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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.02.2016

Berlinale: "24 Wochen" und "Being 17"Höchstes Lob für den deutschen Wettbewerbsbeitrag

Hannelore Heider im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Regisseurin Anne Zohra Berrached bei der Berlinale 2016. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
Regisseurin Anne Zohra Berrached bei der Berlinale 2016. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Der einzige deutsche Wettbewerbsbeitrag hat an diesem Berlinale-Tag begeistert: "24 Wochen". Doch auch "Being 17" aus Frankreich ist für Kinokritikerin Hannelore Heider exzellent. In beiden Filmen überzeugten vor allem die Hauptdarsteller.

Der einzige deutsche Wettbewerbsbeitrag dieser 66. Berlinale hat am Sonntag Publikum und Kritiker begeistert. In dem Film der Regisseurin Anne Zohra Berrached spielt Julia Jentsch eine werdende Mutter. Als sie und ihr Partner (Bjarne Mädel) erfahren, dass ihr ungeborenes Kind das Downsyndrom und einen Herzfehler hat, müssen sie eine Entscheidung treffen.

"Der Film ist mit ganz ernsthafter, ja sogar heiliger Begeisterung aufgenommen worden. Es gab Hochspannung im Kino, es wurde wirklich offen geweint", beschreibt Heider die Stimmung im Publikum und auch unter den Kritikern nach der Vorstellung des Films am Sonntag. Die Geschichte überzeuge und die Darsteller seien großartig, so Heider. "Dabei begleitet der Film das Paar mit einer Handkamera, um dabei ganz fokussiert zu sein auf die Entscheidung, die dieses Paar trifft", erklärt die Kritikerin. Ganz besonders überzeugend: Julia Jentsch.

Und Heider legt sich fest: Für sie spielt die Julia Jentsch so überzeugend, dass die Kritikerin damit rechnet - und sie sagt das am immerhin gerade erst dritten Festivaltag und nach noch nicht einmal einem Drittel aller Wettbewerbsbeiträge -, dass Jentsch als Darstellerin auf diesem Festival ausgezeichnet gehört. Und mindestens ebenso überzeugend ist für Heider Bjarne Mädel in der Rolle des Ehemanns. "Es ist, was das Handwerk anbetrifft, in diesem Film wirklich alles perfekt."

"24 Wochen"
Regie: Anne Zohra Berrached,
Darsteller: Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Johanna Gastdorf, Emilia Pieske, Maria Dragu
Deutschland 2016, 102 Min

Mindestens ebenso überzeugend ist für Heider der französische Beitrag "Quand on a 17 ans - Being 17". Hier erzählt Regie-Altmeister André Téchiné die Geschichte eines 17-Jährigen, der seine erste Liebe erlebt. Das Objekt seiner Begierde, ein Mitschüler, reagiert aber zunächst ablehnend. Ein schwerer Schicksalsschlag bringt die beiden dann doch einander näher. Téchiné erzählt, wie kompliziert die Entdeckung der eigenen sexuellen Identität sein kann. 

"Auch eine ganz realistische Geschichte, eine Geschichte die den Zuschauer ebenfalls ganz emotional in den Kinosessel gedrückt hat", sagt Heider über Téchinés Werk.Und: Neben dieser Geschichte über die Entdeckung ihrer Sexualität zweier Jugendlicher, beschreibe Téchinés sehr genau die Konflikte des heutigen Frankreich, so Heider.

"Quand on a 17 ans - Being 17"
Regie: André Téchiné
Darsteller: Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Corentin Fila, Alexis Loret
Frankreich 2016, 116 Min

 

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