Seit 14:05 Uhr Religionen
Sonntag, 17.10.2021
 
Seit 14:05 Uhr Religionen

Kulturnachrichten

Samstag, 14. November 2020

Beethoven-Brief für 275.000 US-Dollar versteigert

Ein Brief des Komponisten Ludwig van Beethoven ist in den USA für 275.000 Dollar versteigert worden - und hat damit mehr als viermal so viel eingebracht wie vom Auktionshaus zuvor erwartet. Es handele sich um einen der höchsten Preise, die in den vergangenen Jahren für ein Schriftstück des Komponisten erzielt wurden, teilte das Auktionshaus Heritage Auctions im texanischen Dallas mit. In dem Brief bittet Beethoven einen Herrn von Baumann um die Rückgabe der Noten eines Klaviertrios und verspricht, diese innerhalb weniger Tage gemeinsam mit einer Violinsonate wieder zurückzugeben. Das Schriftstück sei schon ein wenig zerknickt und vergilbt, aber insgesamt in gutem Zustand, urteilt das Auktionshaus.

EU-Ministerrat will Verschlüsselung umgehen

Der Europäische Ministerrat plant gegen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Messengern vorzugehen. Das geht aus einem Resolutions-Entwurf des Rats hervor, den der ORF veröffentlichte. Mit einer Art „Generalschlüssel" sollen Behörden Zugang zu allen Chats bekommen. Die Absprachen seien bereits so weit fortgeschritten, dass das Papier Anfang Dezember verabschiedet werden könnte. Ob sich dafür auch im EU-Parlament eine Mehrheit finden ließe, ist allerdings fraglich. Zahlreiche Politiker, Datenschützer und Wirtschaftsvertreter kritisieren das Vorhaben. Die Aushebelung der Verschlüsselung biete keine zusätzliche Sicherheit, unterwandere aber die Grundrechte.

Marion Poschmann bekommt Bremer Literaturpreis

Die Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis. Die Auszeichnung werde ihr im Januar im Bremer Rathaus für ihren Gedichtband "Nimbus" verliehen, teilte die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung mit. Der Gedichtband überführt die Tradition der Naturlyrik in das Zeitalter von Klimawandel und Artensterben. "Ihre Gedichte fügen Kindheitserinnerungen, präzise Gegenwartsbeobachtung und historische Wissensspeicher zu Naturbildern zusammen, die durch ihren Reichtum an Details bestechen", heißt es in der Jurybegründung. Der Förderpreis zum Bremer Literaturpreis wird der Autorin Jana Volkmann für ihren Roman "Auwald" verliehen. Er ist mit ist mit 6.000 Euro dotiert.

Archäologen finden Dutzende altägyptische Särge

In der Totenstadt Sakkara bei Kairo haben Archäologen erneut Dutzende gut erhaltene Sarkophage aus altägyptischer Zeit entdeckt. Insgesamt handele es sich um mehr als 100 Särge, die geschlossen gewesen seien, sagte der ägyptische Antikenminister Chalid al-Anani. Zu dem Fund zählten auch rund 40 Statuen. Dem Minister zufolge stammen die Särge aus der Spätzeit des Alten Ägypten vor rund 2500 Jahren und der nachfolgenden ptolemäischen Zeit. Ägypten hatte in diesem Jahr bereits zweimal spektakuläre Funde in Sakkara bekannt gegeben. Dem Minister zufolge können die Archäologen an dem Ort auf weitere Entdeckungen hoffen. Ausgestellt werden sollen die Särge unter anderem im Großen Ägyptischen Museum, das derzeit an den Pyramiden von Giseh gebaut wird. Es soll nächstes Jahr für Besucher öffnen und nach Angaben der Betreiber die dann größte archäologische Sammlung der Welt beherbergen.

Umfrage zu sexueller Belästigung auf Schweizer Bühnen

In einer Schweizer Umfrage haben über 200 darstellende Künstlerinnen und Künstler angegeben, in den vergangenen zwei Jahren sexuell belästigt worden zu sein. Der Schweizerische Bühnenkünstlerverband teilte mit, dass fast 80 Prozent der Teilnehmenden angegeben hätten, ein oder mehrere negative Erlebnisse gehabt zu haben. Am häufigsten sei von verbalen Belästigungen berichtet worden. Als Reaktion richtete der Verband eine anonyme Meldeplattform auf seiner Internetseite ein. Geschäftsführerin Salva Leutenegger erklärte, in den USA habe die "Me Too"-Welle für nachhaltige Änderungen in den Köpfen gesorgt. In der Schweiz sehe es dagegen vielerorts noch schlecht aus, so Leutenegger.

