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Lesart / Archiv | Beitrag vom 01.10.2014

Bedrohungsgefühl"Die Angst gehört zum deutschen Kulturgut"

Soziologe Heinz Bude über das innere Gefüge der Gesellschaft

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In einer langen Schlange warten Bedürftige in der Tafel der Stephanusgemeinde in Wiesbaden (Hessen) am 13.12.2012 auf die Ausgabe von Lebensmitteln. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Die Angst greift um sich: vor Armut, sozialem Abstieg oder Kriminalität und Terror (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Wir sind weltweit als Angsthasen bekannt und das kommt nicht von ungefähr. Die Furcht gehört zum deutschen Kulturgut, sagt der Soziologe Heinz Bude. In seinem neuen Buch "Gesellschaft der Angst" blickt er uns tief ins Innere.

Der Soziologe Heinz Bude hat die Angst vor allem in der deutschen Mittelschicht gefunden: "Die allermeisten Eltern glauben, dass es ihren Kindern nicht mehr so gut gehen wird wie ihnen selbst." Die Idee, "dass man den Statuserfolg in der Familie in der Generationenfolge weitergeben könnte - diese Idee wird schwächer und schwächer". Vielfach herrsche deshalb eine "Atmosphäre der Verbitterung", so Bude im Deutschlandradio Kultur.

Die weltweiten Konflikte und die Bedrohung durch den Terrorismus tun Bude zufolge ihr Übriges. Hier handele es sich zwar weniger um eine konkrete Angst, sondern eher um ein Gefühl der Mulmigkeit.  Auch hier sei das grundlegende Gefühl jedoch ein "Schwimmen in der Orientierung".

Heinz Bude: Gesellschaft der Angst
Hamburger Edition, Hamburg 2014
150 Seiten, geb., 16 Euro

Mehr zum Thema:

Sachbuch - Auf Angst können sich alle einigen
(Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 22.09.2014)

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