Seit 01:05 Uhr Tonart
Donnerstag, 23.09.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Dienstag, 17. November 2020

Bach-Medaille für Pianistin Hewitt

Die kanadische Pianistin Angela Hewitt hat die Bach-Medaille der Stadt Leipzig erhalten. Sie ist die erste Frau, die mit der renommierten Auszeichnung geehrt wird, wie das Bach-Archiv Leipzig am Dienstag mitteilte. Die Verleihung erfolgte im Anschluss an ein gestreamtes Festkonzert des Bach-Festes Leipzig mit Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen in der Thomaskirche. In nahezu allen großen Konzertsälen der Welt habe Hewitt mit zyklischen Aufführungen von Werken Johann Sebastian Bachs maßgeblich dazu beigetragen, die Tastenmusik des Leipziger Thomaskantors weiterhin im Kernrepertoire von Pianisten zu verankern, hieß es in der Begründung der Jury. Auf ihrem Konzertflügel habe sie Maßstäbe in der Bach-Interpretation gesetzt. Die Medaille wird seit 2003 jährlich von der Stadt Leipzig in Anerkennung besonderer Verdienste um das Werk Johann Sebastian Bachs verliehen.

Grütters: Herausforderungen bei Sicherheit von Museen

Nach den Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe sieht Kulturstaatsministerin Monika Grütters Museen weiterhin erheblichen Gefahren ausgesetzt. "Die brachiale Gewalt und das hochprofessionelle Vorgehen der Täter haben uns schmerzlich vor Augen geführt, vor welch großen Herausforderungen unsere Museen beim Thema Sicherheit stehen", sagte die CDU-Politikerin. Grütters gratulierte den Ermittlungsbehörden zu dem "ermutigenden Fahndungserfolg" bei einem "nicht eben risikoarmen Einsatz". Nach dem spektakulären Kunstdiebstahl vor knapp einem Jahr waren am Dienstag während einer Razzia in Berlin drei Tatverdächtige festgenommen worden. Nach zwei weiteren Verdächtigen wird noch mit Haftbefehl gefahndet.

Thomas-Mann-Preis für Nora Bossong

Die Bremer Schriftstellerin Nora Bossong ist mit dem diesjährigen Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet worden. Die für den 12. November geplante Preisverleihung im Theater Lübeck sei wegen der Corona-Pandemie ausgefallen, teilten die Lübecker Museen mit. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro sei der Autorin überwiesen worden. Der Festakt soll aber im nächsten Jahr nachgeholt werden. Die Auszeichnung der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wird seit 2010 im jährlichen Wechsel in Lübeck und München verliehen.

Investmentfirma kauft Rechte an Taylor Swift-Alben

Die Rechte an den ersten Alben von US-Sängerin Taylor Swift sind nach ihren Angaben ohne ihr Wissen an eine Investmentfirma verkauft worden. Ihr Team sei in einem Schreiben darüber informiert worden, schrieb Swift im Onlinedienst Twitter. "Das war das zweite Mal, dass meine Musik ohne mein Wissen verkauft wurde", klagte die erfolgreiche Musikerin. Damit spielte die 30-Jährige auf einen Streit mit Scooter Braun, dem Chef ihres früheren Labels Big Machine, an. Der US-Musikmogul hatte das Label vor mehr als einem Jahrzehnt gekauft und damit mehrheitlich die Rechte an den Master-Aufnahmen von Swifts ersten sechs Alben erworben. Im November 2018 wechselte Swift zu Universal Music. Im November 2019 klagte sie, Big Machine übe eine "tyrannische Kontrolle" über sie aus und hindere sie daran, ihre alten Songs frei zu verwenden. Big Machine wies die Vorwürfe zurück. Laut dem Branchenblatt "Variety" verkaufte Braun die Rechte an den Swift-Werken für 300 Millionen Dollar (253 Millionen Euro).

Nürnberg stoppt Pläne für neuen Konzertsaal

Angesichts klammer Kassen wegen der Coronakrise stoppt die Stadt Nürnberg den Bau eines neuen Konzerthauses. Oberbürgermeister Marcus König verkündete ein Moratorium für die Pläne. Demnach wird der neue Konzertsaal westlich der denkmalgeschützten Meistersingerhalle in der laufenden Ratsperiode nicht mehr gebaut. Die Planungen für den 200 Millionen Euro teuren Bau waren schon weit fortgeschritten. Die Stadt sollte etwa die Hälfte der Kosten tragen, den Rest hätte der Freistaat Bayern beigesteuert. Wegen der Coronakrise sei die Haushaltslage der Stadt aber so angespannt, dass diese sich das Großprojekt nicht mehr leisten könne, sagte König. Die Stadt will sich stattdessen auf die Sanierung des Opernhauses konzentrieren.