Fakultät geht Verdacht sexuellen Fehlverhaltens nach

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen geht dem Verdacht sexuellen Fehlverhaltens in ihren eigenen Reihen nach. Wie aus einer Email des Dekanats hervorgeht, soll es "in den vergangenen zehn Jahren zu sexuellen Grenzverletzungen und zu emotionalem Missbrauch gekommen" sein. Dekan Matthias Möhring-Hesse ruft gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten von Fakultät und Universität Betroffene auf, sich an sie zu wenden. Auch wer sich als Beschuldigter angesprochen fühle, wird gebeten, sich mit Möhring-Hesse in Verbindung zu setzen. Eindringlich wird in der Email davor gewarnt, ehemalige Kommilitonen oder Kollegen auf diese Email hin unter Druck zu setzen. Der SWR hatte zuerst berichtet. Dekan Möhring-Hesse tausche sich nach eigenen Angaben fortlaufend mit Universitätsrektor Bernd Engler über die weitere Entwicklung aus.

Kinobetreiber fordern mehr Unterstützung

In einer gemeinsamen Erklärung haben Kinobetreiber und die Gewerkschaft verdi von der Bundesregierung mehr Unterstützung in der Coronakrise gefordert.
Bei den Hilfsprogrammen müssten alle Kinos berücksichtigt werden, unabhängig von Größe und Mitarbeiterzahl. In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass insbesondere Kinoketten und Betreiber mehrerer Kinos im Gegensatz zu anderen von Betriebsschließungen betroffenen Branchen „so gut wie gar nicht" von staatlichen Förderungen, Erstattung von Umsatzausfällen und dem Schutz vor Mietstreitigkeiten profitierten. Außerdem bedürfe es langfristig eines Rettungschirms um Umsatzeinbrüche und Fixkosten zu decken. Nur dann könne das Kulturgut Kino mit einer flächendeckenden Kinolandschaft erhalten bleiben.

Aldo Tambellini mit 90 Jahren gestorben

Der Maler, Bildhauer und Multimedia-Künstler Aldo Tambellini ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Tambellini gilt als Pionier der elektronischen Kunst und erregte in der New Yorker Lower East Side-Kunstszene der frühen 60-er Jahre Aufsehen mit interdisziplinären Multimedia-Performances. Zudem gründete er Kinos in denen ausschließlich Avantgarde- und experimentelle Filme gezeigt wurden. Dadurch bereitete er den Weg für Künstler wie Kenneth Anger, Charlotte Moorman und Nam June Paik. Durch Tambellonis Tod habe man einen Titanen verloren, sagte der Kurator Stuart Comer vom MoMA in New York. Die Londoner Tate Modern hatte zuletzt 2012 eine Retrospektive zu Tambellinis Werk gezeigt.

Pandemie gefährdet Agenda 2030-Ziele

Die deutsche Unesco-Kommission hat vor den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung gewarnt. Schon nach wenigen Monaten der Pandemie habe es weltweit erhebliche Rückschritte gegeben, erklärte die Kommission. Insbesondere im Bildungsbereich sei zu befürchten, dass sich bestehende Ungleichheiten weiter verschärfen. Zu den 17 Zielen der weltweiten Agenda 2030 gehören unter anderem keine Armut und kein Hunger, Bildung, Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit, sauberes Wasser, saubere Energie, Maßnahmen für Klimaschutz und Frieden. Die Kommission rief dazu auf, aus der Pandemie zu lernen und die globalen Ziele nachhaltiger zu verfolgen. Die bisherigen Anstrengungen seien unzureichend. Für die Lösung globaler Krisen seien vor allem multilaterale Verantwortung und Zusammenarbeit statt Abschottung und nationale Alleingänge nötig. Die Kommission rief den Bundestag und die Länder dazu auf, multilaterale Organisationen und Völkerrechtsabkommen weiter zu stärken. Nötig seien zudem gesellschaftlicher Zusammenhalt, Solidarität und gegenseitiges Vertrauen.

