Seit 22:03 Uhr Kriminalhörspiel

Montag, 18.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 21. Oktober 2019

Australiens Zeitungen heute mit geschwärzten Seiten

Australiens große Tageszeitungen demonstrieren heute für Pressenfreiheit und sind mit geschwärzten Titelseiten erschienen. Auf Blättern wie dem "Sydney Morning Herald" oder dem "Australian" verdeckten schwarze Balken Text und Fotos. Damit protestierten sie gegen eine Reihe von Gesetzesverschärfungen, die Journalisten die Arbeit erschweren, und gegen die Durchsuchung von Redaktionsräumen durch die Polizei. Insgesamt beteiligten sich 19 Zeitungen und Journalistenverbände. Sie appellierten an die rechtskonservative Regierung von Premierminister Scott Morrison, die Pressefreiheit besser zu schützen. Zu ihren Forderungen gehören mehr Rechte für sogenannte Whistleblower, die Journalisten mit Informationen versorgen.

Erstes Denkmal für Frauen im New Yorker Central Park

In New York wird eine Männerdomäne Geschichte: Die 23 Standbilder von Christoph Columbus, William Shakespeare, Alexander Hamilton und anderen berühmten Männern bekommen im nächsten Jahr Gesellschaft von drei Pionierinnen der Frauenrechtsbewegung: Susan B. Anthony, Elizabeth Cady Stanton und Sojourner Truth. Das beschloss die zuständige Stadtkommission. Das Monument soll im August 2020 eingeweiht werden. 2020 wird es 100 Jahre her sein, dass Frauen das Wahlrecht in den USA erhielten. Der Weg zum Denkmal für die Frauenrechtlerinnen war lang und weit. Vor sechs Jahren hieß es noch, im Central Park sei überhaupt kein Platz für Denkmäler mehr - weder für Männer noch Frauen.

Beliebte Sendungen bei "hr2 kultur" bleiben bestehen

Im Sommer kündigte der Hessische Rundfunk an, aus dem kulturellen Vollprogramm "hr 2 kultur" einen reinen Klassik-Musikkanal zu machen. Es folgten große Proteste. Schriftsteller*innen meldeten sich genauso zu Wort wie 10.000 Hörer*innen in einer Online-Petition. Nun ist klar: Der Protest war zumindest in Teilen erfolgreich. "Die längeren Formate in 'hr2 kultur' wie der 'Doppelkopf', wie 'der Tag', aber auch wie die Lesung oder das Feature sind von diesem Veränderungsprozess erst einmal überhaupt nicht betroffen", sagte Kulturredakteur Alf Mentzer am Rande der Frankfurter Buchmesse. Mentzer leitet im Hessischen Rundfunk die Arbeitsgruppe, die die Kulturberichterstattung des Frankfurter Senders neu aufstellen soll. Zunächst soll bis zum Jahresende eine neue, crossmediale Kulturredaktion aufgebaut werden, die verschiedene Kanäle und vor allem das Internetangebot im Feld der HR-Kulturberichterstattung bedienen soll. Erst in einem zweiten Schritt soll dann "hr2 kultur" reformiert werden.

Verlegerin Monika Schoeller gestorben

Die Verlegerin Monika Schoeller ist nach kurzer schwerer Krankheit am 17. Oktober in Filderstadt bei Stuttgart gestorben. Das teilte ihr Verlag mit. Sie wurde 80 Jahre alt. Schoeller war Gesellschafterin der Holtzbrinck Publishing Group, Verlegerin der S. Fischer Verlage in Frankfurt am Main und Gründerin der S. Fischer Stiftung in Berlin. Die Tochter des Verlegers Georg von Holtzbrinck studierte u. a. Kunstgeschichte und Germanistik. Seit 1974 war sie Verlegerin des S. Fischer Verlags in Frankfurt am Main. 2002 zog sie sich aus der operativen Arbeit zurück, blieb aber bis zu ihrem Tod Verlegerin und Mitglied der Geschäftsführung. Für ihr Engagement erhielt Schoeller u. a. das Bundesverdienstkreuz.

