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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 27.04.2019

Bakterien, Viren und PilzeDie Wunderwelt unserer unsichtbaren Mitbewohner

Dirk Bockmühl im Gespräch mit Gisela Steinhauer

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Der Milzbranderreger Bacillus anthracis in einer Computer-Illustration (imago stock&people/Illustration: Kateryna Kon)
Sieht gut aus - ist aber gefährlich: der Milzbranderreger Bacillus anthracis (imago stock&people/Illustration: Kateryna Kon)

Sie lauern im Spüllappen, im Kühlschrank oder an Türklinken: Unsichtbare Bakterien und andere Keime. Einige sind bedrohlich für unsere Gesundheit. Andere helfen uns aber auch, gesund zu bleiben, erklärt Mikrobiologe Dirk Bockmühl.

"Die Küche ist der gefährlichste Ort der Wohnung", sagt Dirk Bockmühl, Professor für Hygiene und Mikrobiologie an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. "Spültücher und -schwämme können zum Beispiel enorme Mengen an Mikroorganismen beherbergen." Aber auch Kaffeeautomaten, Kühlschränke und Waschmaschinen sind ideale Brutstätten für Bakterien und Pilze aller Art. 

Die meisten dieser Keime sind harmlos, einige aber auch gefährlich. Zum Beispiel Salmonellen oder multirestistente Keime: Wer rohes Hähnchenfleisch zerlege und anschließend auf demselben Brett Gemüse schneide, riskiere ohne Not eine Lebensmittelvergiftung, so Bockmühl: "Wenn ich mit einem Messer in rohes Fleisch schneide, gehört es in die Spülmaschine. Das ist der beste Weg, um alles wieder nahezu keimfrei zu kriegen."

"Die richtige Hygiene ist entscheidend"

Richtige Hygiene bedeutet nicht klinische Sauberkeit um jeden Preis, sondern die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und mit dem richtigen Reinigungsmittel, betont der Mikrobiologe, der auch in der Waschmittelindustrie gearbeitet hat. "Und auch wenn es langweilig klingt, ist regelmäßiges Händewaschen tatsächlich die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor Infektionen."

In seinem Buch "Keim daheim" verweist Dirk Bockmühl auf die lebenserhaltende Aufgabe der Bakterien. So ist unser Körper von 30 bis 40 Billionen Mikroben besiedelt; ohne sie können wir schlicht nicht leben. "Sie helfen dadurch, dass sie unsere Haut besiedeln und damit verhindern, dass andere krankheitserregende Mikroorganismen die Haut dann besiedeln können. Sie bilden sozusagen eine natürliche Schutzschicht. Das kann man auf viele Bereiche übertragen, zum Beispiel auch auf den Darm."

Gute Keime, schlechte Keime
Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute mit Dirk Bockmühl – live von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen und Fragen stellen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.

Literaturhinweis:
Dirk Bockmühl: Keim daheim – Alles über Bakterien, Pilze und Viren,
Illustrationen von Claire Lenkova, Droemer Taschenbuch, München 2018,
288 Seiten, 16,99 Euro

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