Freistil, vom 15.12.2013

Von Ulrich Land

Die Zeiten, in denen ein Auto das Statussymbol schlechthin war, scheinen vorüber. Nicht nur, dass der PKW-Absatz in Europa drastisch eingebrochen ist, nicht nur, dass die Kids von heute sich nicht mehr sehr für glitzernde Flitzer interessieren - das seelische Getriebe der Automobilität scheint ganz grundsätzlich ins Stocken gekommen zu sein.

Die Autotour als Selbstzweck ist komplett aus der Mode gekommen. (AP)
Die Autotour als Selbstzweck ist komplett aus der Mode gekommen. (AP)

Staus, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Parkplatzknappheit und Blitzanlangen fungieren als Spaßbremsen beim Fahren. Am Steuer hockt nur noch gelangweilter Pragmatismus, man fährt nur noch, weil man unbedingt muss. Die Euphorie des "on the road again" ist vor allem in den Großstädten der Tristesse des Asphaltfressens gewichen.

Liegt es am pochenden Öko-Gewissen oder daran, dass das Befahren von Datenautobahnen via Laptop und Smartphone kultiger und spaßiger ist? Die Autotour als Selbstzweck jedenfalls ist komplett aus der Mode gekommen. Und in den Entwicklungsabteilungen der Autokonzerne raufen sich die Fachleute die Haare: Es will ihnen partout kein Rezept gegen die Automüdigkeit einfallen.


Regie: Thomas Wolfertz
DLF 2013