Dienstag, 10.12.2019
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 1. September 2015

Berlin: Weltweite Suche nach Architekt

Für den Bau des Museums der Moderne

Für das in Berlin geplante Museum des 20. Jahrhunderts soll weltweit nach einem Architekten gesucht werden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz plant dazu ein zweistufiges Verfahren aus Ideen- und Realisierungswettbewerb für den Museumsneubau am Potsdamer Platz, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitteilte. Der Neubau soll sich in das Museumsquartier Kulturforum am Potsdamer Platz einfügen. Die konkreten Planungen für den Wettbewerb sowie die Preisrichter sollen am Donnerstag in einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Mitte Juli hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages 2,4 Millionen Euro für den Grundstückserwerb und zur Auslobung des Ideenwettbewerbs freigegeben. Damit kann der Architektenwettbewerb für den geplanten Neubau am Kulturforum an der Potsdamer Straße nun starten.

Kritik an Vergabe des Remarque-Friedenspreises

Syrischer Autor Adonis sei zu konfrontativ

Die geplante Auszeichnung des syrischen Autors Adonis mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück hat Kritik ausgelöst. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, kritisierten der Journalist Ahmad Hissou, (Deutsche Welle), der diesjährige Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani, und Adonis' deutscher Übersetzer Stefan Weidner die Entscheidung der Jury, den mit 25 000 Euro dotierten Preis an den 85 Jahre alten syrischen Lyriker und Essayisten zu verleihen. "Diese Entscheidung spricht dem Friedensgedanken Hohn und beleidigt alle Syrer, die Opfer des Assad-Regimes geworden sind", sagte Hissou. "Für einen Literaturpreis taugt Adonis immer. Für einen Friedenspreis scheint mir seine Haltung zu konfrontativ und einseitig, wenig hilfreich", sagte Weidner. Dem Bericht zufolge lehnte Kermani es ab, bei der Preisverleihung am 20. November die Laudatio zu halten. Nach Angaben der Stadt Osnabrück steht noch nicht fest, wer die Laudatio halten wird. Eine Stellungnahme zu der Kritik gab es zunächst nicht.

Julius-Campe-Preis für Denis Scheck

"Druckfrisch"-Moderator wird für literaturvermittelnde Dienste geehrte

Der Literaturkritiker Denis Scheck erhält in diesem Jahr den Julius-Campe-Preis des Hoffmann und Campe Verlages. "Denis Scheck ist ein Büchermensch: Er liest sie nicht nur, er lebt mit Büchern, er lebt für Bücher", sagte Verleger Daniel Kampa am Dienstag in Hamburg. Seit 2003 moderiert Scheck das monatliche Büchermagazin "Druckfrisch" in der ARD. Die Auszeichnung, die nach dem Verleger Julius Campe benannt ist, gilt Persönlichkeiten, die sich auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste erworben haben. Der Preis, der am 16. Oktober während der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, ist mit 99 Flaschen edlen Weins und des Faksimiles der "Französischen Zustände" von Heinrich Heine dotiert.

Hollywood erwartet dickes Einnahmeplus

Umsatz der Sommermonate könnte 4,4 Milliarden Dollar erreichen

Trotz hoher Kartenpreise und der Konkurrenz neuer Medien erwartet Hollywood einen glänzenden Sommer an den Kinokassen der USA und Kanada. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" könnte der Umsatz der Sommermonate, gerechnet von Ende Mai bis Anfang September, 4,4 Milliarden Dollar erreichen. Das wären acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allerdings wäre es nur die zweitbeste Saison: Im Sommer 2013 waren mit Filmen sogar 4,75 Milliarden umgesetzt worden.

UNO bestätigt Sprengung des Baal-Tempels

IS machte 2000 Jahre altes Hauptgebäude in Palmyra dem Erdboden gleich

In Palmyra haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Am Montagabend von der UNO veröffentlichte Satellitenbilder zeigen, dass der weltberühmte Baal-Tempel der antiken syrischen Oasenstadt dem Erdboden gleich gemacht worden ist. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den 2000 Jahre alten Tempel, der das wichtigste Denkmal der römischen Ausgrabungsstätte von Palmyra war, am Sonntag gesprengt. Der Leiter der syrischen Antikenverwaltung, Maamun Abdelkarim, sagte: "Sie haben Palmyra getötet, nun terrorisieren sie es. Es ist die letzte Warnung vor der vollständigen Zerstörung Palmyras." Auch die verbleibenden Ruinen wie das römische Theater und die Grabmäler der Nekropole seien nun bedroht. Der IS hatte zuvor bereits einen früheren Chefarchäologen enthauptet und einen anderen Tempel gesprengt.

Brecht-Tochter Barbara Brecht-Schall gestorben

Brecht-Schall starb im Alter von 84 Jahren in Berlin

Barbara Brecht-Schall, Tochter des Dramatikers Bertolt Brecht und der Schauspielerin Helene Weigel, ist tot. Die Schauspielerin und Haupterbin Brechts starb gestern im Alter von 84 Jahren in Berlin, wie der Suhrkamp-Verlag unter Berufung auf ihre Familie heute mitteilte. Brecht-Schall gehörte lange dem Berliner Ensemble an und war die Nachlassverwalterin ihres Vaters. Zuletzt hatte sie eine weitere Aufführung von Brechts Stück "Baal" in der Regie von Frank Castorf am Münchner Residenztheater wegen Eingriffen in den Originaltext untersagt. "Als Wahrerin und Hüterin des Erbes ihres Vaters war Barbara Brecht-Schall eine konsequente und mutige, oft schwierige Verhandlungspartnerin", erklärte Direktor Claus Peymann vom Berliner Ensemble nach Bekanntwerden ihres Todes.

Nico Hofmann wird Ufa-Geschäftsführer

Nach zwei Jahren Doppelspitze übernimmt der Filmproduzent die Leitung

Die Ufa-Gruppe arbeitet vorübergehend mit einer Doppelspitze: Neben Wolf Bauer leite ab sofort der 55-jährige Nico Hofmann als zweiter Geschäftsführer die Potsdamer TV- und Filmproduktionsfirma, teilte die Ufa Fiction GmbH mit. Nach einer zweijährigen Übergangsphase solle Hofmann als alleiniger Geschäftsführer die Führung der gesamten Ufa-Gruppe übernehmen. Der 55-Jährige zählt zu den bekanntesten Filmproduzenten in Deutschland. Gemeinsam mit Bauer produzierte er Filme wie "Der Tunnel", "Mogadischu", "Nackt unter Wölfen" und "Bornholmer Straße", die nationale und internationale Preise bekamen.

Bund will Pharaonen-Maske restaurieren

Die Goldmaske Tutanchamuns wurde bei Reinigungsarbeiten beschädigt

Das Auswärtige Amt unterstützt die Restaurierung der Goldmaske aus dem Grabschatz des ägyptischen Königs Tutanchamun. Wie das Ministerium mitteilte, stellt es für das Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz 50.000 Euro bereit. Ziel ist es, den Zeremonialbart der berühmten Maske wieder anzubringen. Er hatte sich den Angaben zufolge bei Reinigungsarbeiten an der Vitrine im vergangenen Herbst gelöst. Die Restaurierung biete aber auch die Gelegenheit, die Maske umfassend zu analysieren, hieß es weiter. Das Grab des Königs Tutanchamun aus dem Jahr 1330 v. Chr. wurde 1922 vom britischen Forscher Howard Carter im Tal der Könige bei Luxor entdeckt und ist als einziges nahezu unversehrt erhalten.

Seiji Ozawa feiert 80. Geburtstag

Japans Stardirigent denkt trotzgesundheitlicher Probleme nicht an Ruhestand

Seiji Ozawa will auch zu seinem 80. Geburtstag heute am Pult stehen und sein eigenes Geburtstagskonzert dirigieren - einem Knochenbruch vor einem Monat zum Trotz. Ozawa ist wohl der einzige Japaner, der es als Dirigent zu Weltruhm gebracht hat. Eigentlich hatte er Pianist werden wollen. Aber nachdem er sich als Kind vier Finger gebrochen hatte, wurde er Dirigent. Ausgebildet wurde er in Tokio und eroberte dann die westlichen Konzerthäuser. Er war Orchesterchef in Chicago, Toronto, so wie San Fransisco und führte 29 Jahre lang das Boston Symphony Orchestra. Sein breites Repertoire begeisterte ebenso wie die klangliche Brillanz, die er mit dem Orchester erreichte. Den Vorwurf, ein Japaner könne klassische europäische Musik nicht intuitiv begreifen, widerlegte der Maestro mit seiner Karriere.

Cipe Lincovsky ist tot

Die argentinische Schauspielerin wurde 85 Jahre alt

Die argentinische Schauspielerin und Sängerin Cipe Lincovsky ist in Buenos Aires im Alter von 85 Jahren gestorben. Die Todesursache sei Herzversagen gewesen, berichtete die Zeitung "La Nación". In ihrer langen Laufbahn trat Lincovsky im Theater wie in Filmen auf, unter anderen spielte sie mit Vittorio Gassman und Liv Ullmann. Sie arbeitete mit Regiesseuren wie Maurice Béjart, Werner Schroeter und Jeanine Meerapfel zusammen. Auch auf deutsche Bühnen war Cipe Lincovsky oft zu sehen, ab 1959 trat sie im Berliner Ensemble auf und schloss eine lebenslange Freundschaft mit Helene Weigel. Zu ihrem Repertoire gehörten Werke Brechts und jiddisches Kabarett.

Kulturnachrichten hören

September 2015
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur