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Lesart / Archiv | Beitrag vom 05.01.2016

Barbara Vinken liest ein BildSilvesternacht in Manchester

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Dieses Foto der Silvesternacht in Manchester verbreitete sich Anfang des Jahres 2016 in den sozialen Netzwerken. (Foto: Twitter)
Dieses Foto der Silvesternacht in Manchester verbreitete sich Anfang des Jahres 2016 in den sozialen Netzwerken. (Foto: Twitter)

Fotografien haben die Kraft, zu Ikonen unserer Zeit zu werden, sie rufen Erinnerungen aus unserem Bildgedächtnis ab und prägen unsere Wahrnehmung der Gegenwart. Heute sprechen wir mit der Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken über das Foto "Silvesternacht in Manchester".

Für Barbara Vinken ist das "eigentlich eine Szene, wo der Fotograf auf ein Bild schaut, auf das andere auch schauen". Die Beobachtung der Szene werde in dem Bild also noch mal reflektiert. Vinken zeigt sich beeindruckt von der golden-blauen Farbigkeit des Fotos, die die Szene "überhöhe". Eigentlich werde ja eine Art Shopping Mall abgebildet.

Das Bild stelle dar, was "die Sehnsucht der westlichen Demokratien und bisher auch ihr höchstes Gut war", meint sie, nämlich einen befriedeten öffentlichen Raum, der fast wie eine Art Innenraum wirke. Der betrunkene Mann liege auf dem Asphalt wie fast auf dem Canapé. Die Polizei schlage den anderen Mann nicht, sondern helfe ihm. In diesem Raum könne man sich "aufgehoben" fühlen.


Im Netz machen inzwischen zahlreiche Variationen des Bildes die Runde. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Mit John Travolta:

Oder die Van Gogh-Variante:

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