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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. September 2019

Ausstellung will Grimms Werke zum Leben erwecken

In einer interaktiven Ausstellung namens "Märchenwelten" sollen die Werke der Brüder Grimm in der Hamburger Hafencity von Samstag an lebendig werden. "Grimms Märchen und die darin vermittelten Werte gehören zu den kostbarsten Schätzen unserer Kulturgeschichte", sagte "Märchenwelten"-Chef Matthias Kammermeier. Mit Hilfe von Licht-, Sound- und Computertechnologie sollen die Besucher auf 3000 Quadratmetern in die Welt der Märchensammler eintauchen und "jeder Besucher zum Helden seines eigenen Märchens werden".

Kompromissvorschlag zu Potsdamer Garnisonkirche

Im Streit um den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam hat Oberbürgermeister Schubert einen Kompromiss vorgeschlagen. Auf dem Grundstück solle auch eine internationale Jugendbegegnungsstätte für Bildung und Demokratie errichtet werden, sagte der SPD-Politiker den Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament. Schubert begründete seinen Vorschlag mit dem Vorbild anderer Städte, in denen bestimmte Bauten starke Bezüge zum nationalsozialistischen Regime hätten – etwa in Nürnberg, München, Köln oder Berchtesgaden. Dort werde eine aktive Auseinandersetzung in Mitverantwortung der Stadt geführt. Über seine Beschlussvorlage sollen die Stadtverordneten bis zum 4. November beraten. Seit Jahren wird über den Bau gestritten: Kritiker argumentieren vor allem mit der Militärgeschichte und der Nutzung der Kirche für NS-Propaganda. Befürworter verweisen etwa auf die Bedeutung für das Stadtbild.

Thomanerchor lädt erstes Mädchen zum Vorsingen ein

Der Leipziger Thomanerchor hat zum ersten Mal ein Mädchen zum Vorsingen eingeladen. Die Stadt Leipzig als Trägerin des traditionellen Knabenchors erklärte, sie habe damit allerdings keine grundsätzliche Entscheidung getroffen. Es sei die künstlerische Entscheidung des Kantors, ob das Mädchen mitsingen dürfe. Seine Stimme müsse dem Klangbild des Knabenchors entsprechen. Im Mai hatte Leipzig die Bewerbung des Mädchens noch abgelehnt, nun reagiert die Stadt auf ein Urteil eines Berliner Gerichts vom August. Dieses hatte die Klage desselben Mädchens auf Zulassung zum Staats- und Domchor in Berlin abgewiesen. Das Recht auf Kunstfreiheit überwiege hier das Diskriminierungsverbot aufgrund des Geschlechts. Die Richter ließen allerdings eine Berufung zu.

NS-Beutekunst-Gesetz in Frankreich vor Gericht

Das französische Gesetz zur NS-Beutekunst beschäftigt die Justiz: Der Pariser Kassationshof befasste sich am Dienstag mit der Vorgabe von 1945, die die Rückgabe geraubter Kunstwerke aus der Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich vorsieht. Ein Kunstsammler-Paar aus den USA ficht das Beutekunst-Gesetz an. Das Paar war zur Rückgabe eines Gemäldes an die Nachfahren eines enteigneten jüdischen Sammlers verurteilt worden. Im Zentrum des Rechtsstreits steht das Werk "La cueillette" ("Die Ernte") des Impressionisten Camille Pissarro. Die Entscheidung des Gerichts wird morgen erwartet.

Europäische Filmakademie ehrt "Babylon Berlin"

Die Europäische Filmakademie (EFA) zeichnet die Macher der Fernsehserie "Babylon Berlin" aus. Die Regisseure Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borries sollen am 7. Dezember in Berlin einen Europäischen Filmpreis bekommen. Ausgezeichnet werden sie in einer neuen Preiskategorie für erfolgreiche Serien, wie die Akademie ankündigte. In ihrer Begründung heißt es, man wollte mit dem Preis für "Babylon Berlin" einer wegweisenden Serie Tribut zollen, die gleichzeitig ein leidenschaftliches filmisches Spektakel und eine präzise Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Realitäten im Berlin der 1920er Jahre sei. Die EFA-Vorsitzende und Regisseurin Agnieszka Holland sagte zudem: "Für jüngere Generationen sind Serien ein viel populäreres Format als Kinofilme, und wenn wir für unser Publikum relevant bleiben wollen, müssen die European Film Awards dies widerspiegeln".

