises. Der Preis ist mit 5.000 Euro sowie mit einer Kleinplastik des Plauener Künstlers Hannes Schulze dotiert. Sowas Bilder zeichneten sich "durch einen unglaublichen Witz aus, mit einer Liebe zum Detail, die faszinierend" sei, erklärte die Jury. Sowa wurde am 1. Juli 1945 in Berlin geboren und studierte Kunstpädagogik. Seit 1975 ist er als freier Maler und Zeichner tätig. Unter anderem veröffentlichte er im Satiremagazin "Titanic" und illustrierte zahlreiche Zeitschriften, Bücher und Buchcover. Die Stadt Plauen und die e.o.plauen-Gesellschaft vergeben den Preis seit 1995 alle drei Jahre. Benannt ist er nach dem Zeichner und Karikaturisten Erich Ohser (1903-1944), der unter dem Pseudonym "e.o.plauen" gearbeitet hat und vor allem durch seine Serie "Vater und Sohn" bekannt wurde.

Menschenrechtlerin Sotoudeh im Krankenhaus

Die im Iran inhaftierte Menschenrechtlerin Nasrin Sotoudeh ist wegen einer Herzschwäche ins Krankenhaus eingewiesen worden. Uns wurde vom Gefängnis mitgeteilt, dass es Nasrin schlecht gehe und sie wegen Herzinsuffizienz ins Krankenhaus gebracht werden musste, teilte ihr Ehemann auf Twitter mit. Sotoudeh ist seit 40 Tagen im Hungerstreik. Bereits Anfang der Woche war ihr Gesundheitszustand besorgniserregend. Mit dem Hungerstreik will die 57 Jahre alte Anwältin und Frauenrechtlerin gegen die Haftbedingungen der politischen Gefangenen während der Corona-Pandemie protestieren. Bekannt wurde Sotoudeh einem weltweiten Publikum durch ihre Rolle in dem Film "Taxi Teheran" des iranischen Filmemachers Jafar Panahi.

Erster bundesweiter Dokumentarfilmtag LETsDOK

Zum ersten Mal findet in Deutschland ein bundesweiter Dokumentarfilmtag statt.
Bis zu 100 Kinos und Filminitiativen zeigen in ganz Deutschland Dokumentarfilme auf der großen Leinwand und als Online-Stream. Hauswände, Scheunen, Plätze, Dächer und Wohnräume verwandeln sich in temporäre alternative Kinos. Aufgerufen zur der Aktion hatte die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm - AG Dok, die zu einer der größten Filmverbände Deutschland zählt. Die Kampagne LETsDOK sei ein Zeichen der Solidarität mit anspruchsvollen Kinos, die es in Corona-Zeiten nicht leicht hätten, ihre Existenz zu sichern, schreibt die AG Dok auf ihrer Website. Das Kino bleibe ein wichtiger Ort für gesellschaftliche Auseinandersetzung.

Karnevalsvereine wollen Alternativkonzepte entwickeln

Nach der weitgehenden Absage des traditionellen Straßen-, Sitzungs- und Kneipenkarnevals in Nordrhein-Westfalen wird in den rheinischen Karnevalshochburgen an Alternativangeboten gearbeitet. Es gebe jetzt eine Planungssicherheit, sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Samstag in Köln. Jetzt werde "völlig anders, völlig neu" geplant. Erlaubt werden nach Angaben der Landesregierung lediglich kleinere karnevalistische Kulturveranstaltungen, wie etwa Konzerte oder kleinere Sitzungen.

Bremer Ausstellung über Berührungen in der Pandemie

Die Museen Böttcherstrasse in Bremen widmen sich mit einer Ausstellung den in der Pandemie eher verpönten Berührungen. Die Kunstausstellung mit dem Titel "Berührend - Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis" mit etwa 60 Kunstwerken aus 700 Jahren wird vom 19. September 2020 bis zum 24. Januar 2021 zu sehen sein. Der Direktor des Museums und Kurator der Ausstellung, Frank Schmidt, erklärte dazu: Gerade im Verzicht werde mit einem Mal die besondere, geradezu lebensnotwendige Bedeutung von Berührungen bewusst. Körperkontakt als Ausdruck von Nähe, Fürsorge und Liebe zeigen unter anderem mehrere Gemälde von Paula Modersohn-Becker. In der Schau geht es auch um unangenehme Berührungen, um Gewalt und Übergriffkeit.

