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Kulturnachrichten

Sonntag, 13. September 2015

Ausstellung zu Christo Verhüllung verzögert sich

Vor 20 Jahren verpackte der Künstler den Reichstag

Die Eröffnung der Dauerausstellung "Wrapped Reichstag" mit Werken des Künstlers Christo verzögert sich. "Der Zeitpunkt der Vorstellung für die Öffentlichkeit verschiebt sich wegen notwendiger Vorarbeiten", teilte der Bundestag mit und bestätigte damit einen Bericht des Berliner Tagesspiegels. Geplant war, im Reichstag von Ende September an rund 380 Entwürfe, Pläne, Modelle, Konstruktionen, Fotos, Materialproben und Kollagen zur Verhüllung des Reichstags vor 20 Jahren zu präsentieren. Genaue Gründe für die Verzögerung nannte der Bundestag ebenso wenig wie einen konkreten Eröffnungstermin. Die Präsentation werde aber auf jeden Fall wie geplant stattfinden, hieß es. Der Unternehmer Lars Windhorst, dem die Exponate gehören, stellt sie dem Bundestag für 20 Jahre als Leihgabe zur Verfügung.

4 Millionen Besucher beim Tag des offenen Denkmals

Schwerpunkt auf Handwerk und Industrie

Rund vier Millionen Besucher kamen zum Tag des offenen Denkmals. Das sagte Carolin Kolhoff von der veranstaltenden Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag in Bonn. Das diesjährige Motto "Handwerk, Technik, Industrie" habe damit bundesweit großen Zuspruch gefunden und so viele Besucher wie im Vorjahr angezogen. Mit einer zentralen Veranstaltung hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff in Halle den Tag des offenen Denkmals eröffnet. Denkmäler seien der sichtbare Ausdruck gemeinsamer Kulturgeschichte, sagte Grütters. Das bürgerliche Engagement unzähliger Vereine und Initiativen sei bei der Pflege besonders wichtig. Zum Programm gehörten rund 7.700 historische Bauwerke. Besucher konnten etwa alte Turbinentechnik und den Betrieb von Wassermühlen erleben oder sich die Funktionsweise von Kirchengeläuten erklären lassen. Ziel der Aktion in diesem Jahr ist, die Bedeutung industrieller und technischer Denkmäler herauszustreichen. Seit 1993 werden in Deutschland einmal im Jahr Kulturbauten geöffnet, die sonst nicht oder nur selten zugänglich sind.

Schriftendesigner Frutiger ist tot

Schweizer entwickelte über 30 Schriftenfamilien

Der Schweizer Schriftenentwickler Adrian Frutiger ist tot. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Sonntagsausgabe. Der in Interlaken geborene Frutiger zählt zu den einflussreichsten Typografen des 20. Jahrhunderts und erfand über dreißig Schriftfamilien. Wichtigstes Anliegen beim Erstellen einer neuen Schrift waren für ihn Lesbarkeit und Schönheit. Nach dem Studium an der Kunstgewerbeschule in Zürich ging Frutiger nach Paris und entwickelte dort erste Beschriftungen für die Métro und den Flughafen Roissy. Internationale Bekanntheit erreichte er mit seinen um 1960 entwickelten Schriften "Helvetica" und "Univers". Seine Schrifttypen werden unter anderem für Schweizer Verkehrsschilder, im Betriebssystem Windows und im Logo der Deutschen Post verwendet. Der international hoch geschätzte Frutiger gab auch als Lehrer sein Wissen weiter. Das1978 erschienenes Buch "Der Mensch und seine Zeichen" gilt als Standardwerk zur Zeichentheorie für die praktische grafische Anwendung. Adrian Frutiger starb 87-jährig bei Bern.

Pilgerfahrt Hadsch soll trotz Unglücks stattfinden

Kran war in Mekka auf Große Moschee gestürzt

Trotz des tragischen Kranunglücks in Mekka mit 107 Toten und vielen Verletzten soll die weltweit größte Pilgerfahrt Hadsch wie geplant stattfinden. Der saudi-arabische König Salman sicherte zudem eine Untersuchung der Unglücksursache zu. Ein Baukran war am Freitag während eines Sturms in einen Innenhof der Großen Moschee von Mekka auf hunderte Gläubige gestürzt. In der Stadt haben sich zur bevorstehenden größten muslimischen Pilgerfahrt bereits hunderttausende Gläubige versammelt. Rund um die Große Moschee stehen derzeit Baukräne, um den Moscheebereich zu vergrößern. Bis zu 2,2 Millionen Menschen sollen dort Platz finden. Die Kaaba, ein würfelartiges Gebäude im Innenhof der Großen Moschee, ist das wichtigste Heiligtum im Islam und das Ziel von Millionen Pilgern. Die diesjährigen Zeremonien sollen am 21. September beginnen. Nach dem Unglück gingen Beileidsbekundungen aus aller Welt ein. Auch Bundespräsident Joachim Gauck hatte ein Kondolenzschreiben an das arabische Königshaus gesandt.

Grönemeyer als Deutsch-Pop-Pionier geehrt

SWR würdigt den Musiker als Vorbild

"Pioneer of Pop" heißt die neuste Auszeichnung, die Herbert Grönemeyer am Samstagabend beim SWR3 New Pop Festival verliehen wurde. Seine Lieder seien "Kulturgut", hieß es bei der Verleihung des Preises in Baden-Baden. Grönemeyer sei nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern auch einer der einflussreichsten und innovativsten deutschen Musiker unserer Zeit und ein Vorbild für viele Künstler, begründete der Südwestrundfunk (SWR) die Ehrung. Grönemeyer spielte bei der Veranstaltung in Baden-Baden mit seiner Band vor 2500 Zuschauern im voll besetzten Festspielhaus. Mit dem Titel "Roter Mond" bezog Grönemeyer auch Stellung zur Flüchtlingsthematik. Der SWR ehrt mit dem undotierten Preis Größen der nationalen und internationalen Popmusik. Den "SWR3 Pioneer of Pop"-Award haben zuvor auch schon Musiker wie Udo Lindenberg, Joe Cocker und die Scorpions erhalten.

Neue Schweizer Nationalhymne gekürt

Bisherige Melodie bleibt aber bestehen

Die Schweiz hat einen neuen Text für ihre Nationalhymne gekürt. Am Samstag konnte sich der Siegertext von Werner Widmer in einer finalen Abstimmung im Schweizer Fernsehen durchsetzen und wurde dort auch erstmals "live" aufgeführt. Bereits seit Mitte 2014 hatten die Initiatoren, die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), nach einem neuen Text für die erste Strophe der Hymne gesucht, der die heutige politische und kulturelle Vielfalt der Schweiz besser abbildet. Ihnen war der 1840 entstandene Text der ersten Strophe ihrer Hymne nicht mehr zeitgemäß. Aus mehr als 200 Vorschlägen waren mittels Online-Abstimmung drei Texte für das Finale am Samstag ausgewählt worden. Der Siegertext thematisiert Freiheit, Unabhängigkeit und den Frieden, der bisherige Text Morgenrot, Alpenfirn oder Nebelflor. Die SGG will nun den siegreichen Vorschlag auf die politische Ebene bringen. Zuständig für die Nationalhymne ist das Schweizer Parlament, die Bundesversammlung.

Filmfestspiele Venedig enden mit Überraschung

Goldener Löwe geht nach Venezuela

Mit einer Überraschung ist am Samstagabend das 72. Filmfestival von Venedig zu Ende gegangen, denn zum ersten Mal ging die höchste Auszeichnung des Festival, der goldene Löwe, an einen Film aus Lateinamerika. Die Jury verlieh den begehrten Preis an die venezolanischen Produktion "Desde allá". Im Film zeigt Regisseur Lorenzo Vigas eine schwierige Männerbeziehung zwischen Gewalt, Missbrauch und Rache. Auch der Silberne Löwe für die beste Regie ging nach Südamerika: Der Argentinier Pablo Trapero konnte ihn für seine Verfilmung eines wahren Kriminalfalls "El Clan" gewinnen.Weitere Preise gingen an die Italienerin Valeria Golino in "Per amor vostro" und den Franzosen Fabrice Luchini ("L'Hermine") als beste Darsteller. Für das beste Drehbuch wurde das Gerichtsdrama "L'Hermine" von Christian Vincent ausgezeichnet. Der türkische Film "Abluka", ein Drama um zwei Brüder zwischen Paranoia und Bürgerkrieg, konnte den Spezialpreis der Jury gewinnen.

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