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Mittwoch, 27.03.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. Februar 2019

Bericht: Japan schlug Trump für Friedensnobelpreis vor

Nominierung soll von Washington ausdrücklich gewünscht worden sein

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat einem Bericht zufolge auf ausdrücklichen Wunsch der USA Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Das berichtete die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" und berief sich auf eine nicht näher genannte Quelle in der japanischen Regierung. Abe schlug Trump inzwischen offiziell vor, wovon Trump mit Stolz berichtet hatte. Abe habe ihm eine Kopie des fünfseitigen Nominierungsschreibens an das Nobelpreiskomitee geschickt, sagte der US-Präsident vor Journalisten im Weißen Haus. Darin habe der japanische Regierungschef die Bemühungen um eine Entschärfung der Spannungen mit Nordkorea gewürdigt. "Ich werde ihn wahrscheinlich niemals kriegen. Das ist okay", sagte der US-Präsident.

Proteste im Britischen Museum gegen Sponsor BP

"British Museum proudly presendet by climate change"

Hunderte Menschen protestierten im britischen Museum in London gegen die Ölfirma BP als Sponsor der Kultureinrichtung. Das meldeten britische Zeitungen. Die Aktivisten trugen Protesttafeln die einen Zusammenhang zwischen dem Konzern, Umweltverschmutzung, Raubkunst und und dem Irakkrieg knüpften: "British Museum proudly presendet by climate change", “Crisis colonialism” und “Stolen objects”. Anlass ist die von BP gesponsorte Ausstellung "I am Ashurbanipal", die irakische Exponate zeigt. Einige sollen den Aktivisten zufolge Raubkunst aus der ottomanischen Zeit vor der Staatsgründung sein. Das Britische Museum bestreitet das. Eine Sprecherin der Initiative „BP or not BP“ beklagte, in dem die Firma Ausstellungen sponsore, würde sie sich den Anschein bürgerschaftlichen Engagements geben, während sie tatsächlich eine der destruktivsten Firmen überhaupt sei. BP habe im Nahen Osten Wohlstand versprochen, stattdessen aber Umweltverschmutzung, Korruption und Armut hinterlassen.

Schulen in NRW: Keine sensiblen Daten über WhatsApp

Messengerdienst erfülle nicht die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen

In Nordrhein-Westfalen dürfen Lehrer mit Eltern und Schülern keine sensiblen personenbezogenen Daten über WhatsApp austauschen. Der Messengerdienst erfülle nicht die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen, erklärte das NRW-Schulministerium in Düsseldorf. Zu persönlichen Daten zählen etwa Adressen, Telefonnummer, Noten, Beurteilungen oder Krankmeldungen. Es gebe in NRW aber kein grundsätzliches Verbot, moderne Kommunikationsmedien wie WhatsApp an Schulen einzusetzen, solange die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt würden, stellte das Ministerium klar. WhatsApp steht vor allem wegen der Übertragung der Adressbuchdaten aus dem Smartphone auf Server in den USA in der Kritik.

Neuer Iffland-Ringträger noch unbekannt

Nach Bruno Ganz' Tod bekommt die Schauspiel-Auszeichnung einen neuen Träger

Fast 23 Jahre ist es her, dass Bruno Ganz den legendären Iffland-Ring als bester deutschsprachiger Schauspieler entgegennahm. Den Ring erhält der "jeweils bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters" auf Lebenszeit. Der drei Monate zuvor gestorbene österreichische Volksschauspieler Josef Meinrad hatte Bruno Ganz in seinem Vermächtnis als neuen Träger des Preises bestimmt. Wer ihn bekommt, muss sich innerhalb von drei Monaten bereits für einen Nachfolger entscheiden und den Namen in einem versiegelten Kuvert im österreichischen Kunstministerium deponieren. Zu den so Geehrten gehörten zuvor Albert Bassermann (1867-1952) und Werner Krauß (1884-1959).