Knabenchöre werben um Nachwuchs

46 Knabenchöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich zusammengeschlossen, um auf ihre Nachwuchssorgen aufmerksam zu machen. Die Corona-Krise stelle eine immense Herausforderung für die Chöre dar, teilten die Regensburger Domspatzen mit. An diesem Samstag treten die Chöre unter dem Hashtag #KulturGutKnabenchor in den sozialen Netzwerken auf. Durch die aktuellen Corona-Auflagen seien Proben nicht in normaler Besetzung möglich, Stimmbildung könne nur als Fernunterricht angeboten werden, Konzerte entfielen und Nachwuchswerbung könne nur begrenzt betrieben werden. Besonders problematisch sei es, dass die Talentsuche in den Grundschulen derzeit völlig entfalle, sagte Martin Lehmann, Chorleiter des Windsbacher Knabenchores, dem Evangelischen Pressedienst.

Weitere Hilfen für Solo-Selbstständige

Die Bundesregierung will Solo-Selbstständige, etwa aus dem Kunst- und Kulturbereich, in der Corona-Krise verstärkt unterstützen. Unter anderem sei eine einmalige Pauschale von bis zu 5000 Euro als Neustarthilfe geplant. Dies solle jenen helfen, die kaum Betriebskosten hätten und daher bei den bisherigen Hilfen zumeist leer ausgingen. Das Geld werde einmalig für die sieben Monate Dezember bis Juni 2021 gezahlt und nicht auf Leistungen aus der Grundsicherung angerechnet.

Kinder- und Jugendbuchpreis für Anne Gröger

Die Stadt Oldenburg hat Anne Gröger mit ihrem Kinder- und Jugendbuchpreis 2020 ausgezeichnet. Er werde an die Autorin übergeben, sobald die Pandemieentwicklung dies zulässt. Gröger erhalte die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr Kinderbuchmanuskript mit dem Arbeitstitel "Hallo, ich bin der kleine Tod!", wie die Stadt mitteilte. Darin geht es um eine kleine Gestalt namens Frida im schwarzen Umhang und mit Sense, die sich dem an einer Autoimmunkrankheit leidenden Samuel vorstellt. Das Mädchen fordert den erkrankten Jungen auf, ihr das Leben zeigen. Denn das gehöre zu ihrer Ausbildung, um einmal "Der große Tod" zu werden. Sie verschweigt Samuel, dass es ihre große Prüfung sein wird, ihn zu holen. Wie Gröger den beiden Protagonisten Leben einhaucht ist bezaubernd und ernsthaft zugleich, hieß es in der Preis-Begründung.

Filmpreis "Globale Perspektiven" erstmals verliehen

Filmemacher aus Afghanistan, Österreich und Deutschland haben den erstmals vergebenen Filmpreis Globale Perspektiven erhalten. Ausgezeichnet wurde der Filmemacher Aboozar Amini für seine Dokumentation "Kabul, City in the Wind". Mit dem zweiten Preis wurde die Österreicherin Manu Luksch für ihren experimentellen Kurzfilm "Algo-Rhythm" geehrt, der eine im Senegal spielende Hip-Hop-Komödie ist. Dritter im Bunde ist der in Bangladesch geborene und in Deutschland lebende Shaheen Dill-Riaz. "Bamboo Stories" zeigt Männer, die in seiner Heimat Bambus fällen und über 3000 Kilometer verschiffen. Stifter des Preises sind neben der Filmemacherin Navina Sundaram christliche Hilfsorganisationen.

Museumsverband fordert Sonderkonditionen

Der Museumsbund trommelt weiter für die baldige Öffnung der Häuser. Präsident Köhne kritisierte, dass in den Beschlüssen zu den coronabedingten Schließungen im November Museen nicht erwähnt wurden, sondern pauschal zu den "Freizeiteinrichtungen" gerechnet wurden. Das sei nicht hinnehmbar, so Köhne. Museen seien wie Schulen als Bildungseinrichtung zu behandeln. Der Deutsche Museumsbund begrüße grundsätzlich auch die Idee, Schulklassen in den Museen zu unterrichten.

Kulturnachrichten hören

November 2018
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 1 2

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur