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Mittwoch, 14.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. August 2018

Berliner Kulturjournalist Rainer Höynck gestorben

Von 1963 bis 1988 war er Ressortleiter der Kulturkritik und Kulturpolitik beim RIAS

Er ist am Freitag im Alter von 91 Jahren gestorben. Dies teilte seine Witwe dem Tagesspiegel mit. Seit 1948 arbeitete er beim RIAS Berlin, dem Vorläufer von Deutschlandfunk Kultur - zunächst als Reporter, dann mit zunehmender Spezialisierung auf Kultur. Von 1963 bis 1988 war er Ressortleiter der Kulturkritik und Kulturpolitik. Neben seiner Radioarbeit drehte Rainer Höynck Kultur- und Dokumentarfilme fürs Fernsehen und veröffentlichte Bücher. Nach seiner Pensionierung gründete er die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst mit und war einige Jahre deren Präsident.

Die "taz" denkt über Ende der Printausgabe nach

Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch: "Der Journalismus lebt im Netz weiter."

Bei der "Tageszeitung" in Berlin bereitet man offenbar die Abschaffung der werktäglichen Druckausgabe vor. Das berichtet der Mediendienst "turi2". Das Zeitalter der gedruckten Zeitung sei zu Ende, der Journalismus lebe im Netz weiter, wird Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch zitiert. Er habe sich mit diesen Worten an die Mitglieder der "taz"-Genossenschaft gewandt. Er rief die Genossen demnach auf, Ideen für die Zeit des Übergangs zu entwickeln. Früher schon hatte Ruch das Ende der Tageszeitungen auf Papier vorhergesagt.

Der Dichter William Blake hat endlich einen Grabstein

Mehr als 200 Jahre nach Tod Grabort bekannt und gewürdigt

Der englische Dichter William Blake (1757-1827) hat endlich einen Grabstein. Mehr als 200 Jahre nach seinem Tod und nach jahrelanger Suche nach seiner letzten Ruhestätte, konnte die Blake-Gesellschaft am Sonntag den Stein mit Namen, seinen Jahreszahlen und zwei Zeilen eines Verses auf dem Friedhof Bunhill Fields in London einweihen. Blake, dessen Werk von seinen Zeitgenossen weitgehend abgelehnt wurde, war 1827 verstorben und an unbekannter Stelle beigesetzt worden. Bislang erinnerte nur Gedenkstein an ihn.

Christoph Marthaler verteidigt Ruhrtriennaleleiterin

Der Regisseur fordert in offenem Brief gelebte Wertschätzung

Die in eine Antisemitismusdebatte verwickelte Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, bekommt Rückendeckung von Mitwirkenden des Kulturfestivals. In einem offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kritisiert der Schweizer Musiktheater-Regisseur Christoph Marthaler die Absage des Politikers. Marthaler und das Ensemble der Ruhrtriennale-Produktion „Universe, incomplete" baten darin um eine „respektvolle, die Umstände der Ereignisse korrekt einordnende Auseinandersetzung mit der entstandenen Problematik sowie gelebte Wertschätzung." Dazu gehöre, dass der Ministerpräsident persönlich komme und „nicht durch Verweigerung eine Symbolik betreibt, die alle kritische Auseinandersetzung verunmöglicht, schreibt Marthaler. Carp werde durch die Antisemitismusvorwürfe zu Unrecht diskreditiert. Kurz vor Beginn der Ruhrtriennale in der vergangenen Woche hatte Laschet seine Teilnahme an dem Kulturfest abgesagt. Hintergrund ist der Streit um die Teilnahme der schottischen Band „Young Fathers". Sie steht der sogenannten BDS-Bewegung nahe, die für einen Boykott Israels eintritt. Das Kulturfestival in den alten Industrieanlagen des Ruhrgebiets dauert bis 23. September.

