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Donnerstag, 06.05.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 18. Dezember 2020

Berlinale findet 2021 "anders" statt

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin stehen 2021 wegen der Corona-Pandemie vor massiven Veränderungen. Die 71. Ausgabe im kommenden Jahr werde eine andere Berlinale sein, sagte ein Sprecher. Details dazu sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Zuvor hatte das US-Branchenblatt "Variety" berichtet, dass ein virtueller Filmwettbewerb Anfang März ausschließlich für Branchenvertreter und parallel zum online stattfindenden "European Film Market" geplant ist. Anfang Juni könnten dem US-Magazin zufolge in einem "Mini-Festival" eine Reihe von Weltpremieren in Berlin gezeigt werden. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt.

Eröffnung von Academy Museum erneut verschoben

Das neue Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles soll nicht wie geplant im April, sondern erst Ende September 2021 eröffnet werden. Dies gab die Museumsleitung bekannt. Der neuerliche Aufschub wurde mit steigenden Corona-Zahlen und der anhaltenden Schließung kultureller Einrichtungen begründet. Die Einweihung des Museums der Filmakademie, die alljährlich die Oscars verleiht, hatte sich mehrfach verzögert. 2012 waren die Pläne für den Bau des italienischen Stararchitekten Renzo Piano verkündet worden. Das Museum, für dessen Bau zunächst Kosten von 200 Millionen Dollar veranschlagt worden waren, sollte im Jahr 2016 eröffnet werden. Zwischenzeitlich haben sich die Baukosten fast verdoppelt. Stars wie Steven Spielberg, Barbra Streisand und George Lucas, aber auch Filmstudios, Stiftungen und Firmen spendeten Millionenbeträge. Dem Kuratoren-Team gehört Jessica Niebel an, die zuvor beim Frankfurter Filmmuseum tätig war.

Leipzig bekommt neuen Thomaskantor

Der Kirchenmusiker Andreas Reize wird neuer Leiter des Thomanerchores Leipzig. Der 45-jährige gebürtige Schweizer ist in einer Sondersitzung des Stadtrates einstimmig gewählt worden. Er erhielt 49 von 49 abgegebenen Stimmen. Reize soll im September 2021 auf Thomaskantor Gotthold Schwarz folgen, der Ende Juni 2021 aus dem Amt scheidet. Der 1212 gegründete Thomanerchor ist einer der berühmtesten Knabenchöre der Welt. Johann Sebastian Bach leitete den Chor 27 Jahre lang.

Uni Regensburg: Zentrum für Erinnerungskultur

Die Universität Regensburg hat ein neuartiges Zentrum für Erinnerungskultur gegründet. Es basiert auf der Intensivierung der langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit der Hochschule mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und soll Anfang 2021 seine Arbeit aufnehmen, wie die Uni mitteilte. Im Januar dieses Jahres hatte der bayerische Ministerrat das Zentrum in sein Gesamtkonzept zur Erinnerungsarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus sowie zum Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus aufgenommen. Ziel ist es laut Mitteilung, unter anderem Arbeitsfelder aus interdisziplinärer Perspektive weiter zu erforschen und die Überparteilichkeit der Erinnerungsarbeit zu festigen.

Finanzielle Hilfe für veränderte Berlinale

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin stehen wegen der Corona-Pandemie vor massiven Veränderungen. Weil der Filmmarkt sehr davon abhängig sei, in welcher Jahreszeit ein Festival stattfinde, werde die Ausgabe im kommenden Jahr aus zwei Veranstaltungen bestehen, erläuterte Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek im Deutschlandfunk Kultur. Im März wird es einen digitalen Branchentreff geben, im Juni ist ein Festival mit Publikum geplant. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Berlinale bestärkt, an dem Filmfestival im kommenden Jahr in veränderter Form festzuhalten. Sie habe der Berlinale zusätzliche finanzielle Unterstützung aus dem Corona-Hilfsprogramm für die Kultur zugesagt, sagte Grütters.

Grütters mahnt, Künstler Ausfallhonorare zu zahlen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat an Kultureinrichtungen appelliert, Künstler über Ausfallhonorare an den staatlichen Corona-Hilfen teilhaben zu lassen. Bereits im Frühjahr sei vereinbart worden, "dass unter bestimmten Voraussetzungen Kultureinrichtungen und Projekte, die vom Bund gefördert werden, Ausfallhonorare zahlen können". Die Regelung gelte auch für die Einschränkungen seit November. Bei öffentlich finanzierten Einrichtungen sei es nicht akzeptabel, wenn einzelne Theater und Veranstalter nun sogenannte Corona-Klauseln aufnähmen, die Ausfallhonorare ausschlössen. Wenn Theater und Kulturveranstalter November- und Dezemberhilfen erhielten und damit 75 Prozent des Vorjahresmonatsumsatzes, "dann erwarte ich auch von diesen, dass sie die engagierten Künstlerinnen und Künstler anteilig daran jedenfalls über Ausfallhonorare teilhaben lassen", sagte Grütters.

Angela Merkel hielt die "Rede des Jahres"

Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält die Auszeichnung "Rede des Jahres" 2020. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen ehrt damit Merkels Fernsehansprache vom 18. März zur Corona-Pandemie. Die Rede sei ein eindrucksvoller Appell an Verantwortung und Miteinander. Sie verbinde eine anschauliche Darstellung komplexer wissenschaftlicher Erkenntnisse mit Empathie und politischer Umsicht, so die Jury. Rhetorisch habe Merkel dafür alle Register genutzt.

Literaturarchiv erwirbt Bestände des Reclam-Verlags

Die Bestände des Verlags Philipp Reclam jun. kommen ins Deutsche Literaturarchiv Marbach. Der Ankauf umfasst Korrespondenzen, Manuskripte, Widmungsexemplare und Original-Zeichnungen von den 1820er-Jahren bis in die 2000er-Jahre, teilte die Kulturstiftung der Länder mit. Ebenfalls erworben wurden Briefe und Objekte aus dem Umfeld des Verlagsgründers Philipp Reclam (1807-1896) sowie 55.000 Bände der Reclam-Universalbibliothek. Das Literaturarchiv hat bereits die Archive anderer Verlage unter seinem Dach, darunter Cotta, Insel und Suhrkamp. Die Kulturstiftung der Länder fördert den Ankauf mit 30.000 Euro.

Holocaust-Überlebende Lasker-Wallfisch und Kretz geehrt

Die Holocaustüberlebenden Anita Lasker-Wallfisch und Henriette Kretz haben das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse bekommen. Als Zeitzeuginnen engagieren sie sich und vermitteln so die Schrecken des Nationalsozialismus. Lasker-Wallfisch gehörte als Cellistin zum sogenannten Mädchenorchester des NS-Konzentrationslagers Auschwitz. 2018 hielt sie bei der traditionellen Gedenkstunde des Bundestags für die Opfer des Nationalsozialismus die Gedenkrede. Die heute in Antwerpen lebende Kretz überlebte den Holocaust in einem Waisenhaus, nachdem ihre Eltern ermordet worden waren. Für ihr Engagement wurden sie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier coronabedingt schriftlich geehrt.

Prozessbeginn gegen Kultur-Mäzen Osman Kavala

In der Türkei beginnt heute ein weiterer Prozess gegen den Intellektuellen und Kultur-Mäzen Osman Kavala. Der 63-Jährige ist seit drei Jahren inhaftierten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem einen Umsturzversuch sowie politische und militärische Spionage im Zusammenhang mit den Gezi-Protesten im Jahr 2013 und dem Putschversuch vom Juli 2016 vor. Menschenrechtler kritisieren das Verfahren und dessen Umstände massiv. Das Gericht müsse Kavala freisprechen und ihn auch tatsächlich freilassen, sagte Milena Büyüm von Amnesty International. Die neue Anklageschrift liefere keinerlei Beweise für die Anklagepunkte, der Umgang mit Kavala sei ein schwerer Menschenrechtsverstoß.Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte bereits vor einem Jahr gefordert, Kavala freizulassen.

Statt Feuerwerk sollen Kölner Licht an und ausknipsen

Die Stadt Köln setzt an Silvester statt Feuerwerk auf andere Lichteffekte. Unter dem Motto: "Licht an. Jahr aus" sollen die Menschen um 0.00 Uhr für fünf Minuten zu Hause das Licht immer wieder an und ausmachen. Die Stadt spricht vom "größten Lichtfeuerwerk der Welt". Köln würde zum Leuchten gebracht, ganz ohne Raketen und Böller und alle seien im eigenen Zuhause, so die Stadt in einer Mitteilung.

Paul McCartney warnt vor Impfgegnern im Internet

Ex-Beatle Paul McCartney warnt vor der Gefahr durch Falschinformationen von Impfgegnern im Internet. Der 78-jährige will sich gegen das Coronavirus impfen lassen und andere dazu ermutigen, sagte McCartney der BBC. "Es gab auch früher schon Impfgegner. Das war okay, es war ihre Entscheidung", so der britische Superstar. "Aber mit dem Internet greift das wirklich um sich." Großbritannien hatte Anfang Dezember als erstes Land der Welt dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Kurze Zeit später wurde mit den Impfungen begonnen.

Der britische Schauspieler Jeremy Bulloch ist tot

Berühmt wurde Jeremy Bulloch als Darsteller des "Boba Fett" in den "Star-Wars"-Filmen. Jetzt ist er im Alter von 75 Jahren gestorben.

Bulloch verkörperte den wortkargen Einzelgänger und Kopfgeldjäger erstmals 1980 in "Das Imperium schlägt zurück" und ein weiteres Mal drei Jahre später in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter". Der Brite wirkte auch in James-Bond-Filmen mit, darunter "Der Spion, der mich liebte" und "Octopussy", sowie in TV-Serien wie "Doctor Who" oder "Robin Hood".

Evangelische Filmjury kürt Film des Jahres

Der Film "Niemals Selten Manchmal Immer" von Eliza Hittman ist von der Evangelischen Filmjury zum Film des Jahres 2020 gekürt worden. Das teilte das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main mit. Der Film erzählt von einer jungen Frau in einer US-amerikanischen Kleinstadt, die ungewollt schwanger wird und die Schwangerschaft abbrechen lassen will. Die Regisseurin behandele in extremer Verdichtung und mit größter Umsicht ein Thema, das auch nach mehr als hundertjährigem Kampf um Geburtenkontrolle ein Minengelände sei, begründete die Jury ihre Entscheidung. "Niemals Selten Manchmal Immer" lief auf der Berlinale 2020 und erhielt dort bereits den Großen Preis der Jury.

Vatican News jetzt auch auf Hebräisch

Das vatikanische Informationsportal Vatican News erscheint seit heute auch auf Hebräisch. Damit berichtet das multimediale Portal nach eigenen Angaben inzwischen in 36 Sprachen über die Botschaften des Papstes und das Geschehen in der Weltkirche. Hebräisch sei eine "symbolisch wichtige Sprache", schreibt das Portal mit einem Zitat des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa. Sie gehöre zu den Sprachen "an der Wurzel der Kirchengeschichte". Zusammen mit Griechisch und Aramäisch sei das Hebräische die Sprache der Heiligen Schrift.

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