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Kompressor | Beitrag vom 12.04.2017

Bauhaus-Ausstellung in Dessau: "Handwerk wird modern"Von Künstlern und ihren Handwerkern

Regina Bittner im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Der Stuhl B3 von Marcel Breuer (1925) in der Ausstellung "Das Bauhaus #allesistdesign" im Vitra Design Museum in Weil am Rhein. (picture alliance / dpa / Georgios Kefalas)
Marcel Breuer war einer der großen Formmeister des Bauhauses - hier sein berühmter Stuhl B3. (picture alliance / dpa / Georgios Kefalas)

Im Zentrum der Ausstellung "Handwerk wird modern" stehen Handwerker, die mit den berühmten Bauhaus-Meistern gearbeitet haben. Was geschieht mit dem künstlerischen Entwurf, wenn er in Serie geht, ist laut Kuratorin Regina Bittner eine Frage, um die die Schau in Dessau kreist.

Im Bauhaus in Dessau eröffnet am Donnerstag die Ausstellung "Handwerk wird modern. Vom Herstellen am Bauhaus".

"Wir zeigen eher den Dialog, die Kontroversen, aber auch den Streit um das Handwerk im Bauhaus Dessau."  

Situation des Designs der 20er-Jahre mit heute vergleichbar

In dieser Ausstellung geht es ausnahmsweise mal nicht um die großen berühmten Formmeister wie Marcel Breuer, Paul Klee oder Walter Gropius, sondern um Leute, die kaum einer kennt. Und zwar die Handwerker und Werkmeister, die gemeinsam mit den Koryphäen des Bauhauses arbeiteten.

Zentrale These der Ausstellung ist, dass sich die Situation im Design der 1920er Jahre mit der heutigen vergleichen lässt.

"Herr Breuer war ganz geschickt darin, seine Entwürfe recht früh auch außerhalb des Bauhauses auf den Markt zu bringen."

"Breuer war einer der Ersten, der es geschafft hat, mit Firmen außerhalb des Bauhauses - wie Standardmöbel - zusammenzuarbeiten und damit einen Streit entfacht hat: Was geschieht mit einem künstlerischen Entwurf, wenn es in die Serienproduktion geht."

Doch viele Designer kehren solchen anonymen, digital-industriellen Produktionsprozessen den Rücken und entdecken handwerkliche Techniken wieder für sich. 

"Do-it-yourself"

Das Selbstgemachte, erlebt im 21. Jahrhundert eine enorme Renaissance. Mit der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung wollen die Menschen wieder mehr selbst machen, die Dinge in die eigene Hand nehmen. Das war in den 20er Jahren ebenso. Die massive Beschleunigung des Alltags, auch durch die Erfahrung der Massenproduktion, wo die Leute schon damals das Gefühl hatten, gar nicht mehr zu wissen, wie die Waren hergestellt wurden. Diese parallele Situation ist sehr spannend.

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