"Impulsgeber und Kronzeuge für globale Literatur"

Literaturkritikerin Sigrid Löffler würdigt den verstorbenen Literaturnobelpreisträger V.S.Naipaul

Der verstorbene Literaturnobelpreisträger V.S. Naipaul war für die Literaturkritikerin Sigrid Löffler ein "Impulsgeber, Augenöffner und Kronzeuge für eine neu entstehende globale Literatur". Er habe ihr in seinen Erzählungen, Romanen und Essays erstmals einen Eindruck von der Entwurzelung gegeben, mit der Migranten sich auseinanderzusetzen haben. Er selbst sei "ein Heimatloser" gewesen: Geboren in Trindidad/Tobago als Sohn indischer Zwangsarbeiter, später nach England migriert und versuchte sich zu integrieren – immer auf der Suche nach Anerkennung. Sigrid Löffler erklärte gegenüber Deutschlandfunkkultur: „Er hatte immer die Angst davor, herabgewürdigt zu werden aufgrund seiner Hautfarbe. Und das hat ihn verunsichert. Gegen diese Verunsicherung hat er sich abgeschottet durch Hochmut, durch Sarkasmus und Ironie." Der Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul ist im Alter von 85 Jahren in seiner Wahlheimat London gestorben. Er war im Jahr 2001 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Unbekannte Texte von Heinz Erhardt

Enkelin will bisher unveröffentlichte Texte herausbringen

Die Enkelin des Komikers und Dichters Heinz Erhardt, Nicola Tyszkiewicz, hat in seinem Archivnachlass bisher unveröffentlichte Texte und Lieder aus den 20er und 30er Jahren gefunden. Über 40 Jahre schlummerten die Notizen als Bündel verschnürt auf dem Dachboden. Die Familie weiß laut Bild am Sonntag bis heute nicht, wie er sie durch den Krieg brachte. Nach dem Verkauf des Hauses wanderte das Paket unbeachtet ins Musikarchiv. Nun wurde das Material neu entdeckt und gesichtet. Ausgewählte Stücke spielte die NDR-Bigband und Stars wie Axel Prahl und Wotan Wilke Möhring neu ein. Im Oktober soll das Album erscheinen.

Dokumentarfilmer Klaus Wildenhahn gestorben

Filmemacher war Mitbegründer des "Direct Cinema"

Der Dokumentarfilmregisseur Klaus Wildenhahn ist tot. Er starb am vergangenen Donnerstag im Alter von 88 Jahren, wie der NDR mitteilte. Der in Bonn geborene Filmemacher gelte als Mitbegründer des "Direct Cinema" in Deutschland. Wildenhahn arbeitete unter anderem als Autor für das NDR-Magazin "Panorama". Unter seiner Regie entstanden mehr als 60 Dokumentarfilme.

Forderung: mehr Literatur für Sehbehinderte

Derzeit nur fünf Prozent der Werke für Sehbehinderte zugänglich

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, fordert mehr Bücher und Zeitungen auch für Menschen mit Sehbehinderungen zugänglich zu machen. Er dringt auf eine Umsetzung des Vertrags von Marrakesch, der mehr Literatur in barrierefreien Formaten vorsieht. Deutschland habe dieses Abkommen vor fünf Jahren unterzeichnet. Derzeit seien nur fünf Prozent der Werke für Menschen mit Sehbehinderung lesbar, erklärte Dusel gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Auch Blindenbüchereien müssten besser ausgestattet werden. Dusel kündigte dazu entsprechende parlamentarische Initiativen an. Wie seine Vorgängerin Verena Bentele ist auch Dusel blind.

Wechsel beim "Polizeiruf 110"

Verena Altenberger löst Matthias Brandt in Krimireihe ab

Die österreichische Schauspielerin Verena Altenberger wird beim Münchner Ableger der Krimireihe "Polizeiruf 110" Nachfolgerin von Matthias Brandt. Im Winter dieses Jahres löse Brandt im Polizeiruf "Tatorte" seinen letzten Fall als Hauptkommissar Hanns von Meuffels, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) am Sonntag mit. Ab 2019 soll Altenberger als Hauptkommissarin Elisabeth Eyckhoff in der bayerischen Landeshauptstadt ermitteln. Altenberger wuchs in Salzburg auf. Im Kino machte sie in dem Thriller "Die Hölle" von Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky auf sich aufmerksam. Einem breiteren Fernsehpublikum wurde sie als polnische Altenpflegerin Magda in der RTL-Serie "Magda macht das schon!" bekannt.

Der Literaturnobelpreisträger V. S. Naipaul ist tot

Er ist im Alter von 85 Jahren gestorben

Der Literaturnobelpreisträger V. S. Naipaul ist tot. Wie seine Familie am Samstagabend in Großbritannien mitteilte, ist Naipaul im Alter von 85 Jahren gestorben. Der indischstämmige Erzähler und Reiseschriftsteller, der auf der Karibikinsel Trinidad geboren worden war und seit Jahrzehnten in Großbritannien lebte, hatte 2001 den Literaturnobelpreis erhalten.

