Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Dienstag, 25.06.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Lesart / Archiv | Beitrag vom 25.09.2018

Berlin im ComicComic-Autoren im Hauptstadt-Fieber

Frank Meyer im Gespräch mit Joachim Scholl

Podcast abonnieren
Die Szene aus dem Comic "Spirou in Berlin" von Flix zeigt den Berliner Fernsehturm, das Palasthotel an der Spree sowie die Helden Spirou und Fantasio (Carlsen Verlag)
Eine Szene aus Flix' Comic "Spirou in Berlin" (Carlsen Verlag)

Für den deutschen Comic ist Berlin das Zentrum. Hier leben und arbeiten viele Autoren, hier spielen viele Geschichten und hier sitzen viele Comic-Verlage. Die aktuellen Comic-Stories erzählen dabei von einem Berlin in ganz unterschiedlichen Epochen.

Berlin ist in den letzten 20 Jahren zu einer Comic-Hauptstadt geworden, als Arbeitsort für Zeichner aus aller Welt und als Thema zahlreicher Comic-Geschichten. In dieser Zeit sind dutzende Berlin-Comics erschienen, das Jahr 2018 ist dabei ein vorläufiger Höhepunkt – mit der ersten Berliner Geschichte der legendären belgischen Spirou-Serie, mit dem Abschluss der großartigen Berlin-Trilogie des US-amerikanischen Zeichners Jason Lutes, mit der Wiederkehr von Zwille, einem Kreuzberger Anarchisten, mit dem Gerhard Seyfried schon diverse Kapitel der Berliner Stadtentwicklung erzählt hat.

Berlin im Spiegel der Geschichte

Berlin zeigt in den gezeichneten Erzählungen sehr verschiedene Gesichter. Ganz weit vorne steht das Interesse an den Zeiten, in denen Berlin ein Brennpunkt der Weltpolitik war: die 20er Jahre, die Nazizeit und die Nachkriegsgeschichte, Mauerbau und Mauerfall.

Andere erzählen vom Berliner Alltag, der Zeichner Mawil vom Aufwachsen in Ostberlin, die österreichische Comicautorin Uli Lust streift durch das Berlin von heute. Wie die Stadt in den letzten Jahren zum Musterfall der Gentrifizierung geworden ist, das beschäftigt viele der Autoren, die heute aus vielen Ländern in die Stadt kommen.

Liste der hier erwähnten Titel:

Flix: "Spirou in Berlin"
Carlsen Verlag, Hamburg 2018, 64 Seiten, 16 Euro

Jason Lutes: "Berlin, drei Bände"
Aus dem Amerikanischen von Heinrich Anders
Carlsen Verlag, Hamburg 2018, 176 / 208 / 216 Seiten, je 14 Euro

Arne Jysch: "Der nasse Fisch, nach dem Roman von Volker Kutscher"
Carlsen Verlag, Hamburg 2017, 216 Seiten, 17,99 Euro

Isabel Kreitz: "Emil und die Detektive, nach dem Roman von Erich Kästner"
Dressler Verlag, Hamburg 2016, 112 Seiten, 18,99 Euro

Gerhard Seyfried: "Zwille"
fifty-fifty Verlag, Berlin 2018, 64 Seiten, 16 Euro

Hamed Eshrat: "Venustransit"
Avant-Verlag. Berlin 2016, 256 Seiten, 24,95 Euro

Mathilde Ramadier (Autorin) und Alberto Madrigal (Illustrator): "Berlin 2.0"
Verlag: Gallimard, Paris 2016, 96 Seiten, 18,99 Euro

Mawil: Kinderland
Reprodukt Verlag, Berlin 2014, 296 Seiten, 29 Euro

Uli Lust: "Fashionvictims, Trendverächter"
Avant Verlag, Berlin 2008, 128 Seiten, 17,95 Euro

Mehr zum Thema

Coming-out-Comic „Pirouetten“ - Eislauf mit frostiger Stimmung
(Deutschlandfunk, Corso, 17.09.2018)

Graphic Novel: "Made in Germany" - Auf den Spuren deutscher Kolonialgeschichte
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 13.09.2018)

Jason Lutes: "Berlin: Flirrende Stadt" - Rasend in den Abgrund
(Deutschlandfunk Kultur, Lesart, 03.09.2018)

Lesart

weitere Beiträge

Buchkritik

Simon Strauss: "Römische Tage"Wenn man in Rom ist
Cover "Römische Tage" von Simon Strauss, im Hintergrund Rom. (Unsplash / Jaiph / Tropenverlag)

Simon Strauss spaziert durch die italienische Hauptstadt und notiert seine Beobachtungen. Was vom Rom-Besuch bleibt, meint unser Kritiker, ist die Abwehr großer Worte. Strauss' Betrachtungen sackten niemals ab in selbstbezügliche Koketterie.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur