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Interview | Beitrag vom 06.07.2021

Bericht zur Zukunft der LandwirtschaftWie Lebensmittel nachhaltig produziert werden können

Christian Rehmer im Gespräch mit Nicole Dittmer

Braune Limousin-Rinder auf einem Ökohof stehen auf der Weide. (picture alliance / Rupert Oberhäuser)
Tierwohl und Tierschutz stehen für Christian Rehmer vom BUND ganz oben auf der Agenda für die Landwirtschaft der Zukunft. (picture alliance / Rupert Oberhäuser)

Was braucht es, um Deutschlands Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit, Tierwohl und Schutz von Biodiversität zu entwickeln? Für Christian Rehmer vom BUND ist geringerer Fleischkonsum ein wichtiger Baustein – auch mithilfe staatlicher Regulierung.

Rund zehn Monate haben Vertreterinnen und Vertreter von Landwirtschaft, Umwelt, Verbraucherschutz, aber auch Wirtschaft und Wissenschaft die Köpfe zusammengesteckt, gegrübelt und geplant. Jetzt liegt der Abschlussbericht zur Zukunft der deutschen Agrarwirtschaft vor. 30 Organisationen haben an dem 170 Seiten starken Schriftstück mitgearbeitet.

Einig sind sich alle in einem Punkt: Weiter so wie bislang geht es nicht. Auch Christian Rehmer, Leiter des Bereichs Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der an dem Bericht mitgewirkt hat, ist mit dem Ergebnis zufrieden.

Generationenvertrag für mehr Nachhaltigkeit

"Das ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einer Agrarwende, hin zu einem Generationenvertrag zwischen Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz mit der Landwirschaft", sagt Rehmer. "Ob daraus wirklich etwas wird, sehen wir aber erst, wenn die nächste Bundesregierung diese Ideen auch aufnehmen wird."

Es müsse nun darum gehen, Lebensmittel so zu produzieren, dass die natürlichen Ressourcen – Boden, Wasser, Tiere – dabei geschont würden. All das miteinander in Einklang zu bekommen, sei "der ideale Weg".

Hier geht es zur Denkfabrik 2021. Auf der Suche nach dem Wir. (Foto: Deutschlandradio / Malte Müller)

Als einen wichtigen Baustein auf diesem Weg betrachtet Rehmer die Unterstützung von Bäuerinnen und Bauern – etwa dabei, keine Pestizide mehr einzusetzen. Oder die gezielte Beratung über EU-Fördermittel, die Landwirte beantragen können, wenn sie explizit kleine Flächen auf dem Acker im Sinne der Biodiversität für sogenannte Bienenweiden freilassen.

Staatliche Regulierung des Fleischkonsums

Ebenfalls sehr wichtig ist für Rehmer das Kapitel zum Thema Tierschutz. Um diesen durchzusetzen, genüge es aber nicht, einfach weniger Tiere zu halten. Auch der Fleischkonsum müsse reduziert werden.

Zwar sei der Fleischkonsum in den zurückliegenden Jahren zurückgegangen. Für einen Wandel braucht es aber nach Auffassung des Agrarexperten mehr, als den Hebel nur bei den privaten Konsumenten anzulegen: Eine staatliche Regulierung sei notwendig.

Wie könnte das aussehen? "Etwa indem in allen Außerhaus-Verpflegungen – Mensen, Kantinen, Kitas – immer auch vegetarische Produkte, erstens, angeboten werden, und zweitens, Fleischprodukte immer weniger, also in kleineren Mengen, angeboten werden", erklärt Christian Rehmer.

Darüber hinaus würden auch steuerliche Maßnahmen diskutiert, um die Bedingungen der Tierhaltung zu beeinflussen: etwa durch Abgaben oder auch über den Mehrwertsteuersatz.

(mkn)

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