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Kulturnachrichten

Freitag, 13. Juli 2018

Bayer hält an Verkauf von "Mars"-Statuette fest

"Über den Verkauf geeinigt"

Der Pharmakonzern Bayer hält trotz einer Bitte von Kulturstaatsministerin Monika Grütters um eine Schenkung oder Dauerleihgabe am Verkauf der "Mars"-Skulptur nach Dresden fest. "Wir haben uns mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden einvernehmlich über einen Verkauf geeinigt" und man habe deren Angebot angenommen, teilte das Unternehmen mit. Man halte sich an die Vereinbarung und die getroffenen Zusagen, "die übrigens unter Mitwirkung der Ministerin entstanden sind". Grütters hatte Bayer-Chef Werner Baumann in einem persönlichen Brief gebeten, die "Mars"-Skulptur doch noch zu schenken. Der Museumsverbund will das Werk von Renaissancebildhauer Giambologna (1529-1608) mit Hilfe mehrerer Geldgeber kaufen. Grütters hatte darauf verwiesen, dass Bayer den "Mars" einst selbst als Schenkung erhielt und dieser nun aus Steuergeldern bezahlt werden müsse. Der Konzern hatte die Bronze nach öffentlichem Protest in letzter Minute von einer Sotheby's-Auktion in London Anfang Juli zurückgezogen. Er will nach eigenen Angaben mit dem Erlös in junge Kunst investieren.

Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist tot

Österreicherin bereits beigesetzt

Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. Zuerst hatte der ORF darüber berichtet. Mit Figuren wie "Die feuerrote Friederike" und "Gretchen Sackmeier" hatte Nöstlinger internationale Klassiker geschaffen. Die 1936 geborene Tochter eines Uhrmachers und einer Kindergärtnerin wollte ursprünglich zur bildenden Kunst. Sie studierte Gebrauchsgrafik an der Akademie für angewandte Kunst in Wien und wurde schließlich Hausfrau und Mutter zweier Töchter. Weil sie sich langweilte, zeichnete und schrieb sie "Die feuerrote Friederike“ (1970). Vor allem der Text war so erfolgreich, dass sie sich fortan dem Schreiben widmete. Als eine der ersten deutschsprachigen Jugendbuchautorinnen reflektierte sie in dem autobiografischen Roman "Maikäfer, flieg" (1973) und dem Nachfolger "Zwei Wochen im Mai" (1981) Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit.

Intendantin des Tanztheaters Wuppertal muss gehen

Konflikt zwischen Adolphe Binder und Geschäftsführung eskaliert

Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch muss sich eine neue künstlerische Chefin suchen. Der Beirat des Tanztheaters beschloss am Freitag, sich von Adolphe Binder zu trennen, wie es in einer Erklärung des Gremiums hieß. Die Entscheidung sei "leider notwendig geworden, um die Handlungsfähigkeit dieser einzigartigen kulturellen Einrichtung wiederherzustellen", schrieb der Beirat. Konkrete Angaben zu den Gründen der Trennung machte das Gremium jedoch nicht. In den vergangenen Tagen war ein Konflikt zwischen der Geschäftsführung und Binder bekannt geworden. Einer der Vorwürfe an Binder lautete, dass es noch keinen Spielplan für die nächste Saison gegeben habe. Die Tanzkritikerin Elisabeth Nehring hatte im Interview mit Deutschlandfunk Kultur aber berichtet, der Spielplan habe vorgelegen, sei jedoch nicht abgenommen worden. Eigentlich hätte der Vertrag der 49-jährigen Binder bis zum Sommer 2022 gegolten.

Petition gegen den Kunstbegriff der AfD

Grünen-Politiker hat bereits 100 Erstunterzeichner gesammelt

Politiker und Künstler haben eine Petition für Kunstfreiheit initiiert. Sie heißt "Brüsseler Erklärung" und ist auf der Kampagnenplattform Change.org einzusehen. Sie richtet sich gegen den Kunstbegriff der AfD. Die Partei hatte gefordert, Kunst und Kultur künftig nur noch dann unterstützen, wenn sie sich "Volk und Nation" verschreibe. Der Initiator der Petition ist der Bundestagsabgeordnete Erhard Grundl, kulturpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. Die "Brüsseler Erklärung" haben bereits mehr als 100 Erstunterzeichner unterschrieben, darunter Schauspieler Hape Kerkeling, der Schriftsteller Wladimir Kaminer und Olaf Zimmermann, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates.