Debatte um freien Eintritt in Museen

Vorsitzende des Bundestagsausschusses für mehr Experimente

In der Diskussion um freien Eintritt in Museen wünscht sich die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, Katrin Budde, mehr Experimentierfreudigkeit. "Ich wäre dafür, vieles mal auszuprobieren", sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Es gehe darum zu testen, "ob man wirklich Geld verliert, wenn man andere Modelle versucht". Auslöser der Debatte sind Pläne, im künftigen Humboldt Forum im Berliner Schloss keinen Eintritt zu verlangen. Das rund 600 Millionen Euro teure Museums- und Kulturzentrum soll von Ende 2019 an schrittweise öffnen. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen das Deutsche Historische Museum sowie die Museumsinsel mit zahlreichen hochkarätigen Einrichtungen, die Eintritt verlangen.

Grabstätte von Karl Marx in London erneut geschändet

"Doktrin des Hasses" und "Architekt des Genozids" auf Grabplatte geschmiert

Unbekannte haben erneut das Grab des Philosophen und Ökonomen Karl Marx am Londoner Highgate-Friedhof beschädigt. Wie die britische Nachrichtenagentur PA in der Nacht zum Sonntag berichtete, hatten die Vandalen auf Englisch die Schriftzüge "Doktrin des Hasses" und "Architekt des Genozids" mit roter Farbe auf die Grabplatte geschmiert. Die Polizei suche jetzt nach Zeugen, hieß es. "Was auch immer man von dem Vermächtnis von Marx hält, dies ist nicht die Art, sich auszudrücken", schrieb die Friedhofsverwaltung auf einem nicht verifizierten Twitter-Account. Erst vor wenigen Tagen war der Name des kommunistischen Vordenkers aus einer Marmorplatte entfernt worden - wohl mit einem Hammer.

Kunstminister: Schriftsteller bleiben unersetzbar

Digitalisierung eröffne der Buchbranche neuen Chancen

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) hat das Wirken von Schriftstellern gewürdigt. "Obwohl sich das Leseverhalten angesichts der Digitalisierung deutlich verändert hat, kommt dem Lesen als einer der entscheidenden Kulturtechniken mindestens die gleiche Bedeutung wie vor rund 20 Jahren zu", sagte der Minister beim Bundeskongress des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Aschaffenburg zum 50-jährigen Bestehen der Organisation. Bei allen Herausforderungen eröffne die Digitalisierung der Buchbranche neue Chancen. Das gelte für den Recherche- und Schreibprozess der Autoren, die Verlagsarbeit und die Interaktion mit den Lesern.

Israels Präsident gratuliert Berlinale-Sieger Nadav Lapid

Protagonist von "Synonyme" will seine israelische Vergangenheit hinter sich lassen

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat dem israelischen Regisseur Nadav Lapid zur Auszeichnung seines Filmes "Synonyme" mit dem Goldenen Bären gratuliert. "Man muss nicht mit allen Perspektiven in dem Film übereinstimmen, um die Wichtigkeit des mutigen, klugen und schönen israelischen Kinos anzuerkennen, das internationale Wertschätzung erfährt", hieß es in einer Mitteilung Rivlins. "Es war und bleibt eine Quelle großen Stolzes." Lapids Drama "Synonyme" hatte bei der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen. Der Film handelt von einem jungen Israeli, der nach Paris zieht und seine israelische Identität hinter sich lassen will.

Drama "Synonyme" gewinnt den Goldenen Bären

Auch das deutsche Kino kann die Jury überzeugen.

Das Drama "Synonyme" über einen jungen Israeli hat bei der Berlinale überraschend den Goldenen Bären gewonnen. Regisseur Nadav Lapid erzählt darin die Geschichte eines Mannes, der in Paris seine israelischen Wurzeln hinter sich lassen möchte. Den Gewinner des Hauptpreises gab Jurypräsidentin Juliette Binoche bekannt. Es ist das erste Mal, dass ein Regisseur aus Israel den Goldenen Bären gewinnt. Auch deutsche Kandidaten waren bei den 69. Internationalen Filmfestspielen erfolgreich. So ging der Silberne Bär für die beste Regie an Angela Schanelec. Die 57-Jährige erzählt in "Ich war zuhause, aber" davon, wie eine Mutter mit dem Tod ihres Partners umgeht. Das Drama "Systemsprenger" der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt bekam den Alfred-Bauer-Preis. Den Großen Preis der Jury holte am Samstagabend der französische Regisseur François Ozon mit "Gelobt sei Gott" über Missbrauch in der katholischen Kirche. Als beste Darsteller wurden die Chinesen Yong Mei und Wang Jingchun ausgezeichnet: Sie spielen in "So Long, My Son" ein Ehepaar, dessen Schicksal über 30 Jahre hinweg begleitet wird.