TikTok wehrt sich gerichtlich gegen Trump

Die chinesische Kurzvideo-App TikTok geht gerichtlich gegen die Verbotsankündigung der US-Regierung vor. Das Unternehmen und sein Mutterkonzern ByteDance reichten Freitag bei einem Bundesgericht in Washington Beschwerde ein, um die Download-Sperre zu verhindern, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. US-Präsident Trump habe seine Befugnisse überschritten, heißt es darin. Sein Vorgehen habe politische Gründe und nichts mit der angeführten Begründung zu tun, eine Bedrohung der nationalen Sicherheit abzuwenden. Die US-Regierung hatte gestern ein Download-Verbot gegen TikTok und WeChat verhängt, das ab morgen in Kraft treten soll.

Kaminer ist Ehrenkünstler des Theaters Bad Elster

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer ist zum Ehrenkünstler des König Albert Theaters in Bad Elster im sächsischen Vogtland ernannt worden. Die Urkunde wurde ihm Samstag während seiner Leseshow im Theater überreicht. Der in Berlin lebende russischstämmige Autor und Kolumnist habe die Kultur- und Festspielstadt "durch seine künstlerische Ausstrahlung und seine humorvolle, menschenverbindende Erzählkunst" bereichert, begründete die Chursächsische Veranstaltungsgesellschaft die Auszeichnung. Kaminer ist damit in prominenter Gesellschaft. Unter den bisherigen Ehrenkünstlern des Theaters sind die Schauspieler Rolf Hoppe, Jazzsaxofonist Klaus Doldinger und die Sänger Max Raabe.

Gerhard Polt verärgert über Zuschauer-Beschränkungen

Der Kabarettist Gerhard Polt hat die wegen der Corona-Pandemie verhängten Zuschauer-Beschränkungen im Kulturbetrieb kritisiert. Die Maßnahmen seien zum Teil absurd, sagte der 78-Jährige der "Augsburger Allgemeinen". Wieso dürften in ein großes Theater nur 100 Leute rein, wenn man gleichzeitig mit einem vollen Flugzeug in den Urlaub fliegen dürfe, fragte er. Polt forderte außerdem mehr Unterstützung für freischaffende Künstler. Der 78 Jährige will im Herbst auf Tournee gehen.

Trump sieht schnelle Einigung zu TikTok

US-Präsident Trump hält nach eigener Darstellung eine schnelle Einigung über den chinesischen Kurzvideodienst TikTok für denkbar. Es gebe einige großartige Möglichkeiten, sagte Trump am Freitag. Er werde in Kürze umfassend über die Angelegenheit informiert. Wenige Stunden zuvor hatte seine Regierung angekündigt, in den USA das Downloaden der TikTok-App untersagen zu wollen. Das Verbot soll demnach am Sonntagabend in Kraft treten. Dann wären die Apps nicht mehr bei Apple und Google verfügbar. Die Anweisung kann aber noch außer Kraft gesetzt werden, wenn sich TikTok-Eigner ByteDance mit dem US-Konzern Oracle auf eine Lösung verständigt, die den Sicherheitsbedenken der Washingtoner Regierung Rechnung trägt.

Big Brother Awards 2020 vergeben

Der Datenschutzverein Digitalcourage hat zum 20. Mal die "Big Brother Awards" an Konzerne und Politiker für die missbräuchliche Nutzung von Technik und Informationen verliehen. Die Preise wurden in Bielefeld in sieben Kategorien vergeben. In der Rubrik "Politik" bekam die Bundesregierung die Auszeichnung für die Duldung von Drohneneinsätzen über der US-Militärbasis Ramstein in der Pfalz. Scharf kritisiert wurden die Innenminister der 16 Bundesländer für ihre Absicht, auf Basis der Steuer-Identifikationsnummer eine lebenslang gültige Personenkennziffer einzuführen. Derartige Personenkennziffern seien in Nazideutschland und in der ehemaligen DDR zur Erfassung, zur Repression bis hin zur Vernichtung genutzt worden, hieß es in der Preisbegründung.

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