600 Millionen schon als Coronahilfe an Kultur gezahlt

Die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verwaltete Milliarde zur Hilfe für die Kulturbranche in der Covid-19-Pandemie ist zu knapp zwei Dritteln verteilt. Rund 500 Millionen Euro des Programms "Neustart Kultur" seien den für die Vergabe zuständigen Verbänden und Fonds zur Verfügung gestellt worden; zusammen mit dem Ausfallfonds für die Filmbranche und Mehrbedarfen für regelmäßig vom Bund geförderte Einrichtungen seien damit mehr als 600.000 Millionen Euro belegt, teilte Grütters mit. Es sei eine beruhigend Nachricht, dass das Rettungs- und Zukunftsprogramm "Neustart Kultur" in der Kunst- und Kulturbranche auf so große Resonanz treffe, sagt die Ministerin. Bis Mitte Oktober waren über die Breite des Programms rund 20.000 einzelne Anträge gestellt worden.

Pfarreien sollen Künstler für Gottesdienste engagieren

In Frankfurt können katholische Pfarrgemeinden künftig Geld bekommen, um freiberufliche Künstler für die Gestaltung von Gottesdiensten zu engagieren. "1.250 Euro liegen dafür pro Pfarrei bereit", teilte die Stadtkirche mit. Die Gelder stammen den Angaben zufolge aus Mitteln des Gesamtverbandes der Katholischen Kirchengemeinden in Frankfurt.Stadtdekan Johannes zu Eltz ist überzeugt, dass die künstlerischen Beiträge zur Verschönerung der Gottesdienste speziell in der Advents- und Weihnachtszeit beitragen könnten. Zugleich könnten die Gemeinden freiberuflichen oder soloselbstständigen Künstlern in einer schwierigen Lage helfen. Denn ihnen setzten die Corona-Beschränkungen derzeit besonders zu. Die katholische Stadtkirche wolle sich mit der Aktion "Kunst-Kultur-Kirche!" solidarisch zeigen.

Landeshauptarchiv will 42.000 NS-Akten veröffentlichen

Das Brandenburgische Landeshauptarchiv will 42.000 Akten der nationalsozialistischen Vermögensverwertungsstelle Berlin-Brandenburg für die Forschung und die Öffentlichkeit digital zugänglich machen. Damit solle auch der Entzug und Verbleib von Kulturgut, das im Zuge der NS-Verfolgung beschlagnahmt wurde, weiter aufgeklärt werden, teilte das Landeshauptarchiv mit. Die Kosten des Pilotprojekts in Höhe von 3,6 Millionen Euro werden von der Bundesregierung, vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste sowie vom Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur getragen. Nach Angaben des Landeshauptarchivs enthalten die Akten auf rund 2,4 Millionen Seiten oft auch letzte Hinweise zum Schicksal der Deportierten und Ermordeten.

Archäologiemuseum hilft bei Rettung von Kulturgütern

Um Kulturgüter nach Umweltkatastrophen, Bränden, Kriegen oder Terror schnell retten zu können, entwickelt das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) in Mainz zusammen mit dem Deutschen Ärchäologischen Institut in alle Welt transportierbare Module. "Es geht um Erste Hilfe mit einfachen Mitteln", sagte der stellvertretende RGZM-Generaldirektor Christian Eckmann, "mit einfachen, robusten, aber effektiven Maßnahmen sollen Kulturobjekte unmittelbar versorgt, gerettet oder für die spätere Restaurierung geborgen werden können". Das RGZM, einziges Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie in Deutschland, ist eine der Säulen der 2019 gegründeten "Kulturgutretter" - einem "Mechanismus zur schnellen Hilfe für Kulturerbe in Krisensituationen", wie es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes heißt. Derzeit entstünden rund 40 Notfallmodule, die überall auf der Welt zu verschiedenen Arbeitsstationen zusammengebaut werden könnten, sagte Eckmann.

Köln will Vertrag mit Opernintendantin nicht verlängern

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, will laut Medienberichten den Vertrag mit Opernintendantin Birgit Meyer nicht verlängern. Der Vertrag endet im Jahr 2022. Nach zehn Jahren Amtszeit sei ein Wechsel am Kölner Opernhaus nötig, hieß es. Der Rat der Stadt könnte diese Entscheidung noch kippen, dies gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Festnahmen nach Diebstahl im Grünen Gewölbe

Ein Jahr nach dem spektakulären Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden sind drei Tatverdächtige festgenommen worden. Sie sollen noch im Verlauf des Tages einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Wie die Dresdner Staatsanwaltschaft mitteilte, erfolgten die Festnahmen durch Spezialkräfte in Berlin. Demnach wurden 18 Objekte durchsucht, Schwerpunkt des Einsatzes sei der Berliner Stadtteil Neukölln gewesen. Mehr als 1.600 Beamte seien beteiligt gewesen. Ende November 2019 waren Einbrecher in das Grüne Gewölbe eingedrungen. Aus einer Ausstellungsvitrine stahlen sie historischen Juwelenschmuck von großem Wert. Anschließend flohen sie mit einem Auto, das sie später in Brand setzten. Trotz der Festnahmen haben die Ermittler allerdings wenig Hoffnung, dass der barocke Schatz wieder in das Museum zurückkehren wird. Es wäre unwahrscheinlich, ihn ein Jahr nach der Tat noch zu finden, so ein Sprecher der Dresdner Polizei.

