Seit 03:05 Uhr Tonart

Samstag, 14.12.2019
 
Seit 03:05 Uhr Tonart

Fazit | Beitrag vom 20.06.2019

Bauhaus-Requiem an der VolksbühneSchorsch Kamerun als Hohepriester

Gerd Brendel im Gespräch mit Vladimir Balzer

Beitrag hören Podcast abonnieren
Performer*innen während der Fotoprobe zu Das Bauhaus Ein rettendes Requiem in der Volksbühne Berlin, 18. Juni 2019. // Stück und Regie Schorsch Kamerun. Bühne Katja Eichbaum. Kostüme Gloria Brillowska. Premiere ist am 20. Juni 2019. Volksbühne Berlin Das Bauhaus Ein rettendes Requiem *** Performers inside during the photo rehearsal for Das Bauhaus Ein rettendes Requiem at the Volksbühne Berlin, 18 June 2019 play and direction Schorsch Kamerun stage Katja Eichbaum costumes Gloria Brillowska premiere will be on 20 June 2019 Volksbühne Berlin Das Bauhaus Ein rettendes Requiem (imago-images)
Performance während der Fotoprobe zu "Das Bauhaus. Ein rettendes Requiem" in der Volksbühne Berlin. (imago-images)

Der Regisseur und Musiker Schorsch Kamerun hat an der Volksbühne in Berlin das Stück "Bauhaus - Ein rettendes Requiem" realisiert. Zur Uraufführung gab es jede Menge fragender Blicke und zuckender Schultern, am Ende aber auch Applaus.

Fronleichnam: Während in Bayern und anderen katholischen Kernlanden die Baldachine, Weihrauchfässer und Monstranzen von den Fronleichnamsprozessionen schon wieder weggepackt werden, fand am Abend auch eine Prozession im heidnischen Berlin statt.

Eine esoterische Verkaufsshow

Der Musiker und Künstler Schorsch Kamerun trägt in seinem Stück "Bauhaus - Ein rettendes Requiem" der Volksbühne Berlin quasi als dadaistischer Hohepriester das Bauhaus zu Grabe. Es geht unter in der postmodernen, multi-medialen Gegenwart, wo alles immer gleichzeitig passiert: Im Foyer sehnt sich Schorsch Kamerun nach der Gestaltungskraft des Bauhaus, von der Videoleinwand preist die Schauspielerin Paula Kober im Stil einer esoterischen Verkaufsfernseh-Show die Vorzüge schlichten Bauhaus-Geschirrs.

Auf einer Theaterbühne stehen im Vordergrund zwei blaue Plastikzelte. Dahinter stehen auf einer erhöhten Treppe zwei Darsteller in Weltraumanzügen und mit Astronautenhelmen, die sich dem Publikum zuwenden. Auf der Wand dahinter ist in Nahaufnahme das Gesicht der Schauspielerin Paula Kober projiziert. (David Baltzer / Archiv Agentur Zenit Pappelallee)Szene aus "Das Bauhaus - Ein rettendes Requiem" in der Regie von Schorsch Kamerun an der Berliner Volksbühne. (David Baltzer / Archiv Agentur Zenit Pappelallee)

Auf der großen Bühne unterhalten sich zwei Architektur-Kritiker. Darstellerinnen in Biedermeier-Kostümen ziehen durch den Zuschauerraum. Die Mezzosopranistin Corinna Scheurle singt Mahlers: "Ich bin der Welt abhanden gekommen."

Unser Kritiker Gerd Brendel kommt zwar nicht der Welt abhanden, aber dieser Vorstellung. Als Abend über die Blüten der Romantik oder halluzinogene Drogen würde der Abend großartig funktionieren, aber als Abgesang und Rettung des Bauhaus – eine glatte Themaverfehlung. 

"Bauhaus – Ein rettendes Requiem" an der Volksbühne Berlin
Weitere Vorstellungen: 21. und 22. Juni

Mehr zum Thema

Hamburger Werkhof Bernstorffstraße - Gemeinsam gegen den Niedergang
(Deutschlandfunk Kultur, Länderreport, 22.05.2019)

Die Goldenen Zitronen: "More than a Feeling" - "Die Deutschen lieben Mauern"
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 06.02.2019)

35 Jahre Die Goldenen Zitronen - Politik im Pop-Kostüm
(Deutschlandfunk, Corso, 02.02.2019)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsMit Wein in den Abgrund
Weinreben mit gelben Blättern und dunklen Trauben. (imago images/Manngold)

Die "taz" schreibt über den Klimawandel sowie den "Point of no Return" und fragt: "Wenn die Welt schon untergeht, dann trinken wir im Grand Hotel Abgrund wenigstens guten Wein?" Denn durch die warmen Sommer gäbe es nun mehrere Spitzenjahrgänge.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur