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In Concert / Archiv | Beitrag vom 19.03.2018

Benjamin ClementineTiefer Schmerz im Konzerthaus

Moderation: Matthias Wegner

Der britische Sänger und Pianist Benjamin Clementine bei einem Auftritt in Ostrava in der Tschechischen Republik am 21. Juli 2017 (Jaroslav Ozana / CTK /  dpa)
Der britische Sänger und Pianist Benjamin Clementine (Jaroslav Ozana / CTK / dpa)

Innerhalb weniger Jahre hat sich der Brite Benjamin Clementine ein Riesen-Publikum erspielt. Vor zwei Jahren gastierte er noch in kleinen Clubs, mittlerweile füllt er spielend große Konzerthäuser, wie die Elbphilharmonie in Hamburg oder die Philharmonie in München.

Mit seinem 2015 erschienenen Debüt-Album "At Least for now" hat Clementine bereits angedeutet, was in ihm steckt. Mittlerweile ist er noch einen großen Schritt weiter. Das aktuelle Album "I tell a fly" ist ein Konzept-Album, auf dem sich Benjamin Clementine als reflektierender Erzähler und Performer mit gesellschaftspolitischer Dimension präsentiert.

Auf der Bühne bekommt dieses Programm noch eine weitaus stärkere Intensität. Clementines Klavierspiel ist nicht hochvirtuos, dafür sehr charakteristisch und unterstreicht seinen künstlerischen Ausdruck. Auf der Bühne wirkt Clementine interessanterweise zugleich verletzlich und stolz, erinnert in seiner Aura auffallend stark an die afroamerikanische Pianistin und Sängerin Nina Simone.

Der tief empfundene Schmerz scheint eine große Antriebsfeder seiner Musik zu sein. Unberührt lässt Benjamin Clementine wohl niemanden.

Benjamin Clementine & Band
Philharmonie, München
Aufzeichnung vom 19. November 2017

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