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Sonntag, 11.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. März 2021

Auszeichnung für Ulrike Ottinger

Ulrike Ottinger wird für ihr Lebenswerk mit dem Hans-Thoma-Preis ausgezeichnet.
Die Filmemacherin und Künstlerin Ottinger habe in Zeiten, in denen die
Kunst vor allem von männlichen Protagonisten geprägt gewesen sei, "gegen alle Konventionen einen sehr eigenständigen und bildstarken Stil entwickelt, der bis heute inspirierend ist", heißt es zur Begründung. Ottinger wurde in den 1960er Jahren in Paris als Pop-Art-Malerin bekannt. Vielfach ausgezeichnet wurden ihre
Filmdokumentationen und teils extrem langen Spielfilme. Seit 2019 ist die 78-Jährige Mitglied der Oscar-Filmakademie.

Bundesrechnungshof kritisiert "Museum der Moderne"

Der Bundesrechnungshof geht mit der Planung für das Museum der Moderne in Berlin scharf ins Gericht. Das meldet die Berliner Morgenpost unter Berufung auf einen Bericht des Rechnungshofs an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Darin rügten die Finanzkontrolleure, dass nicht versucht worden sei, die ursprünglich vom Parlament vorgegebene Kostenobergrenze von 200 Millionen Euro einzuhalten, heißt es. Hinzu kämen kostspielige Umplanungen und ein Raumkonzept, das im Bau teuer sei und die späteren Betriebskosten deutlich erhöhen werde. Weder das Staatsministerium für Kultur und Medien noch die Bauverwaltung oder die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hätten sich "erkennbar bemüht", den Kostenrahmen einzuhalten. Das Museum der Moderne soll bis 2026 am Kulturforum in Berlin entstehen.

Chef des polnischen Shakespeare-Theaters gestorben

Der Gründer des Danziger Shakespeare-Theaters, Jerzy Limon, ist an Covid-19 gestorben, das teilte die Theater-Sprecherin mit. Der Übersetzer und Autor lehrte an der Universität Danzig, sowie an amerikanischen Universitäten und war auf Shakespeare und das Theater der elisabethanischen Zeit spezialisiert. Limon gründete 1990 die Theatrum Gedanense Foundation. Ihr Ziel war es, das mehrere Jahrhunderte zuvor in Danzig existierende elisabethanische Theater wieder aufzubauen. Limon begleitete Gastprofessuren in New York, Washington, Delaware und Colorado. Er wurde 70 Jahre alt.

Rücktritt im Skandal um zerstörte Aborigine-Stätten

Nach anhaltender Kritik an der Sprengung heiliger Stätten der australischen Aborigines durch den Bergbaukonzern Rio Tinto nimmt ein weiterer Top-Manager seinen Hut. Verwaltungsratspräsident Simon Thompson erklärte, er werde sich 2022 nicht zur Wiederwahl stellen. Im November waren bereits der Chef und zwei weitere Top-Manager des australisch-britischen Unternehmens im Zuge des Skandals zurückgetreten. Damit reagierte Rio Tinto auf die Sprengung von zwei bedeutenden Stätten der Ureinwohner in der Juukan-Schlucht zur Gewinnung von Eisenerz im Mai 2020.

Posaunist und Bandleader Chris Barber ist tot

Der britische Posaunist und Bandleader Chris Barber ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilte sein Management auf seiner Homepage mit. Barber machte den Jazz in Großbritannien populär und beeinflusste zahlreiche Popkünstler. Geboren am 17. April 1930 in der britischen Welwyn Garden City, gründete er 1953 die "Chris Barber’s Jazzband", die mit "Ice Cream" und "Petite Fleur" internatinale Hits hatte. Barber orientierte sich an traditionelle Jazzformen, war aber auch experimentierfreudig. Ab den 60er spielte er mit vielen Popstars, darunter Paul McCartney, Eric Clapton und Mike Rutherford. In den 70er Jahren nahm er auch Rockelemente in seine Musik auf. Mit seinem Ensemble stand er bis ins hohe Alter auf der Bühne. In den letzten Jahren litt er an einer Demenzerkrankung.

