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Fazit | Beitrag vom 07.07.2021

Ausstellungsvergütung"Verbindliche Honorare wären sehr wichtig"

Ulrike Groos im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums in Stuttgart, steht mit Strickjacke vor einem abstraktem Bild. (picture-alliance / Bernd Weißbrod)
Viele Museen seien unterfinanziert, sagt Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums in Stuttgart. (picture-alliance / Bernd Weißbrod)

Die meisten Kunstschaffenden werden für Ausstellungen nicht bezahlt. Das soll sich ändern: Ein Ziel, das die Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart teilt. Was in Schweden und Kanada funktioniere, müsse auch in Deutschland möglich sein.

Was Ausstellungen angeht, ist die Kunstwelt zwiegespalten: Eine kleine Elite international bekannter Kunstschaffender bekommt sehr gute Honorare, wenn ihre Werke in Museen gezeigt werden. Der große Rest kriegt nichts oder eine minimale Aufwandsentschädigung.

Radikales Umdenken gefordert

Die Etats der meisten Häuser sehen gar keine Mittel für Ausstellungsvergütungen vor. Das müsse sich ändern, sagt Doris Granz von der Initiative Ausstellungsvergütung. Es brauche ein radikales Umdenken, also "dass man ein Haus nicht führen kann, das Ausstellung macht, das lebt von Künstlern und andererseits die Bezahlung nicht einberechnet".

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Helfen solle dabei die Politik, wünscht sich Granz. Sie hofft, dass es für ihre Forderungen eine Mehrheit im nächsten Bundestag gibt: "Alles, was von öffentlicher Hand gefördert wird, sollte auch Ausstellungshonorar bezahlen."

Eine Forderung, die auch die Museen unterstützen. "Verbindliche Ausstellungshonorare für Künstler wären sehr wichtig", sagt Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart. Zum vollständigen Bild gehöre aber auch, dass viele Museen unterfinanziert seien und abhängig von der Drittmittelakquise. Die Ausstellung müsse bezahlt werden, ebenso der Katalog. Dafür schaffe man Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und Verbreitung. "Aber das reicht eben nicht", stellt Groos fest.

Vorbild Schweden und Kanada

Feste Honorare seien wichtig und in anderen Ländern auch schon gang und gäbe: "Schweden, Kanada, teilweise in Frankreich." In Deutschland müsse das Bewusstsein bei Sponsoren, Politik und Institutionen noch wachsen, so Groos.

"Wenn wir als Kulturschaffende immer weiter nachhaken und das weiter vorantreiben, dann sagen irgendwann alle: 'Okay, es ist notwendig. Wir machen das.' Und das ist das Ziel."

(beb)

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