Antiker Kultbau in Rom entdeckt

Prachtvoller Bau möglicherweise eine christliche Kirche

Nahe der Milvischen Brücke in Rom ist ein antiker Komplex von Gräbern und einem prachtvoll ausgestatteten Kultbau entdeckt worden. Die vermutlich Mitte des 4. Jahrhunderts errichtete Anlage liegt nahe der Stätte, an der Kaiser Konstantin im Jahr 312 eine Entscheidungsschlacht gegen seinen Mitherrscher Maxentius gewann. Ob es sich bei Kultbau um eine christliche Kirche handelt, ist laut Archäologen bei der Vorstellung der Ausgrabung am Freitag unklar. Der Bau ist ein rechteckiger Raum und eine Aula mit Apsis, die mit kostbaren Marmordekorationen ausgestattet sind. Seitlich schließen sich zwei Mausoleen sowie mehrere schlichte Einzelgräber an. Die antiken Zeugnisse waren bei Kabelverlegearbeiten an einem Uferweg entdeckt worden und sollen aus konservatorischen Gründen in den kommenden Wochen wieder zugeschüttet werden. 

Julia Klöckner erhält Orden wider den tierischen Ernst

Karnevals-Orden wird seit 1950 verliehen

Bundeslandwirtschaftministerin Julia Klöckner (CDU) erhält im kommenden Jahr den Orden wider den tierischen Ernst. Sie sei eine "verlässliche Verfechterin des Brauchtums Karneval" und eine "gradlinige und meinungsstarke Politikerin", erklärte der Aachener Karnevalsverein. Der Orden wird seit 1950 jährlich in der Karnevalssaison verliehen, häufig geht er an bekannte Politiker. Klöckner reagierte erfreut auf die Auszeichnung. Sie freue sich, dass Humor von Politikern wertgeschätzt werde, erklärte sie. "Eine gewisse wohlwollende Leichtigkeit im Umgang gepaart mit Ernsthaftigkeit in der Sache tut uns allen im Alltag gut." Im vergangenen Jahr ging der Orden an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), der bei der am 16. Februar 2019 geplanten Festsitzung traditionell die Laudatio auf seine Nachfolgerin halten muss.

Vatikan stoppt Heiligsprechung für Bernhard von Baden

Adliger soll im 15. Jahrhundert Ordensfrau nicht per "Wunder" geheilt haben

Der Vatikan hat das Heiligsprechungsverfahren für Bernhard von Baden (1428-1458) vorerst gestoppt. Rom erkannte eine Krankenheilung, die auf Bernhard zurückgehen soll, nicht als "Wunder" an, wie die Diözese zwei Tage vor dem Gedenktag des badischen Landespatrons mitteilte. Zwei unabhängige "gerichtsärztliche Gutachten" hätten die Heilung einer Ordensfrau aus der Baden-Badener Abtei Lichtenthal nicht bestätigt. Das Verfahren ruht nun, bis Freiburg ein neues, ebenfalls Bernhard von Baden zugesprochenes Wunder zur Prüfung in Rom vorlegt. In Baden-Baden im Jahr 1428 geboren, gab der junge Bernhard seine Herrschaftsansprüche an seinen älteren Bruder ab und widmete sich stattdessen der Armen- und Krankenfürsorge. Er starb 1458 bei einer diplomatischen Mission im oberitalienischen Moncalieri im Alter von nur 30 Jahren an der Pest. Bernhards Grab in Italien entwickelte sich rasch zu einem Wallfahrtsort. Auch hier sollen sich Wunderheilungen ereignet haben.

