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Kulturnachrichten

Montag, 31. August 2015

Bariton Dan Iordachescu gestorben

Gefeierter rumänischer Sänger wurde 85 Jahre alt

Der gefeierte rumänische Opernsänger Dan Iordachescu ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Dies teilte die Oper in Bukarest mit. Der Bariton stand mit Größen wie Placido Domingo, Monserrat Caballé oder Luciano Pavarotti auf der Bühne. Er trat an der Mailänder Scala ebenso auf wie an der Wiener Staatsoper, in Paris, München, Berlin, St. Petersburg, Los Angeles und New York. Insgesamt wirkte er in mehr als 1000 Opern mit. Die "Los Angeles Times" schrieb 1974 über ihn, er sei ein Phänomen: "Seine Stimme ist gewaltig, dunkel in der Farbe, resonant, unermüdlich."

"Hart aber fair" zurück in der Mediathek

WDR nimmt Löschung der wegen Sexismus umstrittenen Sendung zurück

Der WDR nimmt eine umstrittene "Hart aber fair"-Sendung zum Thema Gleichstellung wieder in seine Mediathek auf. Die Entscheidung, die Talkshow-Ausgabe vom 2. März aus dem Internet zu nehmen, sei falsch gewesen, erklärte WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn. Die heftigen Reaktionen auf die Löschung zeigten im Rückblick, dass diese Entscheidung nicht richtig gewesen sei. Vorausgegangen waren der Löschung Vorwürfe wegen Sexismus, Proteste von Frauenverbänden, Programmbeschwerden und zahlreiche Protestbriefe. Der WDR-Rundfunkrat lehnte die Programmbeschwerden zwar ab, da die Sendung nicht gegen die Programmgrundsätze des WDR verstoßen habe. Die Rundfunkräte empfahlen aber, die Sendung nicht zu wiederholen und aus der Mediathek zu nehmen. Der WDR plant am 7. September eine Neuauflage der Sendung. Eingeladen wurden dieselben Talkgäste.

Berliner Kulturhaushalt steigt deutlich

Opposition kritisiert falsche Schwerpunkte

Der Berliner Kulturhaushalt soll in den kommenden zwei Jahren deutlich steigen. Bis 2017 sollen Theater und Opern, Museen und freie Künstler gut zehn Prozent mehr Geld erhalten als bislang. Das kündigte Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller am Montag an. Die Opposition kritisierte in diesem Zusammenhang falsche Schwerpunkte. Die Hälfte der Erhöhungen gehe auf Tarifsteigerungen sowie höhere Mieten zurück. Auch die Unterstützung für die Freie Szene falle entgegen bisherigen Ankündigungen viel zu knapp aus. Kritisiert wurde auch, dass die Volksbühne für den Start des neuen Intendanten Chris Dercon fast drei Millionen Euro extra bekommen soll.

Sprengung im Tempel von Palmyra

Ausmaß der Zerstörung ist noch ungewiss

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat offenbar Teile des größten Tempels im syrischen Palmyra in die Luft gesprengt. IS-Extremisten hätten Sprengstoff im Inneren des Baal-Tempels zur Detonation gebracht und Schäden angerichtet, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ein Aktivist berichtete ebenfalls von Zerstörungen. Der Chef des syrischen Ministeriums für Altertümer und Museen, Maamun Abdulkarim, sagte, ohne Zweifel habe es eine große Explosion in dem Tempel gegeben. Das Ausmaß der Schäden sei aber noch nicht abzuschätzen. Erst vor einer Woche hatte der IS den antiken Tempel von Baalschamin in Palmyra in die Luft gesprengt und damit international Bestürzung hervorgerufen. In der Tempelanlage von Baal - der größten in der Unesco-Welterbestätte Palmyra - wiederholte sich das Szenario offenbar. Die Terrormiliz Islamischer Staat will die Zerstörung von Kulturgütern aus der vorislamischen Zeit fortsetzen. Die Sprengung von Tempeln und anderen Altertümern sei noch nicht abgeschlossen, zitierte die syrische Oppositionsseite Masar Press am Montag einen Anhänger der Extremisten.

2000 Jahre alte Steintreppe gefunden

Wozu der Bau amJerusalemer Tempelberg| diente, ist unklar

Israelische Archäologen haben in Jerusalem eine rund 2000 Jahre alte pyramidenförmige Steintreppe gefunden. Sie liege an einer abgestuften Straße, die vom biblischen Teich von Siloah zum Tempelberg in der Altstadt führe, teilte die Altertumsbehörde mit. Auf der Straße seien in der Vergangenheit Pilger zum jüdischen Tempel gewandert, der im Jahre 70 von den Römern zerstört wurde. Wozu die Treppe diente, ist allerdings noch unklar. Möglicherweise handele es sich um ein monumentales Podium, von dem aus Botschaften übermittelt wurden. Die Palästinenser sehen Ausgrabungen in der Umgebung des Tempelbergs generell mit Sorge. Sie befürchten, Israel wolle mehr Kontrolle über das Heiligtum gewinnen. Die Steintreppe liegt in der sogenannten Davidsstadt in dem Teil Jerusalems, den Israel 1967 erobert hatte. Die Palästinenser wollen dort die Hauptstadt eines künftigen unabhängigen Staates errichten.

