Freistil, vom 01.11.2020, 20:05 Uhr

Bekenntnisse eines ThanatologenDoktor Prein und der Tod

Von Günter Kaindlstorfer

„Wer zu sterben gelernt hat, den drückt kein Dienst mehr”, postulierte der französische Philosoph Michel de Montaigne. Eine tiefgründige Einsicht - aber eine, der die wenigsten Menschen zu folgen vermögen. Der österreichische Thanatologe Martin Prein gibt daher „Letzte-Hilfe-Kurse“.

Sonnenuntergang am Strand von Rerik. (imago  / Rolf Zöllner)
Letzte-Hilfe-Kurse können helfen, den Abschied vom Leben zu erleichtern. (imago / Rolf Zöllner)

„Ich weiß nicht, ob man sterben lernen kann”, erklärt Martin Prein. „Mit philosophischen Klimmzügen kann man sich vieles erdenken, aber das geschieht in der Regel aus sicherer Distanz. Wenn wir einmal selbst betroffen sind, wirklich betroffen, meine ich - als schwerkranke Patientinnen und Patienten oder als Angehörige eines Verstorbenen - stellt sich die Sache in der Regel anders dar. Da verlieren philosophische Tröstungen rasch an Tragkraft.”

Prein beschäftigt sich seit einem Vierteljahrhundert mit dem Thema Tod und dem Umgang mit akut Trauernden. Heute hält er mehrmals wöchentlich Vorträge und Seminare ab - seine „Letzte-Hilfe-Kurse” sind oft monatelang im Vorhinein ausgebucht. Spezialthema des Thanatologen: der Umgang mit dem Thema Tod in einer säkularisierten Welt - und unser tabubehafteter Umgang mit Leichen.

In diesem Feature sucht Günter Kaindlstorfer gemeinsam mit Martin Prein nach Antworten auf die „letzten Fragen” und konfrontiert sich dabei mit Leichen und toten Körpern.

Doktor Prein und der Tod
Bekenntnisse eines Thanatologen
Von Günter Kaindlstorfer

Regie: der Autor
Es sprachen: Markus Hering und Aimie Rehburg
Ton und Technik: Otmar Bergsmann
Redaktion Dlf: Klaus Pilger
Produktion: ORF 2019

Doktor Prein und der Tod. Bekenntnisse eines Thanatologen (PDF)

Doktor Prein und der Tod. Bekenntnisse eines Thanatologen (Textversion)

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