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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.02.2014

BabyboomDie Ruhe in Person

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann schätzt seine Generation als besonders pragmatisch und gelassen ein

Moderation: André Hatting

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"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann (picture alliance / dpa / Ole Spata)
Sieht sich als Pragmatiker mit sozialer Kompetenz: Kai Diekmann. (picture alliance / dpa / Ole Spata)

Ehrgeizig und in sich ruhend - so beschreibt der Journalist Kai Diekmann sich selbst und andere, die 1964 geboren wurden. Die Babyboomer seien pragmatisch und frei von ideologischer Verbissenheit.

Als Kai Diekmann, Chefredakteur der "Bild"-Zeitung 1964 geboren wurde, brauchte er nicht lange suchen, um Freunde zum Spielen zu finden. Knapp 1,3 Millionen Deutsche sind in dem Jahren auf die Welt gekommen. Die, die dem geburtenstärksten Jahrgang der Nachkriegsgeschichte entstammen, seien früh mit Konkurrenzdruck konfrontiert worden. Diekmanns Erkenntnis: "Dann muss man halt ein bisschen Gas geben, wenn man sichtbar sein will."

Allein die hohe Zahl der Kinder habe zu einem "ganz besonderen Leistungswillen" geführt. "Es ist eine sehr ins sich ruhende und pragmatische Generation, die sich nicht davon hat ablenken lassen, was davor und danach eine Rolle gespielt hat", sagt Diekmann.

"Keine Alt-68er und keine Hippies"

Um erfolgreich zu sein, hätte es nicht gereicht, zu bluffen und zu tricksen, sagt Diekmann. "Wenn es viele Menschen gibt, dann muss ich mich mit denen auch auseinandersetzen und muss lernen, Konflikte zu lösen." Die sogenannten Babyboomer zeichne also auch eine stark ausgeprägte soziale Kompetenz aus. 

Anders als die Generationen davor seien die 1964 Geborenen nicht von Ideologien vereinnahmt worden. "Das sind keine Alt-68er und keine Hippies", sagt der Autor des Buches "Der große Selbst-Betrug". Für die Politik habe es gute Folgen, wenn nüchterne Pragmatiker an die Macht kommen.

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