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Konzert / Archiv | Beitrag vom 19.06.2021

Bayerische Staatsoper München: "Der Freischütz"Teuflischer Pakt für Happy End

Moderation: Stefan Lang; Gast: Dirigent Antonello Manacorda

Ein weiß gekleideter Bräutigam zielt auf einen Gast, der vor der Braut auf dem Boden sitzt, während andere Hochzeitsgäste die Szene beobachten. (Bayerische Staatsoper München / Wilfried Hösl)
Der Freischütz: Pavel Černoch (Max), Golda Schultz (Agathe), Kyle Ketelsen (Kaspar), Ensemble und Chor der Bayerischen Staatsoper. (Bayerische Staatsoper München / Wilfried Hösl)

Es sind magische Kugeln, die den Plot der Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber dominieren. Seit der Uraufführung vor 200 Jahren ist das Werk stetig präsent. Die Inszenierung der Bayerischen Staatsoper München dirigiert Antonello Manacorda.

Ein einziger Probeschuss entscheidet über eine glückliche Zukunft des Jägerburschen Max. Trifft er, so darf er – nach altem Brauch – seine geliebte Agathe zur Frau nehmen und erbt nebenbei eine Försterei. Verfehlt er jedoch sein Ziel, verliert er auf einen Schlag alles.

Da ist es ein Leichtes für seinen Nebenbuhler Kaspar, ihn in einen Pakt mit dem Teufel zu verwickeln – zumal er eine todsichere Lösung parat hat. Sieben Freikugeln darf Max in der Wolfsschlucht gießen, die ihr Ziel niemals verfehlen…

Im neuen Haus in Berlin uraufgeführt

Vor 200 Jahren wurde der Freischütz in Berlin uraufgeführt. Am 18. Juni 1821 im neu errichteten Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, dem heutigen Konzerthaus.

Was für eine Zeit: Europa ist dabei, sich neu zu ordnen, neu zu formieren – Preußen gegen Napoleon. Auf der Bühne boomt als Reaktion auf die aufgewühlten Zeiten die romantisch verklärte Grusel- oder Schauergeschichte. 

Carl Maria von Weber hatte also auf das richtige Sujet gesetzt: Er hatte das Thema in einem Gespensterbuch gefunden. All das ist vorhanden, was ich brauche, meinte er – es ist romantisch und auch mystisch, der deutsche Wald spielt eine Rolle – die fidele Jägerzunft wird porträtiert und die finsteren Mächte werden beschworen.

Wegmarke in der Operngeschichte

Webers Partitur ist volksnah, um nicht volkstümlich zu sagen. Er hat mit dem Freischütz Operngeschichte geschrieben. Hier wird der Wunsch der Deutschen nach kultureller Identität zum Thema der Oper.

Der Dirigent Antonella Manacorda erläutert zwischendurch seine eigene Sicht auf die Oper und berichtet von seiner Arbeit an dem Werk.

Antonello Manacorda steht im Anzug vor der Kamera und lässt Taktstock zwischen seinen Händen schweben. (Antonello Manacorda / Nikolaj Lund)Der Dirigent Antonello Manacorda setzt immer mehr aufs Operndirigat. (Antonello Manacorda / Nikolaj Lund)
Aufzeichnung vom 13.02.2021 aus der Bayerischen Staatsoper München

Carl Maria von Weber
"Der Freischütz"
Große romantische Oper in drei Aufzügen auf ein Libretto von Johann Friedrich Kind

Ottokar, böhmischer Fürst – Boris Prýgl, Bariton
Kuno, Erbförster – Bálint Szabó, Bass
Agathe, seine Tochter – Golda Schultz, Sopran
Ännchen, eine junge Verwandte – Anna Prohaska, Sopran
Kaspar, 1. Jägerbursche – Kyle Ketelsen, Bass
Max, 2. Jägerbursche – Pavel Černoch, Tenor
Ein Eremit – Tareq Nazmi, Bass
Kilian, ein reicher Bauer – Milan Silijanov, Bariton
Brautjungfern:
Eliza Boom, Sopran
Sarah Gilford, Sopran
Daria Proszek, Sopran
Yajie Zhang, Sopran

Chor der Bayerischen Staatsoper
Bayerisches Staatsorchester
Leitung: Antonello Manacorda

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