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Konzert / Archiv | Beitrag vom 05.12.2019

Barocke Arien mit Samuel Mariño (Sopran) Stimmfeuerwerk in der Kehle

Moderation Stefan Lang

Porträt des Sängers, der vor einem Flügel steht. (Samuel Mariño / Humberto Trejo)
Hohes Stimmwunder und damit ein neuer Counterstar: Samuel Mariño (Samuel Mariño / Humberto Trejo)

Der junge aus Venezuela stammende Samuel Mariño hat eine lupenreine hohe Stimme, mit der er alle Barockarien, die einst für Kastraten entstanden sind, mühelos gestalten kann. In Halle präsentierte er ein leuchtendes Programm mit Arien von Gluck und Händel.

Dirigent Michael Hofstetter gerät ins Schwärmen, wenn er Samuel Mariño hört: "Bei ihm ist es so, dass die Sopranstimme vollumfänglich zur Verfügung steht. So kann er ungebremst laut singen und das in allen Schattierungen - im Grunde wie eine Sopranistin. Dann aber mit der Schönheit dieser knabenartigen Stimme!"

Der junge Mann aus Venezuela ist ein Phänomen, so Hofstetter. Mariños Stimme ist prädestiniert für das Programm am Abend, oder besser: das Programm wurde für ihn gemacht. 

Arien-Battle?

Die Zusammenstellung der Arien spielt auf ein historisches Konzert an, das im Jahr 1746 stattfand. Kompositionen von Christoph Willibald Gluck und Georg Friedrich Händel wurden an diesem Abend vereint und gleichsam gegeneinandergesetzt. Der eine, Christoph Willibald Gluck, Hauskomponist des Haymarket Theatre, war damals mit Ausschnitten aus dem Opern-Pasticcio "La caduta de‘ giganti" vertreten. Vom anderen, Georg Friedrich Händel, gab es Arien aus verschiedenen Oratorien und aus der Oper "Alessandro".

Es war dann aber weniger der Wettstreit sondern das Gemeinsame des gegenseitigen Respekts, das dieses Programm gestaltete. Denn Gluck, etwa 30 Jahre jünger als Händel, war von Händel fasziniert. Seine Musik hat den Jüngeren nachhaltig geprägt - man hat ein Gipfeltreffen inszeniert, das dann zum Nutzen beider Komponisten ausfiel.

Der Dirigent hat die Hand mit Taktstock zum Einsatz erhoben und lacht in die Kamera. (Michael Hofstetter / Werner Kmetitsch)Dirigent Michael Hofstetter ist ein Barock-Fan. (Michael Hofstetter / Werner Kmetitsch)

Aufzeichnung vom 31. Oktober 2019 in der Volkspark Halle

Georg Friedrich Händel

Oper "Atalanta"
Arien des Meleagro:
"Care selve"
"Non sara poco"
"M’allontano, sdegnose pupille"

Oper "Sigismondo"
Arie des Arminio "Quelle fiamma" 

Christoph Willibald Gluck

Oper "Antigono"
Arie der Berenice "Berenice, che fai"
Sinfonia

Oper "La Sofonisba"
Arie des Massinissa "Tornate sereni"

Oper "Il Tigrane"
Arie des Oronte "Care pupille"

Oper "La Corona"
Arie des Sigismondo "Quel chiaro rio"

Oper "Antigono"
Arie des Demetrio "Gia che morir" 

oper "Berenice, Regina di Egitto"
Arie des Alessandro "Che sarà quando amante accarezza"

Samuel Mariño, Sopran
Händelfestspielorchester Halle
Leitung: Michael Hofstetter

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