Trauer um Autor und Aktivisten Theodor W. Michael

Der schwarze deutsche Schauspieler und Journalist Theodor Wonja Michael ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Bis zum Schluss kämpfte er um Respekt für die Schwarze Community in Deutschland. Michael, dessen leiblicher Vater aus Kamerun stammte, wurde von seinen Pflegeeltern in sogenannten Völkerschauen eingesetzt. Aufgrund seiner Hautfarbe wurde ihm von den Nationalsozialisten der Pass entzogen, er musste Zwangsarbeit leisten und war in einem Arbeitslager interniert. Nach 1945 übernahm Michael Rollen als Schauspieler, holte das Abitur nach und studierte u. a. Politikwissenschaften in Hamburg und Paris. Danach arbeitete er als Journalist und wurde Chefredakteur der Zeitschrift Afrika Bulletin. 2013 veröffentlichte er seine Autobiografie „Deutsch sein und schwarz dazu: Erinnerungen eines Afro-Deutschen.

Avantgarde-Künstler Huang Yong Ping gestorben

Der international bekannte chinesische Künstler Huang Yong Ping ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Er war einer der führende Vertreter der Avantgarde und wurde 2016 mit dem Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig in Köln ausgezeichnet. Der 1954 in der südchinesischen Hafenstadt Xiamen geborene Künstler verband Dadaismus mit Buddhismus. 1989 nahm er an einer Ausstellung im Pariser Centre de Pompidou teil und entschied nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 in Peking, sich in Paris niederzulassen. Werke des Konzept- und Installationskünstlers gehören zu den Sammlungen vieler berühmter Museen der Welt, darunter das MomA, das Guggenheim Museum oder das Centre Pompidou.

Museen in Halle und London kooperieren

Die Himmelsscheibe von Nebra wird 2021 im British Museum in London ausgestellt. Im Gegenzug erhält das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle hochrangige Leihgaben aus dem British Museum. Zu sehen in einer Ausstellung, ab November 2020 in der Saalestadt, die anschließend in abgewandelter Form in der britischen Hauptstadt gezeigt wird. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde am Montag in Magdeburg unterzeichnet. Der stellvertretende Direktor des Londoner Museums, Jonathan Williams, sagte, die Ausstellung werde das Interesse des britischen Publikums an deutscher Geschichte und Archäologie wecken und Anlass sein, das Land zu besuchen. Die Himmelsscheibe zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene rund um den Mond.

"Making Van Gogh" - Städel präsentiert Schlüsselwerke

Das Frankfurter Städel Museum zeigt die umfangreichste Präsentation mit Werken von Vincent van Gogh seit fast 20 Jahren in Deutschland. Mehr als 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier des Künstlers werden von Mittwoch an unter dem Titel "Making Van Gogh" zu sehen sein. Den Kern der Ausstellung bilden 50 Schlüsselwerke aus allen Schaffensphasen des niederländischen Malers. In Kombination mit Werken von Künstlern wie Max Beckmann, Otto Dix, Wassily Kandinsky und Ernst Ludwig Kirchner, die sich van Gogh zum Vorbild nahmen, wird der "Mythos van Gogh" um 1900 deutlich. Ohne van Gogh wäre die deutsche Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts vollkommen anders verlaufen, sagte Kurator Felix Krämer.

John le Carré will mit irischem Pass EU-Bürger bleiben

Der britische Schriftsteller John le Carré (88) hat einen irischen Pass beantragt. Er will nach einem Brexit EU-Bürger bleiben. Seine Großmutter väterlicherseits sei in Irland geboren worden, was ihm den Anspruch auf irische Staatsbürgerschaft gebe, so le Carré. In seinem neuen Roman "Federball", der am Dienstag erscheint, lässt le Carré seine Figuren den Brexit als "beschissenes Chaos" verurteilen. Er selbst kritisiert scharf Premierminister Boris Johnson, der "sofort gestoppt" werden müsse. "Wir haben gelernt, wie fragil unsere Institutionen und unsere Demokratie sind - und die Tatsache, dass wir keine niedergeschriebene Verfassung haben, ist angsteinflößend."

New Yorker MoMA nach Umbau wiedereröffnet

Das New Yorker Museum of Modern Art wird am Montag wiedereröffnet. In den vergangenen Monaten wurde es von Grund auf renoviert und um ein Drittel vergrößert. Gezeigt werden sollen nun deutlich mehr Werke von Frauen sowie Kunst von latein-amerikanischen, asiatischen und afro-amerikanern Künstlern. Die Kunsthistorikerin Bärbel Küster von der Uni Zürich hält das für überfällig. Im Deutschlandfunk Kultur sagte sie, es gebe eine große Bandbreite von Interpretationen der Moderne, das sei in vielen Museen bisher nicht präsent gewesen. Es gebe definitiv nicht nur "die Moderne der weißen Männer", deswegen hätten die Museen auch eine Pflicht, das dazustellen.