Fotograf Robert Frank gestorben

Der Fotograf Robert Frank ist tot. Er sei im Alter von 94 Jahren in der kanadischen Stadt Inverness gestorben, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf seine Galerie in New York. Der 1924 in Zürich geborene Frank galt als einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Als junger Mann kam er aus der Schweiz in die USA und fotografierte bei seinen Reisen durch das Land die Menschen auf völlig neue Art und Weise: spontan, unverstellt, schwarz-weiß, dokumentarisch. Sein daraus entstandenes Fotobuch "The Americans" wurde zum Klassiker.

Zelensky bleibt Direktor des Staatsballetts

Igor Zelensky, seit 2016 Direktor des Bayerischen Staatsballetts in München, bleibt diesem bis 2026 erhalten. Er unterzeichnete eine Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre, wie das Kunstministerium mitteilte. Kunstminister Bernd Sibler sagte, er freue sich sehr, Zelensky an der Spitze des Staatsballetts halten zu können. Die Compagnie habe sich seit dessen Amtsübernahme ausgesprochen positiv entwickelt. Nach den Worten von Sibler gelang es durch das internationale Standing von Zelensky, dass inzwischen regelmäßig Weltstars der Ballettszene in München zu erleben sind. Die jährliche Auslastung liege seit Zelenskys Amtsantritt bei konstant über 95 Prozent und sei damit die höchste seit Bestehen des Bayerischen Staatsballetts.

Streep und Phoenix beim Filmfestival in Toronto geehrt

Meryl Streep und Joaquin Phoenix sind beim Internationalen Filmfestival in Toronto für ihre schauspielerischen Leistungen gewürdigt worden. Streep für "The Laundromat", Phoenix für "The Joker". Auszeichnung erhielten neben anderen auch der Kameramann Roger Deakins für "The Goldfinsh". Streep ermahnte Filmschaffende, bei der Auswahl und Gestaltung von Rollen sich einer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu sein. Phoenix sagte in einer sehr emotionalen und persönlichen Ansprache, er sei von seinem 1993 verstorbenen Bruder dazu gebracht worden, Schauspieler zu werden. "Und ich bin ihm so dankbar, weil Schauspielern mir so ein großartiges Leben gegeben hat", sagte Phoenix.

Städel-Museum erhält Gemälde zurück

Das Frankfurter Städel-Museum erhält ein Gemälde des Malers Joseph Anton Koch zurück. Wie das Städel mitteilt, gehörte das Werk "Landschaft mit dem Propheten Bileam und seiner Eselin" aus dem 19.Jahrhundert zum Bestand des Museums und galt ab 1945 als verschollen. Zuletzt befand es sich in Privatbesitz einer Amerikanerin aus Missouri. Sie hatte das Gemälde geerbt und wollte herausfinden, welcher Künstler sich hinter den Initialen in der Signatur verbirgt. Dabei recherchierte sie auch erfolgreich in der Lost-Art-Datenbank, in dem das Städel das Gemälde gelistet hatte und nahm daraufhin Kontakt zum Frankfurter Museum auf. Zusammen mit dem nun restaurierten Bild gäben im Städel künftig drei Gemälde, 13 Zeichnungen und 49 Druckgrafiken einen Einblick in das Schaffen des Landschaftsmalers aus Österreich.

Rap-Video sorgt in Türkei für Aufsehen

Ein Rap-Video mit dem Titel "Ich kann nicht schweigen" hat in der Türkei für großes Aufsehen gesorgt. Rund 17 Millionen Nutzer riefen den Song innerhalb von fünf Tagen auf der Plattform Youtube auf. "Das ganze Projekt hat sich zu einem Sprachrohr für die Menschen im Land entwickelt. Die Leute haben die Schnauze voll", sagte der in Berlin geborene Rapper Fuat Ergin - der an dem Projekt beteiligt war - der Deutschen Presse-Agentur. 18 Musiker um den Rapper Saniser singen in dem 15-minütigen Song "Susamam" über Morde an Frauen, Umweltzerstörung, aber auch um Missstände in der Politik. Ziel sei nicht gewesen, die Regierung zu kritisieren, sondern vielmehr das Bewusstsein für "Brennpunkte" in der türkischen Gesellschaft und auf der Welt zu schärfen, sagte Ergin. Die Menschen in der Türkei hätten lange geschwiegen. Das Video wurde zur Sensation, denn in der türkischen Gesellschaft trauen sich aus Angst vor Strafverfolgung nur noch wenige, Missstände anzuprangern. Regierungsnahe Medien kritisierten das Video scharf.