Gebäude der St. Petersburger Uni stürzt ein

Keine Schwerverletzten und keine Todesopfer

Während der Lehrverstaltungen sind Teile eines Gebäudes der Universität in der russischen Stadt St. Petersburg eingestürzt. Dutzende Studenten und Mitarbeiter seien für kurze Zeit eingeschlossen worden, teilte der Zivilschutz der Ostseemetropole mit. Knapp 90 Menschen konnten aus dem zerstörten Gebäude gerettet werden. Niemand sei ersten Erkenntnissen zufolge schwer verletzt worden, es gebe auch keine Todesopfer. Wie es zu dem Einsturz kommen konnte, war zunächst unklar. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie sich innerhalb weniger Sekunden an Wänden Risse bildeten und diese einknickten. Mindestens vier Stockwerke brachen ein. Das Gebäude gehört zur staatlichen Universität für Informationstechnologien, Mechanik und Optik Sankt Petersburg (ITMO) und liegt im historischem Zentrum der Millionenstadt. In einem der Stockwerke sollen unmittelbar vor dem Einsturz kleinere Reparaturarbeiten vorgenommen worden sein. Die Behörden ermittelten, ob dabei alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.

Trauer um Schauspieler Bruno Ganz

"Sein fulminantes Werk bleibt"

Mit Trauer und Betroffenheit haben Kultur und Politik auf den Tod des Schweizer Schauspielers Bruno Ganz reagiert. Der Schweizer Bundespräsident Alain Berset erklärte in einer Mitteilung: "Selbst in den boshaften Rollen schimmert bei Bruno Ganz und seinen Charakteren immer Menschlichkeit durch. Das macht sein Wirken und Werk so bedeutsam, weil es differenziert und dadurch verstörend wirkt. Er spielte die Rolle nicht, er lebte sie." Der Leiter der Berliner Filmfestspiele, Dieter Kosslick, erinnerte an eine "wunderbare Zusammenarbeit" mit Ganz. "Wir trauern um den großen Bruno Ganz", twitterte die Berliner Schaubühne. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat den verstorbenen Darsteller Bruno Ganz als einen "der bedeutendsten Schauspieler unserer Zeit" gewürdigt. "Sein fulminantes Werk bleibt", erklärte Maas im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Feuer beschädigt Museumsschiff "Seute Deern"

Es galt als Wahrtzeichen von Bremerhaven

Ein Feuer hat in der Nacht zum Samstag das Museumsschiff "Seute Deern" in Bremerhaven beschädigt, das als Wahrzeichen der Stadt gilt. Menschen wurden bei dem Brand auf dem knapp 100 Jahre alten Holzschiff nicht verletzt, wie das Deutsche Schifffahrtsmuseum mitteilte. Weder Brandursache noch Schadenshöhe waren zunächst bekannt. Brandermittler der Kriminalpolizei wollen am Montag Untersuchungen aufnehmen, wenn die Feuerwehr das Schiff dafür freigegeben hat. Der Brand war in einem Hohlraum zwischen Außen- und Innenwand ausgebrochen. Die 1919 in den USA gebaute "Seute Deern" war bereits vor dem Brand sanierungsbedürftig. Der Bund beteiligt sich mit 17 Millionen Euro an der Instandsetzung, die ursprünglich 32 Millionen Euro kosten sollte.

Scheidender Berlinale-Chef Dieter Kosslick gewürdigt

Grütters: Kosslick hat Blick für Zustand der Welt geschärft

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den scheidenden Berlinale-Chef Dieter Kosslick als "wahren Filmhelden" gewürdigt. Kosslick habe "mit couragierter Standhaftigkeit der Freiheit der Kunst eine Bühne und verfolgten Künstlerinnen und Künstlern eine Kinoleinwand geboten", sagte die CDU-Politikerin. Sein Engagement habe einer Filmkunst gegolten, "die den Blick für den Zustand der Welt schärft". Unter Kosslick habe sich die Berlinale zum größten Publikumsfestival unter den renommierten Festivals entwickelt. Kosslick hat die Internationalen Filmfestspiele Berlin 18 Jahre lang geprägt. Seine Nachfolger sind Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, die als Doppelspitze die Leitung übernehmen.

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