Frankfurter Buchmesse verzeichnet Besucherrekord

Mit einem Zuwachs bei Lese-Publikum und Fachbesuchern ist die Frankfurter Buchmesse zu Ende gegangen. Insgesamt kamen nach Angaben der Veranstalter erstmals mehr als 300.000 Besucher, das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Grund dafür sei, dass die Messe in diesem Jahr nicht während der hessischen Herbstferien stattgefunden hat. Gastland war in diesem Jahr Norwegen. Auf der Messe, aber auch in Museen und auf Bühnen in der gesamten Stadt, präsentierten sich die Nordeuropäer mit einem breiten Kulturangebot. Im kommenden Jahr ist Kanada Ehrengast.

Europäischer Kulturpreis für Sophia Loren

Die italienische Schauspielerin Sophia Loren ist mit dem Europäischen Kulturpreis "Taurus" ausgezeichnet worden. Bei einer Gala in der Wiener Staatsoper erhielt die 85-Jährige die undotierte Ehrung für ihr Lebenswerk. Zu den weiteren Preisträgern zählten der Maler Neo Rauch und die Designerin Vivienne Westwood. Westwood bekam die Auszeichnung für ihr gesellschaftliches Engagement. Der Europäische Kulturpreis "Taurus" in Form eines bronzenen Stieres soll herausragende Leistungen von Kulturschaffenden würdigen. Stifter des Preises ist das Europäische Kulturforum.

Karl-Sczuka-Preis für Ulrike Janssen und Marc Matter

Die Regisseurin Ulrike Janssen und der Klangkünstler Marc Matter sind mit dem Karl-Sczuka-Preis 2019 des Südwestrundfunks (SWR) ausgezeichnet worden. Sie wurden für ihr Hörstück "Meerschallschwamm und Schweigefang" geehrt, teilte der SWR in Baden-Baden mit. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. In der Begründung der Jury heißt es, das Hörstück entwerfe mit subtilem Humor eine Führung durch ein imaginäres Museum kurioser Apparaturen zur Schallaufzeichnung und Klangwandlung. "In poetisch fragmentierter Phantasiesprache stellt uns ein Audioguide Instrumente wie den Auralisator, den Sprachklangemulgator und den Schallfrierapparat vor." Die Autorenproduktion wurde am 16. November 2018 von Deutschlandfunk Kultur urgesendet.

30 neu entdeckte Sarkophage mit Mumien präsentiert

In Ägypten ist ein seltener Fund von 30 Sarkophagen vorgestellt worden. Die rund 3.000 Jahre alten Holzsärge wurden in Luxor gezeigt. Die Särge wurden den ägyptischen Angaben zufolge für männliche und weibliche Priester und Kinder angefertigt. Sie waren in der Grabstätte Al-Asasif im Tal der Könige am Nil ausgegraben worden. Antikenminister Chaled al-Enani kündigte an, die Sarkophage werden vom kommenden Jahr an im neu eröffneten Großen Ägyptischen Museum ausgestellt. Solche Entdeckungen seien "von unschätzbarer Bedeutung für den Ruf Ägyptens". Die Sarkophage stammen aus der 22. Dynastie, also aus der Zeit von 945 bis 715 vor Christus.

Fotografin Fritz gewinnt Friedenspreis für Fotografie

Die Berliner Fotografin Johanna Maria Fritz hat den erstmals verliehenen Deutschen Friedenspreis für Fotografie gewonnen. Die 25-jährige Fritz wurde für ihre Fotoserie "Like a Bird" geehrt. Dabei zeigt sie Zirkus-Aufnahmen aus mehreren krisengeschüttelten Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Preisträgerin sei es gelungen, mit ihren Bildern eine universelle Lebensfreude darzustellen, die sich auch von Konflikten und Gewalt nicht ersticken lasse, heißt es in der Begründung der Jury. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde Samstagabend im Museumsquartier Osnabrück verliehen.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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