Zwei Gewinner beim NDR Kultur Sachbuchpreis

Die Autorin und feministische Aktivistin Caroline Criado-Perez und der promovierte Historiker Andreas Kossert erhalten den NDR Kultur Sachbuchpreis 2020. Damit gehe die Auszeichnung erstmals an zwei Titel, teilte der NDR mit. Nach Ansicht der Jury sind "Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert" von Criado-Perez und "Flucht. Eine Menschheitsgeschichte" von Kossert die beiden besten in deutscher Sprache erschienenen Sachbücher des Jahres. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Der Preis wird bereits zum 12. Mal verliehen. Wichtigste Kriterien für die Auszeichnung sind, dass das Werk komplexe Zusammenhänge und relevante Themen für ein breites Publikum verständlich darstellt, neue Perspektiven eröffnet und die Lust am Diskurs anregt.

RFI veröffentlicht versehentlich hunderte Nachrufe

Der französische Radiosender RFI hat versehentlich hunderte Nachrufe auf noch lebenden Persönlichkeiten online veröffentlicht. Dazu gehören Beiträge über Queen Elizabeth II., den brasilianische Fußballer Pele und die französische Schauspielerin Brigitte Bardot. Der Sender verwies auf ein "technisches Problem". Man entschuldige sich bei den Betroffenen, twitterte der internationale Radiosender. Die Nachrufe seien von Journalisten vorgeschrieben worden, um schnell auf einen tatsächlichen Todesfall reagieren zu können, erklärte der Sender weiter. Dies sei bei vielen Medien gängige Praxis.

Spanischer Dichter Brines erhält Cervantes-Preis

Der spanische Dichter Francisco Brines wird mit dem diesjährigen Cervantes-Literaturpreis ausgezeichnet. Das gab der spanische Kulturminister Rodríguez Uribes am Montag in Madrid bekannt. Brines gilt als einer der wichtigsten spanischen Poeten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eines der bekanntesten Werke des 88-jährigen ist der Gedichtband "El otoño de las rosas" (Der Herbst der Rosen), in dem es um das Glück eines erfüllten Lebens geht. Die Kunst des Gedichteschreibens bezeichnete Brines einmal als "wunderbare Gabe". Der Cervantes-Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt und ist mit 125.000 Euro dotiert.

Chefdirigent Janowski verlängert Vertrag in Dresden

Marek Janowski hat seinen Vertrag als Chefdirigent der Dresdner Philharmonie um ein Jahr bis Sommer 2023 verlängert. Die Musikerinnen und Musiker hätten sein Angebot mit "überwältigender Mehrheit" angenommen, teilte die Philharmonie mit. Mit einer konzertanten Aufführung von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" und einer Japan-Tournee seien unter seiner Leitung große Projekte für den Herbst und Winter 2022 geplant.

Museen fordern Öffnung sicherer Kultureinrichtungen

Ein Verbund von mehr als 30 großen Geschichtsmuseen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Belgien hat die baldige Öffnung ihrer Einrichtungen gefordert. In einer Stellungnahme heißt es, die dafür nötigen Bedingungen und Auflagen, die für andere Bildungseinrichtungen, Kirchen oder Geschäfte gelten, erfüllten die Häuser bereits. Aus Deutschland beteiligten sich unter anderem das Historische Museum Frankfurt, das Ruhr Museum, das Münchner Stadtmuseum und das Haus der Geschichte in Bonn an dem Aufruf.

Urteil im Prozess um angebliches Uecker-Bild

Im Prozess um die Echtheit eines angeblichen Kunstwerks von Günther Uecker hat das Landgericht Düsseldorf einen Kunsthändler verurteilt. Er muss die Anzahlung der Käuferin in Höhe von 7.500 Euro zurückzahlen, erklärte die Sprecherin des Landgerichts gegenüber Deutschlandfunk Kultur. Im Urteil heißt es, dass das "Sandbild auf Büttenpapier" nicht vom Künstler Uecker stamme. Das habe der 90-jährige als Zeuge bestätigt und ausgesagt, dass das Bild auch nicht der für ihn typischen Machart entspreche. Der Kunsthändler hatte dagegen beteuert, es sei echt und weit mehr als die insgesamt vereinbarten 15.000 Euro wert. Günther Uecker zählte mit Heinz Mack und Otto Piene zur Künstlergruppe Zero, die 1958 gegründet wurde. Die Künstler bemühten sich um einen Neuanfang, eine "Stunde Null" für die Nachkriegskunst.

Kulturnachrichten hören

November 2021
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur