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Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Axel Springer Award für BioNtech-Gründer

Der Axel Springer Award 2021 geht an das Gründer-Ehepaar des Biotechnologieunternehmens BioNtech, Özlem Türeci und Ugur Sahin. Die beiden werden für ihre bahnbrechende Forschung und ihr medizinisches Unternehmertum ausgezeichnet, wie der Medienkonzern mitteilte. Mit dem von ihnen entwickelten Impfstoff sorgten sie für Hoffnung auf der ganzen Welt, "eine Pandemie beherrschen zu können, die bereits mehr als eine Million Menschenleben gekostet hat und unsere individuellen Freiheitsrechte auf bisher ungekannte Weise einschränkt", hieß es. Der Preis ist undotiert und soll im Frühjahr 2021 verliehen werden.

Jarre spielt virtuelles Silvesterkonzert in Notre-Dame

Der Musiker Jean-Michel Jarre spielt in der Silvesternacht ein virtuelles Konzert in der abgebrannten Pariser Kathedrale Notre-Dame. Wie französische Medien berichten, ist das Live-Multimedia-Spektakel im Fernsehen, via YouTube und in Sozialen Netzwerken zu sehen. Entstanden sei "Welcome to the Other Side" im Auftrag der Stadt. Es soll die traditionelle Silvesterparty auf den Champs Elysees ersetzen, die wegen Corona abgesagt wurde. Den Berichten zufolge können die Besucher des Konzerts gemeinsam mit einem Avatar des Musikers durch das Innere von Notre-Dame schreiten. Mitte April 2019 hatte ein Großbrand den Dachstuhl sowie weitere Teile des weltbekannten Bauwerks zerstört.

Russisches Gesetz gegen "Zensur" bei Youtube

Das Parlament in Moskau hat sogenannte "Zensur" auf sozialen Netzwerken in Russland verboten. Es geht damit dagegen vor, dass Youtube, Twitter und Facebook Inhalte russischer Staatssender auf ihren Seiten gesperrt hatten. Die Staatsduma verabschiedete heute in dritter und letzter Lesung eine Gesetzesänderung, die solche Sperren unter Strafe stellt. Es drohen Geldbußen oder auch die Blockierung von Internetseiten oder ganzer Portale. Zuvor hatten Telekommunikationsbehörden in Moskau eine Diskriminierung russischer Inhalte im Netz beklagt. So werde Material der Staatsmedien Ria Nowosti oder RT gesperrt, hieß es.

Yad Vashem ernennt Übergangsvorsitzenden

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem setzt einen Übergangs-Vorsitzenden ein. Der Grund sind internationale Proteste gegen den ursprünglich geplanten Kandidaten Effi Eitem. Der ehemalige ultra-rechte Politiker hatte in der Vergangenheit die Vertreibung der meisten Palästinenser aus dem Westjordanland und die Entfernung israelischer Araber aus dem Parlament in Jerusalem gefordert. Gegen seine geplante Ernennung hatten hunderte Wissenschaftler und Mitarbeiter jüdischer Museen und Gedenkstätten einen Protestbrief unterzeichnet. Übergangs-Vorsitzender wird nun der Politiker Ronen Plot. Er löst am 1. Januar den bisherigen Leiter Avner Schalev ab, der nach 27 Jahren in den Ruhestand geht.

Jimmy Lai aus Gefängnis entlassen

Der Hongkonger Medienmogul und Aktivist Jimmy Lai ist aus dem Gefängnis in den Hausarrest entlassen worden. Das Oberste Gericht in Hongkong gewährte nach 20 Tagen Haft einen Kautionsantrag des 73-Jährigen. Er muss umgerechnet eine Million Euro hinterlegen. Lai ist Eigentümer der pro-demokratischen Boulevardzeitung "Apple Daily". Bereits im April hatte die Polizei die Geschäftsräume von "Apple Daily" durchsucht. Dabei hatten die Beamten Lai unter Berufung auf das umstrittene chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong wegen des Verdachts auf "geheime Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften" festgenommen. Außerdem wurde Lai von der Hongkonger Justiz bereits wegen seiner Beteiligung an den pro-demokratischen Protesten strafrechtlich verfolgt.

Sonderpreis für ausgezeichnete Buchverlage

Der Bund vergibt einen Sonderpreis für Träger des Deutschen Verlagspreises. Alle 103 bisherigen Preisträger des Deutschen Verlagspreises erhalten einen einmaligen Sonderpreis in Höhe von jeweils 5.000 Euro. Insgesamt 515.000 Euro stehen dafür aus dem Kulturetat des Bundes zur Verfügung. Kulturstaatsministerin Grütters sagte, gerade die kleineren und unabhängigen Verlage seien die Triebfedern für unseren lebendigen Literaturbetrieb. Sie spürten immer wieder neue literarische Talente abseits des Mainstreams auf und böten ihnen ein Sprungbrett in den Buchmarkt, oftmals mit einem hohen unternehmerischen Risiko in einer ohnehin schwierigen Marktsituation. Deshalb seien sie von den Folgen der Corona-Pandemie besonders hart getroffen.

Stiftungschef will Museen ohne Sicherheitschecks

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Parzinger, will in Museen keine Sicherheitschecks wie am Flughafen. Der Deutschen Presseagentur sagte er, er wolle, dass die Museen als offene Räume wahrgenommen werden. In den vergangenen Wochen waren Anschläge auf Museen der Berliner Museumsinsel, im Kreismuseum Wewelsburg in Nordrhein-Westfalen und im Potsdamer Schloss Cecilienhof bekannt geworden. Die jeweils noch unbekannten Täter hatten mit Flüssigkeit Kunstwerke attackiert. Parzinger sieht die Häuser vor besonderen Problemen. Große Objekte würden meist ohne Vitrine präsentiert. Allerdings denke man darüber nach, ob Reliefs, wie etwa im Neuen Museum, in Zukunft noch offen zugänglich sein sollten oder nicht doch hinter Glas geschützt werden müssen, so Parzinger.

Journalist Dündar in der Türkei verurteilt

Der im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar ist Medienberichten zufolge von einem Istanbuler Gericht zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt worden. Der frühere Chefredakteur der oppositionellen Zeitung "Cumhuriyet" sei in Abwesenheit wegen Unterstützung einer Terror-Gruppe und Spionage verurteilt worden, berichteten örtliche Medien. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen brisanten Bericht über geheime Waffenlieferungen der Türkei an Islamisten in Syrien. Wegen dieses Artikels war Dündar bereits im Jahr 2016 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. In der Folge ging er im selben Jahr nach Deutschland ins Exil. Im Oktober beschlagnahmten die türkischen Behörden Dündars Vermögen in der Türkei.

Studio Babelsberg zieht trotz Corona positive Bilanz

Das Studio Babelsberg ist nach eigenen Angaben gut durch das Krisenjahr gekommen - und hat schon einige Aufträge für das kommende Jahr. Trotz Corona erwarte man ein gutes Geschäftsjahr, sagte Vorstandschef Woebcken der Deutschen Presse-Agentur. Bisher seien zwei kleine bis mittel-große Film-Produktionen so gut wie sicher und auch eine größere Streaming-Serie. Man sei auch in guten Gesprächen für eine neue Serie der Produzenten von "Dark". Die Corona-Krise lasse die Nachfrage nach Kino-Produktionen sinken - davon profitierten Streaming-Angebote. In diesem Jahr schloss das Studio Babelsberg mit "Matrix" und "Uncharted" zwei große Produktionen ab.

Verlage nehmen Robert Greene Buch aus Programm

Die Verlage "DTV" und "Hanser" haben ein Buch vom Markt genommen, das vor 18 Jahren in deutscher Übersetzung erschienen ist. "24 Gesetze der Verführung" des kalifornischen Schriftstellers Robert Greene war in einer Radiosendung thematisiert worden. Daraufhin hatte der Blog "Feministisches Lesen" eine Protestaktion ins Leben gerufen. Das Buch liefere "mit Charme und Überzeugungskraft" eine Anleitung zu psychischer Gewalt, heißt es.

Französischer Schauspieler Claude Brasseur ist tot

Der französische Schauspieler Claude Brasseur ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das hat seine Agentin der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt. In Deutschland wurde Brasseur unter anderem durch die Rolle des untreuen Vaters von Sophie Marceau in der Teenager-Komödie "La Boum - Die Fete" von 1980 bekannt. Er soll in Paris an der Seite seines Vaters, dem Schauspieler und Regisseur, Pierre Brasseur, beigesetzt werden. Claude Brasseur wurde unter anderem zweimal mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet.

"Unicef-Foto des Jahres" zeigt Kinder von Moria

Das Foto des Jahres des UN-Kindershilfswerks Unicef zeigt den Auszug von Kindern aus dem brennenden Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Das Bild stammt von dem griechischen Fotografen Angelos Tzortzinis. Das Lager, in dem 13.000 Menschen lebten, war im September abgebrannt. Der zweite Platz geht an den indischen Fotografen Supratim Bhattacharjee, wie das Hilfswerk weiter mitteilte. Seine Bildreportage zeigt arbeitende Kinder auf den größten Kohlefeldern Asiens. Der deutsch-russische Fotograf Evgeny Makarov erhält den dritten Preis für eine Reportage aus einer Ballettschule in den Favelas von Rio der Janeiro.

Tobias Moretti erhält Europäischen Kulturpreis

Der österreichische Theater- und Filmschauspieler Tobias Moretti erhält den Europäischen Kulturpreis 2021. Das Europäische Kulturforum in Dresden würdigte den 61-Jährigen als "außergewöhnlichen Akteur" und als einen "Grenzgänger zwischen den Welten des Kinos, des Fernsehens und des Theaters". Die Preisverleihung ist für den 28. August im Opernhaus Bonn geplant. Moretti ist am ersten Weihnachtsfeiertag in der ARD als Beethoven in dem Film "Louis van Beethoven" zu sehen. Darin wird das Leben des Komponisten auch mit all seinen Schwierigkeiten gezeigt, vor allem mit seiner Taubheit.

Berliner Filmbranche erhält 10 Mio. Euro Corona-Hilfe

Der Berliner Senat will die Filmbranche in der Hauptstadt mit zehn Millionen Euro unterstützen. Damit können Corona-bedingte Schadensfälle bei Dreharbeiten rückwirkend bis zum 1. November 2020 abgefedert werden, teilte der Senat mit. Ohne den Ausfallfonds wäre das Risiko von Dreharbeiten in Zeiten der Pandemie für Produzenten und Produzentinnen unüberschaubar, sagte der Regierende Bürgermeister Müller. Sechs Millionen Euro sind für Ausfälle von Produktionen vorgesehen, die vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert werden. Vier Millionen Euro sollen TV- und Streaming-Projekte von Berliner Produzenten absichern.

Bund erhöht Kulturförderung für Braunkohleregionen

Der Bund will im kommenden Jahr 20 Einrichtungen und Projekte in den Braunkohleregionen mit insgesamt 21 Millionen Euro zusätzlich unterstützen. Bis 2038 seien dafür mehr als 200 Millionen Euro vorgesehen, teilte das Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Kultur sei ein wichtiger Standortfaktor, sorge für echte Lebensqualität und trage zur regionalen Identität in Zeiten des Umbruchs bei, erklärte die CDU-Politikerin. Deshalb sei die Kulturförderung im Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen verankert. Mit knapp 300 Millionen Euro will der Bund bis 2038 auch herausragende Industriegebäude und -anlagen in den drei Umbruchregionen erhalten und zu lebendigen Kulturdenkmälern umbauen.

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