Das Feature, vom 24.08.2012

Von Karl-Ludolf Hübener

Blau ist für Elicura Chihuailaf nicht nur eine Farbe. Es ist die ‘Energie des Unendlichen’, das Blau des Ostens, wo die Nacht endet und der Tag beginnt, wo Leben entsteht, aber auch erlischt.

Mapuche in Chile - in nationalistischen Kreisen Chiles wird die Existenz des Mapuche-Volkes bis heute regelmäßig geleugnet.  (AP Archiv)
Mapuche in Chile - in nationalistischen Kreisen Chiles wird die Existenz des Mapuche-Volkes bis heute regelmäßig geleugnet. (AP Archiv)

Chihuailaf ist einer der bedeutendsten Dichter des Volkes der Mapuche. Er wurde 1952 in Kechurewe im südlichen Chile der Seen, Araukarien und Vulkane geboren. Die Erfahrungen, Erzählungen und Ratschläge der Ältesten haben ihn und sein dichterisches Werk geprägt. Seine Gedichte, zweisprachig, in Mapudungun wie in Spanisch, spiegeln Geschichte, Kosmovision und Leben der Mapuche wider. Eines Volkes, das sich selbst als Teil der Natur begreift: "Die Steine haben eine Seele, sagt unser Volk."

Eines Volkes, das den Inkas und Spaniern widerstand, dann ‘befriedet’ und seiner Ländereien beraubt wurde. Die ‘Menschen der Erde’, die viele zu guten Chilenen machen wollen, deren Kultur noch immer negiert wird, die als ‘Terroristen’ eingekerkert wurden, kämpfen weiter für ihr Anderssein.

Aktiv und dichtend unterstützt von Elicura Chihuailaf, der eine Entwicklung fordert, "welche die Erde, das Wasser, die Bäume, die Vögel und den gesamten Kosmos respektiert".

DLF 2012

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