Deutschland investiert viel in Kinderbetreuung

Deutschland gibt für Betreuung und Bildung von Kindern im Vorschulalter mehr Geld aus als andere Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Pro Kind im Alter unter drei Jahren investierte der Staat 2017 34 Prozent mehr als der Durchschnitt der Mitgliedsländer, wie ein OECD-Bildungsbericht ergab. Bei Kindern von drei bis fünf Jahren beliefen sich die jährlichen Ausgaben in Deutschland auf rund 21 Prozent mehr. Fast alle Drei- bis Fünfjährigen hierzulande nutzen Angebote zur sogenannten frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Die Quote stieg zwischen 2005 und 2017 von 88 Prozent auf 95 Prozent. Ein weiteres Ergebnis ist, dass natur- und ingenieurwissenschaftliche - sogenannte MINT-Fächer - bei Studenten in der Bundesrepublik beliebt sind. 35 Prozent der Erwachsenen mit einem Hochschulabschluss haben diesen in diesen Fachrichtungen erworben. Das ist der zweithöchste Wert aller OECD-Länder. Der Schnitt liegt demnach bei 25 Prozent.

Rund 50 Prozent der Friedhofsflächen sind überflüssig

Wegen des Trends zu kleinen Urnengräbern sowie Beisetzungen in Bestattungswäldern oder auf See seien rund 50 Prozent der etwa 35.000 Hektar Friedhofsfläche in der Bundesrepublik überflüssig geworden. Das teilte die Verbraucherinitiative Aeternitas mit. Sie forderte deshalb einen Bürgerdialog über den Umgang mit den sogenannten Überhangsflächen. Da die Kosten für Pflege und Unterhaltung den Gebührenzahlern nicht aufgebürdet werden dürften, versuchten Friedhofsträger diese zu veräußern oder anderen Zwecken zuzuführen. Dies berge Konfliktpotenzial - nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der Pietät. Beim Abbau von Friedhofsflächen sei planvoll vorzugehen, forderte die Verbraucherinitiative. Überhangsflächen könnten alternativ für Kultur und Sport, Grünflächen und Gärten, Landwirtschaft und Gartenbau sowie die Bebauung genutzt werden.

2017 mehr Drittmittel pro Universitätsprofessor*in

Jede*r Professor*in an einer deutschen Universität hat 2017 im Schnitt 266.200 Euro Drittmittel eingeworben. Im Vergleich zum Jahr 2016 war dies ein Plus von 3,2 Prozent. Die medizinischen Einrichtungen an Universitäten sind dabei nicht berücksichtigt. Sie nehmen nach Angaben des Statistschen Bundesamts eine Sonderstellung ein und verfügen über deutlich höhere Drittmitteleinnahmen. Jede*r Professor*in einer medizinischen Einrichtung warb im Schnitt 587.300 Euro ein. Insgesamt nahmen die Hochschulen - ohne Verwaltungsfachhochschulen - 2017 Drittmittel in Höhe von rund 7,8 Milliarden Euro ein. Drittmittel werden unter anderem für einzelne Forschungsprojekte oder Forschungsbereiche eingeworben. Unter den deutschen Universitäten erhielt die Technische Hochschule Aachen 2017 die meisten Drittmittel - insgesamt 294 Millionen Euro. Es folgten die Technische Universität München mit 276 Millionen Euro und die Technische Universität Dresden mit 210 Millionen Euro.