Findungskommission sucht neuen Documenta-Leiter

Kommission hat bis Anfang 2019 Zeit, neuen Documenta-Leiter zu finden

Die Suche nach einem neuen künstlerischen Leiter für die nächste documenta beginnt. Die Findungskommission für die 15. Ausgabe der weltweit bedeutendsten Schau für moderne Kunst stehe, teilte die Documenta mit. Dazu wurden nun acht Kunstschaffende aus aller Welt benannt. Sie sollen bis Anfang 2019 die neue künstlerische Leitung aussuchen, die traditionell zu jeder Ausstellung neu bestimmt wird. Die Documenta 15 findet im Jahr 2022 in Kassel statt. Der Findungskommission werden unter anderem der Belgier Philippe Pirotte, Rektor der Frankfurter Städelschule, die Südafrikanerin Gabi Ngcobo, Kuratorin der Berlin Biennale 2018, und Ute Meta Bauer, Gründungsdirektorin des Centre for Contemporary Art in Singapur, angehören. Vorgeschlagen wurden die Mitglieder der Findungskommission von Sabine Schormann, die am 1. November Generaldirektorin der Documenta wird. Die vergangene documenta fand 2017 in Kassel und Athen statt. Sie endete mit einem Defizit, das nach vorläufigen Angaben bei 5,4 Millionen Euro liegt. Daraufhin hatte die Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff ihr Amt aufgegeben.

Architekt Libeskind hält Erstlingswerk für unterschätzt

Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück eines der stärksten Entwürfe Libeskinds

Daniel Libeskind, US-amerikanischer Star-Architekt, hält sein Erstlingswerk, das Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus, für notorisch unterschätzt. "Das Felix-Nussbaum-Haus ist eines meiner liebsten Gebäude, ich glaube, auch eines meiner stärksten", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dass es im Schatten berühmterer Gebäude von ihm regelmäßig übersehen werde, erklärt Libeskind sich so: "Osnabrück ist nicht Berlin: Es ist ein kleiner Ort. Große Projekte in großen Städten werden einfach besser wahrgenommen." Das Museum ist dem Leben und den Bildern des von den Nazis verfolgten jüdischen Malers Nussbaum gewidmet. Er würde es heute genauso wieder bauen, sagte Libeskind über das vor 20 Jahren eröffnete Haus. Zuletzt baute Liebeskind in Deutschland das Zentralgebäude der Leuphana-Universität in Lüneburg, das auch wegen verdoppelter Baukosten Schlagzeilen machte. In New York war er beteiligt an den Entwürfen des Neuen World Trade Centers.

US-Justizministerium geht in Berufung gegen Übernahme-Urteil

Ministerium hatte AT&T aus kartellrechtlichen Gründen verklagt

Der Streit über den Kauf der CNN-Mutter Time Warner durch den Telekomkonzern AT&T geht in eine neue Runde. Das US-Justizministerium kündigte an, gegen ein Urteil in Berufung zu gehen, mit dem die 85 Milliarden Dollar schwere Übernahme genehmigt wurde. Das Ministerium hatte AT&T aus kartellrechtlichen Gründen verklagt, unterlag jedoch in dem Prozess. Nach Darstellung der Behörde würde der Zusammenschluss den Verbrauchern schaden. Auch US-Präsident Donald Trump hat sich gegen den Kauf ausgesprochen. AT&T zeigte sich von der Entscheidung überrascht. Das Urteil sei sorgfältig, tatsachenbezogen und gut begründet gewesen, sagte Firmenjustitiar David McAtee. Ein Sprecher des Ministeriums gab keine Stellungnahme ab. Die AT&T-Aktie verlor im nachbörslichen Handel mehr als ein Prozent. Der Konzern hatte den Kauf von Time Warner bereits im Juni abgeschlossen.

"Game of Thrones" diesjähriger Emmy-Favorit

Fantasy-Produktion als beste Dramaserie nominiert

Die beiden TV-Serien "Game of Thrones" und "Handmaid's Tale" zählen zu den großen Favoriten bei den diesjährigen Emmy Awards. Bei der Bekanntgabe der möglichen Preisträger des wichtigsten US-Fernsehpreises in Los Angeles wurden die Produktionen in der Hauptkategorie "Herausragende Dramaserie" nominiert. Gewinnen könnten hier auch "The Americans", "The Crown", "Stranger Things", "This is Us" und "Westworld". Bei den Comedyserien sind unter anderem "The Marvelous Mrs. Maisel", "Atlanta" und "Unbreakable Kimmy Schmidt" im Rennen. Zu den möglichen prominenten Preisträgern zählen auch Alec Baldwin als Donald Trump in "Saturday Night Live" und Sänger John Legend für seine Rolle in einer Live-TV-Aufführung von "Jesus Christ Superstar". Die Hauptpreise der 70. Emmy Awards werden am 17. September in Los Angeles vergeben.

