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Kulturnachrichten

Dienstag, 14. Juli 2015

Baselitz wird abgehängt - Richter sieht Eingriff in Freiheit

Künstler protestieren gegen das geplante Kulturschutzgesetz

Nachdem Georg Baselitz seien Leihgaben gekündigt hat, bereiten mehrere deutsche Museen die Rückgabe von Werken des Malers und Bildhauers Georg Baselitz vor. Im Dresdner Albertinum sollen bereits am Freitag zehn Arbeiten aus der Ausstellung genommen werden. Malerkollege Gerhard Richter zeigte in einem Interview mit der "dresdner Morgenpost" Verständnis für Baselitz' Reaktion auf das neue Kulturgutschutzgesetz, das einen Eingriff in die Freiheit bedeute. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat nun für Mittwoch zum Pressegespräch geladen. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung unter anderem die Ausfuhrbeschränkungen verschärfen. "Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache", kritisierte Richter. Baselitz' Kommentar kann der teuerste lebende Gegenwartskünstler gut verstehen. "Ich würde es genauso machen wie er: die Bilder aus den Museen holen, schnellstens auf den Markt bringen und verkloppen." Richter wartet derzeit noch ab, ob der Gesetzentwurf auch so beschlossen wird.

Regisseur Wolf Gremm gestorben

Filmemacher erlag Krebserkrankung

Der Filmregisseur Wolf Gremm ist tot. Der 73-Jährige starb am Morgen an den Folgen seiner Krebserkrankung in Berlin, wie die Firma Ziegler Film mitteilte. Mit der Filmproduzentin Regina Ziegler war Gremm seit vielen Jahren verheiratet. Der gebürtige Freiburger (Breisgau) hatte unter anderem in Berlin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie studiert. Er schrieb und inszenierte 50 Filme, darunter "Fabian" nach einem Roman von Erich Kästner und "Kamikaze 1989" (1982), in dem Rainer Werner Fassbinder einen Polizeileutnant spielte. Spätere Filme sind unter anderen "Der Spatzenmörder", der ARD-"Tatort" "Tod im U-Bahnschacht" und ebenfalls für die ARD "Im Fluss des Lebens" nach einem Roman von Ruth Maria Kubitschek.

Slawische Kulthalle am Kap Arkona entdeckt

Bau stammt aus dem 11. Jahrhundert

Bei Ausgrabungen an einer slawischen Tempelburg am Kap Arkona auf der Insel Rügen sind Archäologen auf die Überreste eines in der slawischen Welt bislang unbekannten Gebäudes gestoßen. Sie entdeckten Hinweise auf eine rund acht mal zwölf Meter große Halle, die offenbar kultischen Handlungen diente. "Das Gebäude ist größer als alle anderen, die zwischen Elbe und Polen in der Slawenzeit entstanden", sagte Projektleiter Fred Ruchhöft. Die slawische Tempelburg an der Nordspitze der Insel Rügen gilt als das zentrale Heiligtum der westlichen Slawen. Es wurde im Jahr 1168 von dänischen Christen erobert und zerstört. Von der Tempelanlage ist nur noch rund ein Drittel erhalten. Weil sich die Ostsee pro Jahr rund einen halben Meter vom Steilküstenkliff holt, führen die Archäologen seit 2012 Notgrabungen durch. Gefunden wurden bisher rund 200 Münzen aus dem deutschen, arabischen und skandinavischen Raum, 200 Perlen sowie rund 350 Pfeilspitzen und eine Wikingeraxt.

B.B. King starb an Alzheimer, Diabetes und Herzerkrankung

Verdacht auf Gift wurde nicht bestätigt

Blues-Legende B.B. King ist eines natürlichen Todes gestorben, er wurde nicht vergiftet worden. Das ist das Ergebnis einer gerichtsmedizinischen Untersuchung. Der Musiker ist Mitte Mai an den Folgen von Alzheimer, einem Herzfehler, Gefäßverkalkung und seiner Diabetes-Erkrankung gestorben, sagte der Gerichtsmediziner von Clark County. Hintergrund der Tests waren Vorwürfe von zwei von Kings elf Töchtern gegen enge Mitarbeiter ihres Vaters. King starb am 14. Mai im Alter von 89 Jahren in Las Vegas.