3D-Drucker sollen Nahost-Altertümer retten

Objekte könnten mittels digitaler Archäologie rekonstruiert werden

3D-Prints könnten bei dem Erhalt von Kulturgütern im Nahen Osten helfen. Das Institut für digitale Archäologie in Oxford habe ein 3,1-Millionen-Dollar-Projekt lanciert, durch das vom isliamischen Terrorismus bedrohte Objekte mit 3D-Kameras erfasst werden sollen, berichtet die israelische Zeitung "Haartez". Unter den Objekten befinden sich Artefakte, Gebäude und Denkmäler. Sollten sie zerstört werden, könnten sie mittels 3D-Druck später rekonstruiert werden. Dem Bericht zufolge zielt das Projekt auf den Irak, Libanon, Iran, Jemen und die Osttürkei.

Überreste von ältester Moschee freigelegt

Bauwerk wurde 1915 in Brandenburg errichtet

Archäologen haben in Brandenburg Teile von Deutschlands erster Moschee freigelegt. Auf einem ehemaligen Militärgelände in Wünsdorf seien Teile der Holzkuppel des 1915 errichteten Bauwerks und farbige Fensterscherben entdeckt worden, teilte die Freie Universität Berlin mit. Auch der genaue Standort der im Ersten Weltkrieg für Kriegsgefangene islamischen Glaubens im sogenannten Halbmondlager bei Zossen gebauten Moschee habe ermittelt werden können. Nur wenige Reste sind erhalten, weil das Gelände in den Jahrzehnten nach dem Abriss der Moschee Mitte der 20er Jahre stark verändert wurde. Im Halbmondlager sollten die Kriegsgefangenen indoktriniert und zum Kampf gegen ihre Kolonialherren Frankreich und England sowie das zaristische Russland bewegt werden. Zugleich seien sie als "exotische wissenschaftliche Objekte" missbraucht und nach rassistischen Lehren ethnologisch untersucht worden.

Hugo Rasmussen gestorben

Der dänische Jazzbassist wurde 74 Jahre alt

Der dänische Jazzmusiker Hugo Rasmussen ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Das bestätigte ein Freund der Familie des Toten der dänischen Tageszeitung "Politiken". Rasmussen hatte zum 18. Geburtstag einen Kontrabass bekommen. Das Geschenk war die Initialzündung für seine Karriere als Jazzbassist, die über ein halbes Jahrhundert andauern sollte. Seinen Durchbruch erlebte Rasmussen 1962. Ein Jahr später gab er seine Arbeit als Schmied auf und wurde Vollzeitmusiker. Er war Bassist der Big Band Pierre Dørges New Jungle Orchestra und musizierte mit internationalen Größen wie Ben Webster und Dexter Gordon. Bis zuletzt war Rasmussen aktiv: Beim Kopenhagener Jazzfestival spielte er 2014 im Laufe von zehn Tagen 23 Konzerte.

Journalistenverband für mehr Rundfunkgelder

Sender könnten wegen Sparrunden ihren Programmauftrag nicht mehr erfüllen

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich für eine moderate Anhebung des Rundfunkbeitrags ausgesprochen. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk kann ohne zusätzliche Mittel seinen Programmauftrag nicht mehr erfüllen", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken am Montag. Wegen der derzeitigen Sparprogramme würden Programmangebote eingeschränkt, Honorare abgesenkt und notwendige Stellen nicht mehr besetzt. ARD und ZDF hatten in den letzten Tagen ihren Finanzbedarf für die Gebührenperiode 2017 bis 2020 angemeldet. Beide Sender fordern die Freigabe der Mehreinnahmen aus dem Rundfunkbeitrag, die derzeit auf einem Sperrkonto liegen. Die ARD hat darüber hinaus 99 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich veranschlagt.

Neue Dauerausstellung für Jüdisches Museum

Museumsdirektor Schäfer will die Berliner Ausstellung "völig neu konzipieren"

Der Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, Peter Schäfer, will die Dauerausstellung des Hauses völlig umgestalten. Jede Dauerausstellung, auch wenn sie noch so gut sei, "mache einen Alterungsprozess" durch, sagte Schäfer. "Wir wollen nicht nur alte Elemente austauschen, wir wollen die Ausstellung vollständig neu konzipieren, Themen wie etwa Antisemitismus aktuell beleuchten", sagte der 72 Jahre alte Judaist. Das Ganze solle mindestens vier Jahre dauern. Der Katholik trat vor einem Jahr, am 1. September, sein Amt an. Sein Vorgänger und Gründungsdirektor W. Michael Blumenthal hatte das Museum für 17 Jahre geleitet. Mittlerweile ist Schäfer nach eigener Aussage angekommen.

US-Regisseur Wes Craven ist tot

Horror-Spezialist starb mit 76 Jahren in Los Angeles

Der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Wes Craven ist tot. Er starb gestern im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie seine Familie in Los Angeles bestätigte. Bekannt wurde Craven als Regisseur von Horrorklassikern wie „Scream" oder „Nightmare - Mörderische Träume" ("A Nightmare on Elm Street").  Über Jahrzehnte hatte er Horrorfilme geschrieben und gedreht und dabei einige der bekanntesten Filme des Genres gemacht. Seine letzte Arbeit war die auf seinen Filmen basierende Fernsehserie "Scream", bei der er allerdings nur noch Produzent war. Aber Craven konnte auch anders. 1999 drehte er mit Meryl Streep das Melodram "Music of the Heart". Der Film erzählt die wahre Geschichte einer Lehrerin, die nach einer gescheiterten Ehe Kinder in Harlem für Geigenunterricht begeistert und dabei auch wieder zu sich selbst findet.

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