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Tonart | Beitrag vom 11.01.2021

Barry Gibb: "Greenfields"Countryclub statt Saturday Night Fever

Fanny Tanck im Gespräch mit Carsten Beyer

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Barry Gibb von den Bee Gees, mit langen grauen Haaren. Er hat eine rote Gitarre um den Hals und breitet die Arme weit aus. Der Hintergrund ist rot-orange gefärbt und erinnert an einen Sonnenaufgang. (Mark Large / picture alliance / SOLO Syndication)
"Barry Gibb setzt hier den Songs an sich ein Denkmal", sagt Musikkritikerin Fanny Tank. (Mark Large / picture alliance / SOLO Syndication)

Barry Gibb, der letzte verbliebene Bee Gee, hat sich einen Traum erfüllt und ein Country-Album produziert. Auf "Greenfields" singen er und Genregrößen wie Dolly Parton Interpretationen alter Bee-Gees-Songs, aber eben im Country-Gewand.

Als britische Kinderstars in Australien groß geworden, haben die Brüder Gibb von den 50ern bis in die frühen Nuller-Jahre eine große Bandbreite an Stilen bedient. Sie haben unzählige Hits geschrieben und mit "Saturday Night Fever" einen der erfolgreichsten Soundtracks aller Zeiten abgeliefert.

Heute ist nur noch ein Bee Gee übrig: Barry Gibb. Auf seine älteren Tage hat er sich einen Lebenstraum erfüllt und mit "Greenfields" ein Country-Album publiziert. Darauf singt er berühmte Songs der Bee Gees im Duett mit den größten Country-Stars unserer Zeit. 

Von Country und Bluegrass-Musik geprägt

"Unsterbliche Melodien, musikalisch versierte Bands, Geschichten, die man sich merkt. Das ist die Basis jedes guten Songs und davon findet man im Country einfach sehr, sehr viele", kommentiert Musikjournalistin Fanny Tanck das Alterswerk. Sie erinnert daran, dass sich die Bee Gees in ihren Anfängen vieles beim Country abgeschaut haben.

"Und was man im Country auch heute noch vermehrt findet, sind sehr gute Sänger, Interpreten, Persönlichkeiten", meint Tanck. "Deshalb überrascht es mich gar nicht, dass jemand wie Barry Gibb ausgerechnet in Nashville nach den richtigen Stimmen für sein Projekt gesucht hat."

Sehr gut gesungen und interpretiert

Interpreten sind Dolly Parton, Keith Urban, Sheryl Crow oder Olivia Newton John – "ein risikoarmer Cast", meint Tanck. Dabei sind außerdem Vertreter der "elaborierten" Country-Szene: Alison Krauss zum Beispiel oder Gillian Welch und David Rawlings.

"Die gehören für mich zu einem Nashville, das sich stark verändert hat, in dem seit den 90er-Jahren auch Nischen wieder Platz haben", so die Musikkritikerin.

(huc)

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