Entscheidung über Münchner Konzertsaal im Herbst

Frankurter Architekturbüro soll Standorte prüfen

Nach jahrelangen Debatten hat die Staatsregierung die Entscheidung über den Bau eines Münchner Konzertsaals auf Weltniveau angekündigt: Im Oktober soll feststehen, wo der Saal gebaut werden kann. Das sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) nach der Kabinettssitzung. Das renommierte Frankfurter Architekturbüro Speer soll bis dahin fünf mögliche Standorte prüfen - von der Münchner Residenz bis zur ehemaligen Pfanni-Knödelfabrik.

Harper Lees zweiter Roman in den USA erschienen

"Wer die Nachtigall stört" war bislang Harper Lees einziger Roman

Mehr als 50 Jahre nach dem Welterfolg "Wer die Nachtigall stört" ist in den USA der mit Spannung erwartete zweite Roman der 89jährigen Pulitzer-Preisträgerin Harper Lee erschienen. Vor zahlreichen Buchläden bildeten sich schon am frühen Dienstagmorgen Schlangen von Menschen, die "Go set a Watchman" ("Gehe hin, stelle einen Wächter") kaufen wollten. Das Buch, dessen Veröffentlichung die "New York Times" als "eines der größten Ereignisse im Verlagswesen seit Jahrzehnten" gefeiert hatte, erscheint in den USA mit einer enormen Startauflage von zwei Millionen Exemplaren. Die Autorin Lee hatte "Gehe hin, stelle einen Wächter" bereits vor "Wer die Nachtigall stört" geschrieben. Das lange verloren geglaubte Manuskript war aber erst vor kurzem wiederentdeckt worden. In Deutschland erscheint der Roman am Freitag mit einer Startauflage von 100 000 Exemplaren.

Deutschland gibt Indien antike Götterstatue zurück

Kunststück wurde aus Tempel gestohlen

Indien erhält eine gestohlene Göttinnen-Statue aus Deutschland zurück: Die über 1.300 Jahre alte Steinfigur der Hindu-Göttin Durga soll der indischen Botschaft in Berlin übergeben werden, teilte ein Sprecher des baden-württembergischen Kunstministeriums mit. Die Übergabe sei noch vor dem Staatsbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Indien im Oktober geplant. Nach Angaben der "Daily Mail India" stammt das antike Stück aus einem Tempel im Kaschmir-Tal und war dort in den 1990er Jahren entwendet worden. Die Skulptur der achtarmigen Göttin gelangte später in die Hände eines Kunst-Schmugglers, der sie für rund 230.000 Euro an das Linden-Museum in Stuttgart weiterverkaufte.

Hobby-Sucher findet Nazi-Goldschatz

Münzen waren in Lüneburg vergraben

Ein Hobby-Schatzsucher hat die niedersächsischen Denkmalpfleger auf einen großen Goldfund gestoßen. Archäologen gruben nach dem Hinweis eines 31-Jährigen Lüneburger Sondengängers unter einer Kiefer am Stadtrand 217 Goldmünzen aus dem 19. und 20.
Jahrhundert aus. Die Plomben an den Beuteln der Deutschen Reichsbank tragen den Reichsadler mit Hakenkreuz. Die Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege präsentierten den spektakulären Fund im Museum Lüneburg. "Jetzt wollen wir wissen, woher das Geld stammt, wer es dort vergraben hat und warum", sagte Museumsleiterin Heike Düselder.

Hamburger mairisch Verlag erhält Verlegerpreis

K.H.-Zillmer Verlegerpreis ist mit 10.000 Euro dotiert

Der K.-H.-Zillmer-Verlegerpreis geht in diesem Jahr an Daniel Beskos und Peter Reichenbach vom Hamburger mairisch Verlag. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ehrt alle zwei Jahre Personen des literarischen Lebens "für herausragenden verlegerischen Idealismus und Mut", teilte die Hamburgische Kulturstiftung mit. "Begeistert von der Literatur als Kunst, hat sich mairisch zum lebendigsten Hamburger Verlag für literarische Neuentdeckungen entwickelt", heißt es in der Begründung der Jury. Der mairisch Verlag wurde 1999 in Hamburg gegründet und ist seit 2005 im Buchhandel vertreten, 2013 rief er den Indiebookday ins Leben.

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