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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.09.2014

BahnfahrenDer Nachtzug - ein aussterbendes Kulturgut?

Schriftsteller Steffen Kopetzky über mögliche Einsparungen bei der Bahn

Moderation: Christopher Ricke und Anke Schäfer

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Ein Mann schläft im Nachtzug von St. Petersburg nach Moskau. (AFP / Kirill Kudryavtsev)
Nachtzüge - hier in der russischen Variante von St. Petersburg nach Moskau - wird es in Deutschland möglicherweise nicht mehr geben. (AFP / Kirill Kudryavtsev)

Nach dem Autoreisezug droht jetzt auch möglicherweise dem Nachtzug das Aus. Der Schriftsteller und Bahn-Liebhaber Steffen Kopetzky findet das bedauerlich: Mit dem Nachtzug verschwände auch das Reisen als Kulturform.

Schlafwagen seien "ein Instrument auch der europäischen Einigung" gewesen, lange bevor die Politik entsprechende Pläne hatte, sagte Kopetzky, der früher selbst als Schlafwagenschaffner gearbeitet hat und der diese Erfahrung auch in seinen Romanen verarbeitet. "Wer mit dem Schlafwagen unterwegs war, der konnte den Kulturraum Europa, sag ich jetzt mal, ungebrochen und unbehelligt durchqueren. Da waren die wirklich Vorreiter."

Reisen als "Art, die Zeit zu verbringen"

Vor kurzem habe er versucht, eine Reise mit dem Nachtzug nach Belgien zu buchen, den er früher oft als Schaffner begleitet habe, und festgestellt, dass es diesen Zug nicht mehr gebe, sagte Kopetzky. "Damit geht natürlich schon ein Element verloren, das uns halt mit der alten, mit der vielleicht auch guten, alten Zeit verbindet, in der das Reisen eben auch eine Kulturform war. Eine Art, die Zeit zu verbringen, und nicht bloß von einem Punkt, von A nach B zu kommen."

Ein System, in dem man seine Meinung ändern kann

Außerdem könne man mit der Bahn im Gegensatz zum Flugzeug spontan reisen: "Die Eisenbahn ist ein System, in dem man eben seine Meinung ändern kann, die Fahrtrichtung wechseln kann oder auch zwischendurch in einem kleinen Ort aussteigen kann."

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