IS bekennt sich zu Tötung von Synchronsprecherinnen

Die Terrorgruppe Islamischer Staat hat sich zur Tötung von drei Medienschaffenden im Osten von Afghanistan bekannt. Das Bekenntnis stand der Darstellung der afghanischen Regierung gegenüber, derzufolge ein Mitglied der Taliban die drei Frauen erschossen haben soll. Der IS teilte mit, die Synchronsprecherinnen seien wegen ihrer Tätigkeit für einen Sender angegriffen worden, der hinter der afghanischen Regierung stehe. Afghanistan gilt als eines der gefährlichsten Länder für Medienschaffende. In den vergangenen sechs Monaten sind 15 von ihnen in Afghanistan getötet worden.

Stadt Tel Aviv startet Konzertreihe in Stadion

Die israelische Stadt Tel Aviv treibt den Neustart des Kulturlebens mit einer Konzertreihe für Corona-Geimpfte und -Genesene voran. Im Bloomfield-Stadion geben israelische Musikerinnen und Musiker für städtische Besitzer des Grünen Passes von Freitag bis Sonntag vier Konzerte, wie die Stadtverwaltung mitteilte.
Die Teilnehmerzahl ist auf 500 begrenzt, damit untereinander Abstand gehalten werden kann. Den Grünen Pass können sich in Israel Menschen beschaffen, die von einer Corona-Erkrankung genesen sind oder deren zweite Corona-Impfung mindestens eine Woche zurückliegt.

Zyperns ESC-Song: Kirche und Politik schalten sich ein

Im Streit um den musikalischen Beitrag Zyperns beim Eurovision Song Contest haben sich nun auch die orthodoxe Kirche und die Regierung zu Wort gemeldet. Der Song "El Diablo" der Sängerin Elena Tsagrinou steht in der Kritik, weil darin vom Teufel (El Diablo) die Rede ist. In einer Mitteilung forderte die orthodoxe Kirche Zyperns die Regierung auf, den Song zurückzuziehen. Der Sprecher des zyprischen Präsidenten lehnte dies in einem Fernsehinterview ab.s Eine Online-Petition gegen den Song haben mittlerweile mehr als 16 000 Menschen unterzeichnet. Das Staatsfernsehen hatte zuvor erklärt, in dem Lied gehe es nicht etwa um die Huldigung des Teufels, sondern um den Kampf zwischen Gut und Böse und darum, dass eine junge Frau sich von einem Mann, einem Nichtsnutz, lösen wolle. Der ESC wird dieses Jahr zwischen dem 18. und 22. Mai in Rotterdam ausgetragen.

Grütters: "Kultur bei Öffnungen mitdenken"

Vor dem Treffen von Bund und Ländern zu weiteren Maßnahmen in der Corona-Pandemie hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters für eine Berücksichtigung der Kulturszene stark gemacht. Bei allen Diskussionen über Öffnungsszenarien müsse die Kultur von Anfang an mitgedacht werden, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse Agentur. Öffnungen dürften nicht einer rein marktwirtschaftlichen Logik folgen. Sie erinnerte daran, dass Kultureinrichtungen die ersten gewesen seien, die schließen mussten. Sie dürften nicht die letzten sein, die wieder öffnen dürften, so Grütters. Inzwischen gebe es viele Studien namhafter Experten, die nachwiesen, dass Museen, Theater, Kinos und Konzerthäuser mit modernen Lüftungsanlagen und Hygienekonzepten gut auf ihr Publikum vorbereitet seien und unter Einhaltung üblicher Hygiene- und Abstandsvorgaben ein verantwortungsvoller Neustart des Kulturbetriebs auch in Pandemiezeiten unproblematisch sei.

Bündnis "Alarmstufe Rot" fordert Öffnungsperspektive

Das Bündnis "Alarmstufe-Rot" aus Initiativen und Verbänden der Veranstaltungsbranche hat weitere finanzielle Hilfen des Bundes gefordert. Seit einem Jahr befinde sich die Branche im Corona-Lockdown, sagte der Mitbegründer Christian Eichenberger im Deutschlandfunk. Und die Novemberhilfen seien noch nicht vollständig ausgezahlt. Außerdem forderte Eichenberger eine verlässliche Öffnungsperspektive, weil die Branche einen Vorlauf von rund einem halben Jahr brauche. Neben Hygienekonzepten setzt das Bündnis vor allen auf Schnelltests. Sie könnten bei Teilnehmenden bereits vor der Anreise und zusätzlich unmittelbar vor der Veranstaltung gemacht werden, so Eichenberger.

UNICEF: Verheerende Folgen durch Unterrichtsausfall

Das Kinderhilfswerk Unicef beklagt in vielen Ländern eine massive Bildungskrise durch die weltweiten Corona-Lockdowns. Mehr als 168 Millionen Kinder können laut einem UN-Bericht seit fast einem Jahr nicht zur Schule gehen. Eines von sieben Kindern habe mehr als drei Viertel des Unterrichts verpasst, heißt es. Am schlimmsten sei die Lage für die, die schon vor Corona benachteiligt gewesen seien. Für sie dürfe es kein zweites Jahr ohne Bildung geben. Viele Kinder leiden dem Bericht zufolge zudem unter der monatelangen Isolation. Besonders schwer getroffen sind demnach Panama, El Salvador, Bangladesch und Bolivien.

Jhene Aiko moderiert Grammy-Eröffnung

Die R&B-Sängerin Jhene Aiko wird die Eröffnungs-Zeremonie der Grammy Awards moderieren. Das teilte die Recording Academy mit, die seit 1959 die renommierten Musikpreise vergibt. Aiko ist selbst in drei Kategorien nominiert. Die "Grammy Award Premiere Ceremony", die der feierlichen Verleihung der Grammy Awards vorgeschaltet ist, soll am 14. März per Livestream im Internet übertragen werden. Bei ihr werden bereits viele Preise vergeben. Auftritte soll es etwa von dem Singer-Songwriter Rufus Wainwright, dem Rapper Burna Boy und dem Pianisten Igor Levit geben. Die nachfolgende Haupt-Show der Grammy Awards beschränkt sich auf die Hauptkategorien.

Seit Jahrzehnten vermisstes Gemälde aufgetaucht

Ein zweites seit Jahrzehnten als vermisst geltendes Gemälde, das eigentlich Teil einer Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum hätte sein sollen, ist wieder aufgetaucht. Nachdem bereits ein Gemälde des afroamerikanischen Künstlers Jacob Lawrence in Privatbesitz entdeckt worden war, schaute sich eine New Yorkerin ein Bild in ihrer Wohnung genauer an. Sie habe das Werk von ihrer Schwiegermutter geschenkt bekommen, sagte die Frau der "New York Times". Es ist eines von 30 Werken aus der in den 50er Jahren von Lawrence angefertigten Serie "Struggle: From the History of the American People". 25 von 30 Bildern der Serie wurden im Peabody Essex Museum in Massachusetts gezeigt und im vergangenen Jahr auch im Metropolitan Museum - die anderen fünf galten als vermisst.

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Fazit

Oboist Albrecht MayerMozart vollenden
Der Oboist Albrecht Mayer. (Christoph Köstlin)

Das neue Album des Star-Oboisten Albrecht Mayer dürfte Mozart-Fans gefallen. Neben verschiedenen Instrumentalstücken gibt es auch die Weiterkomposition eines unvollständigen Oboenkonzerts. Wie das möglich war, erklärt der Musiker selbst.Mehr

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