Freitag, 24.01.2020
 

Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.02.2014

Benjamin Britten zum 100. Geburtstag

Live aus dem Gewandhaus zu Leipzig

Gewandhaus in Leipzig (AP Archiv)
Gewandhaus in Leipzig (AP Archiv)

Die Uraufführung der Oper "Peter Grimes" von Benjamin Britten 1945 an der Sadlers Wells Opera in London war ein Nationalereignis und begründete den Ruhm des Komponisten als "Orpheus Britannicus". Das Werk gibt eine realistische Schilderung vom harten Leben der Fischer im frühen 19. Jahrhundert. Selbst in unmittelbarer Nähe des Meeres an der Ostküste Englands aufgewachsen, wollte Britten seiner Achtung "vor dem ewigen Daseinskampf der Männer und Frauen Ausdruck geben, deren Lebensunterhalt von der See abhängt".

Gleichsam von Meeresluft erfüllt sind die instrumentalen Zwischenspiele; mit impressionistischen Mitteln spiegeln sie die wechselnde Atmosphäre an der Küste wider und geben eine Ahnung von den seelischen Spannungen der handelnden Personen. Unter dem Titel "Four Sea Interludes" haben sie, wie auch die Passacaglia aus der zweiten Szene des 2. Aktes, Eingang in den Konzertsaal gefunden.

"Viel mit Mendelssohn zusammen", vermerkte Robert Schumann 1835 in seinem Tagebuch. Erst kurz zuvor war Felix Mendelssohn in Leipzig eingetroffen, um das Amt des Gewandhauskapellmeisters anzutreten. Die Jahre, die die beiden so unterschiedlichen und doch gleichermaßen bedeutenden Männer in unserer Stadt verbrachten, gehörten zu den wichtigsten ihres Lebens.
 
Angespornt durch den Erfolg seiner "Frühlingssinfonie", die Mendelssohn am 31. März 1841 im Gewandhaus uraufgeführt hatte, nahm Schumann sogleich weitere Orchesterwerke in Angriff, und noch im selben Jahr, am 6. Dezember 1841, wurde seine Zweite Sinfonie im Gewandhaus aus der Taufe gehoben. Dem Publikum gefiel sie, der Komponist aber fand, er habe diesmal nicht "den großen Beifall" gehabt wie bei seiner Ersten Sinfonie. Im Jahr 1853 stellte er das Werk mit neuer Instrumentierung als seine Vierte Sinfonie der Öffentlichkeit vor.

Mit keiner seiner Sinfonien hat sich Mendelssohn so lange beschäftigt wie mit der "Schottischen". Die erste Idee für dieses Werk empfing er im Jahr 1829 während seines ersten Aufenthaltes in Großbritannien, der auch eine Reise nach Schottland einschloss. Unter dem Eindruck der Überreste des königlichen Palastes in Holyrood, "wo Maria Stuart gelebt und geliebt hat", brachte er eine Particell- Skizze von sechzehn Takten zu Papier und teilte der Familie daheim mit: "Ich glaube, ich habe heut da den Anfang meiner Schottischen Symphonie gefunden.“ Aber das so hoffnungsvoll begonnene Werk blieb viele Jahre liegen; erst Anfang 1842 wurde es vollendet und wenig später im Gewandhaus uraufgeführt.
 

Live aus dem Gewandhaus zu Leipzig

Benjamin Britten
Four Sea Interludes op. 33a aus der Oper "Peter Grimes"

Robert Schumann
Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120
(Erstfassung von 1841)

ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten
Von Christoph Wolff zu John Eliot Gardiner – Wechsel am Bach-Archiv Leipzig
Von Claus Fischer

Benjamin Britten
Passacaglia op. 33b aus der Oper "Peter Grimes"

Felix Mendelsson Bartholdy
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56
("Schottische")

Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Sir John Eliot Gardiner

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