Bronzetiere von Michael Jackson werden verkauft

Mehrere Tierfiguren aus dem Nachlass von Pop-Ikone Michael Jackson sollen verkauft werden. Wie das Internet-Portal "TMZ" berichtete, haben die Figuren einen Wert von 1,75 Millionen Dollar. Auch ein Baum mit einer Gravur des "King of Pop" soll zum Verkauf stehen. Die Tiere, darunter eine Giraffe, ein Zebra und ein Flusspferd, standen den Angaben zufolge von 1994 bis 2005 im Garten von Jacksons "Neverland"-Ranch in Kalifornien. Mit der Ranch im US-Staat Kalifornien hatte sich Michael Jackson einen Kindertraum erfüllt und benannte es nach dem "Nimmerland" seines Märchen-Idols Peter Pan.

In Berlin sind die First Steps Awards verliehen worden

In Berlin sind zum 20. Mal die First Steps Awards verliehen worden. Sie gelten als die wichtigste Auszeichnung für den deutschen Filmemachernachwuchs. Der Preis für das beste Drehbuch ging an Jacob Hauptmann für "Zeit der Monster". Als bester abendfüllender Spielfilm wurde Futur Drei von Faraz Shariat geehrt. Bester Dokumentarfilm wurde "Out of Place" von Friederike Güssefeld. Den Ehrenrpeis erhielt die künstlerische Leiterin der First Steps Awards, Andrea Hohnen, die seit Beginn den Preis und das Programm gestaltet. Mit der diesjährigen Ausgabe gab sie ihren Abschied bekannt.

Markus Fein wird Intendant der Alten Oper in Frankfurt

Markus Fein wird neuer Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper in Frankfurt. Er tritt seinen neuen Job zum 1. September 2020 an. Das teilt das Frankfurter Kulturdezernat mit. Zur Zeit leitet der 48-Jährige die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Er freue sich, dass mit Fein ein "auf vielen Feldern erfahrener Intendant" an die Alte Oper komme, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Zu seinen Aufgaben soll auch gehören, neue Zielgruppen zu erschließen und jüngere und mittlere Generationen stärker als bisher ans Haus zu binden. Fein, der in Frankfurt geboren wurde, bezeichnete die Alte Oper als "phantastisches Haus der Möglichkeiten". Bereits im April war bekannt geworden, dass der bisherige Intendant Stephan Pauly Chef des Wiener Musikvereins wird. Er leitet die Alte Oper seit 2012.

Rabbiner Nachama erhält Moses-Mendelssohn-Medaille

Der Historiker und Rabbiner Andreas Nachama ist mit der Moses-Mendelssohn-Medaille ausgezeichnet worden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte den Direktor der Stiftung Topografie des Terrors als Lehrmeister der Toleranz und Verständigung. Nachama sei ein Wegbereiter interreligiöser Versöhnung. Die Erinnerungskultur in Deutschland profitiere von seiner Nachdenklichkeit und Besonnenheit. Die Moses-Mendelssohn-Medaille wird seit 1993 an Persönlichkeiten verliehen, die sich für Toleranz und Völkerverständigung engagieren. Zu den bisherigen Preisträgern gehören etwa der frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, sowie der Dirigent Daniel Barenboim.

Sanssouci-Skulpturen kehren an Standort zurück

Das Skulpturenprogramm an den Neuen Kammern von Sanssouci in Potsdam kann nach 37 Jahren wiederhergestellt werden. Das insgesamt 1,2 Millionen Euro umfassende Restaurierungsprojekt sei durch Spenden möglich gemacht worden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam mit. In einem ersten Schritt sollen am Dienstag kommender Woche vier der insgesamt 24 Skulpturen wieder vor dem sogenannten Mittelrisaliten aufgestellt werden.

Kein E-Scooter für Oberammergauer Jesus

Jesus Christus wird bei den berühmten Oberammergauer Passionsspielen im nächsten Jahr nicht auf einem E-Tretroller nach Jerusalem einziehen. Wie eh und je werde Gottes Sohn auf einem Esel reiten, teilten die Passionsspiele mit. Das Veterinäramt des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen (Bayern) stellte klar, dass grundsätzlich dem traditionellen Ritt auf dem Esel nichts entgegenstehe. Die Organisation Peta hatte den Ritt eines erwachsenen Christus-Darstellers auf einem Esel als tierschutzwidrig gesehen und den Ersatz des Tieres durch einen E-Scooter vorgeschlagen.

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