Street Parade: Zürich wird zur Techno-Hauptstadt

Eine Million Menschen zogen durch die Innenstadt

Hunderttausende tanzende Menschen haben Zürich zumindest für einen Tag zur Welthauptstadt des Techno gemacht. Der Veranstalter der 27. Street Parade schätzte die Zahl der Teilnehmer am Samstag auf eine Million. Für den Sound sorgten mehr als 200 DJs und Musiker, darunter der deutsche Techno-Star Paul Kalkbrenner, der das Fest eröffnete. Auf acht großen Bühnen und 28 Musik-Lastwagen - bekannt als Love Mobiles - und acht großen Bühnen beschallten sie die Massen. Die diesjährige Parole "Kultur der Toleranz" mag kitschig klingen, gibt Veranstaltungs-Chef Joel Meier gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung" zu. "Unsere Mottos klingen manchmal wie Songs von DJ Bobo. Doch sie sind wichtig. Denn wir leben in einer Zeit, in der wir bombardiert werden mit Negativschlagzeilen und Gehässigkeiten", sagt er.

Goldener Leopard von Locarno geht nach Singapur

"A Land Imagined" setzte sich als bester Spielfilm durch

Zum Finale des Filmfestivals von Locarno gibt es eine Überraschung: Der Spielfilm "A Land Imagined" des Regisseurs Yeo Siew Hua aus Singapur hat den Hauptpreis gewonnen. Das gab die Jury unter Vorsitz des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-ke bekannt. Der Film, der in einer Mischung aus Thriller, Lovestory und Baustellenreport moderne Formen der Ausbeutung geißelt, wurde von Produzenten aus Singapur, Frankreich und den Niederlanden finanziert. Als beste Schauspieler wurden die junge rumänische Debütantin Andra Guti für ihre Rolle als rebellischer Teenager in "Alice T." (Rumänien/Frankreich/Schweiz) und der Südkoreaner KI Joobong als alternder Dichter in "Das Hotel am Fluss" (Südkorea) ausgezeichnet. Unerwartet ging der Preis für die beste Regie an die Chilenin Dominga Sotomayor. Ihr Gesellschaftspanorama "Zu alt, um jung zu sterben" blickt in die 90er Jahre zurück. Auch Deutschland kann sich über einen Erfolg freuen. Der Preis für den besten Debütfilm im Wettbewerb der Sektion "Cineasti del presente" ("Filmemacher der Gegenwart") ging an "Alles ist gut", den ersten Spielfilm der Regisseurin Eva Trobisch. Sie spiegelt darin feinfühlig das Leben einer jungen Frau in einer existenziellen Krise.

Florenz plant personalisierte Museumstickets

Damit soll dem überteuerten Weiterverkauf der Tickets Einhalt geboten werden

Um einem Handel mit überteuert weiterverkauften Eintrittskarten vorzubeugen, prüfen die Uffizien und das Dom-Museum in Florenz die Einführung personalisierter Tickets. Man sei diesbezüglich auch mit der Galleria dell'Accademia im Gespräch, sagte Uffizien-Direktor Eike Schmidt der Zeitung "Corriere della Sera". Der deutsche Kunsthistoriker, der seit 2015 an der Spitze der Uffizien steht, ließ vor dem Museum bereits große Hinweisschilder anbringen, um Touristen vom Kauf überteuerter Eintrittskarten abzubringen. Der Weitervekauf vorbestellter Tickets, mit denen sich die Warteschlange an der Kasse zu den Uffizien oder der berühmten Brunelleschi-Kuppel des Florentiner Doms umgehen lässt, ist in Florenz schon länger ein Problem. Laut dem "Corriere" fiel die Masche auf, weil teils mehrere hundert Personen mit vorbestellten Tickets nicht kamen, da Agenturen große Kontingente für ihren Weiterverkauf erworben hatten. Die täglich zur Verfügung stehenden 2.625 Plätze zur Besichtigung der Brunelleschi-Kuppel sind demnach meist im Vorverkauf ausverkauft. An einigen Tagen komme aber nur ein Viertel der Touristen mit einem Vorabticket. Polizeiermittlungen ergaben laut der Zeitung, dass im August sogar nicht aufgebrauchte Karten aus dem Vormonat an Touristen weiterverkauft wurden.

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