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Kompressor | Beitrag vom 16.05.2019

Behinderte twittern unter @54Kontraste Soziale Medien als "große Erleichterung"

Tanja Kollodzieyski im Gespräch mit Gesa Ufer

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Eine junge Frau mit rosa, grüner und violetter Haarsträhne sitzt in einem Rollstuhl und schaut in die Kamera. (Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de)
Die Literaturwissenschaftlerin Tanja Kollodzieyski nutzt soziale Medien wie Twitter, weil sie dort als Sprachbehinderte problemlos kommunizieren kann. (Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de)

Der Account soll Menschen zusammenbringen, sagt die Initiatorin Tanja Kollodzieyski über das Twitterprojekt 54 Kontraste. Lernen kann man dort, wie das Leben für Behinderte etwas einfacher werden könnte.

Tanja Kollodzieyski ist Literaturwissenschaftlerin und Social-Media-Beraterin. Auf Twitter ist sie als @RolliFraeulein unterwegs. Dass sie dieses Medium nutzen kann, sei für sie "eine große Erleichterung, sagt sie im Deutschlandfunk Kultur. Denn Kollodzieyski hat eine Sprachbehinderung. In den sozialen Medien könne sie ihre Anliegen ohne Probleme mitteilen und mit Menschen in Kontakt treten. 

Damit auch andere von der Nutzung sozialer Medien profitieren, hat sie den Account @54Kontraste ins Leben gerufen. 

54 behinderte Menschen twittern dort 54 Wochen lang über Ansichten und Themen aus ihrem Leben. Oft geht geht um die persönliche Situation in der Schule. Zum Beispiel darum, dass Handschriften von technischen Hilfsgeräten nicht entziffert werden können.

Anlaufstelle, um Fragen loszuwerden

Der Account solle Menschen zusammenbringen und helfen Berührungsängste abzubauen, sagt die Initiatorin.

Besonders beliebt seien Tweets, die Verbesserungen anregen, wie Menschen das Leben für Menschen mit Behinderung erleichtern können, sagt Kollodzieyski. Der Account sei aber auch eine Anlaufstelle, um Fragen loszuwerden. Außerdem gehe es um "Sichtbarkeit".

"Wir wollen zeigen, dass es nicht 'die' Behinderten gibt, sondern dass wir alle eigenständige Persönlichkeiten sind und dass wir auch andere Themen und Interessen haben als nur unsere Behinderung", sagt die Literaturwissenschaftlerin.

(huc)

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