Meg Ryan bekommt Preis beim Locarno Filmfestival

US-Schauspielerin wird für geistreiche Interpretation ausgezeichnet

Die US-Schauspielerin Meg Ryan wird beim Filmfestival Locarno für ihren Beitrag zur Filmgeschichte mit dem Leopard Club Award geehrt. Die Veranstalter nannten als Beispiele unter anderem die Welterfolge "Harry und Sally", "Schlaflos in Seattle" und "E-Mail für Dich". Ryan habe sie mit ihrer geistreichen Interpretation, die Schönheit und Ironie einmalig verbinde, zu Kultfilmen gemacht, teilten die Veranstalter mit. Die Preisvergabe findet am 3. August statt. Im vergangenen Jahr erhielt Oscar-Preisträger Adrien Brody ("Der Pianist") den Preis. Das Locarno Filmfestival ist eines der ältesten Filmfestivals der Welt. Es findet zum 71. Mal vom 1. bis 11. August in Locarno im Schweizer Kanton Tessin statt. Hauptpreis ist der "Goldene Leopard". Im vergangenen Jahr ging er an den Chinesen Wang Bing für seine Dokumentation "Mrs. Fang".

Gedenkgottesdienst für Liu Xiaobo

Friedensnobelpreisträger war vor einem Jahr gestorben

Der Liedermacher Wolf Biermann und die Schriftstellerin Herta Müller werden am Freitag in der Berliner Gethsemanekirche zu einem Solidaritäts- und Gedenkgottesdienst für den chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erwartet. Mit dem Gottesdienst soll an den im Juli 2017 gestorbenen Menschenrechtler erinnert werden. Ob seine Witwe Liu Xia teilnimmt, ist noch unklar. Die 57-jährige Dichterin und Fotografin war am Dienstag in Berlin eingetroffen, nach dem die chinesischen Behörden sie zuvor aus einem fast achtjährigen Hausarrest entlassen hatten. Ihre Freilassung erfolgte zum Abschluss deutsch-chinesischer Regierungskonsultationen in Berlin. Der Bürgerrechtler Liu Xiaobo war am 13. Juli 2017 mit 61 Jahren in China an Krebs gestorben. Er war 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich für demokratische Reformen eingesetzt hatte. 2010 erhielt er den Friedensnobelpreis, den er nicht entgegennehmen konnte. Die Auszeichnung war für die chinesische Führung Anlass, seine Frau Liu Xia unter Hausarrest zu stellen und permanent zu überwachen.

Sigmund-Freud-Preis für Kunsthistoriker Kemp

"Komplexe Werke der Kunst in einer anschaulichen Prosa"

Der Kunsthistoriker und Autor Wolfgang Kemp erhält den mit 20.000 Euro dotierten Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Kemp erschließe dem Leser "komplexe Werke der Bildenden Kunst in einer anschaulichen, begriffsklaren, theoretisch durchdachten und ästhetisch sensiblen Prosa", heißt es in der Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Mit seinen Geschichten gebe Kemp einen Einblick in den Kunstbetrieb der Gegenwart. Die Auszeichnung wird am 27. Oktober in Darmstadt zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis verliehen. Kemp arbeitete als Professor für Kunstgeschichte in Kassel, Marburg und Hamburg. Seit 2011 ist er Gastprofessor in Lüneburg. Er veröffentlichte Bücher zu Kunstgeschichte, Architektur und Fotografie und schreibt für Tageszeitungen.

Schirachs "Terror" am häufigsten inszeniert

"Faust" und "Tschick" auf zweitem und drittem Platz

Das Gerichtsdrama "Terror" von Ferdinand von Schirach belegt mit 36 Inszenierungen Platz eins der meistgezeigten Stücke auf den deutschen Theaterbühnen in der Spielzeit 2016/17. Es folgen Goethes "Faust" und Wolfgang Herrndorfs "Tschick". Das teilte der Deutsche Bühnenverein in einer Werkstatistik mit. Zahlen zur Saison 2017/18 gibt es noch nicht. "Die Theater spiegeln die gesamtgesellschaftlichen Probleme und Ängste, die Herausforderungen einer Demokratie in ihren Spielplänen", sagte der geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne. Bei den Opern liegt Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel" mit 33 Inszenierungen an der Spitze. Platz zwei und drei belegen "Carmen" von Georges Bizet sowie Mozarts "Zauberflöte".

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