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Kompressor | Beitrag vom 17.01.2018

Ausstellung "Future Love" in BaselInspirationen aus der Dating-App

Una Szeemann im Gespräch mit Timo Grampes

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Das Werk "Ashley Madison Angels At Work" der !Mediengruppe Bitnik hängt in der Ausstellung "Future Love - Begehren und Verbundenheit im Zeitalter geformter Natur" im HeK (Haus der elektronischen Künste Basel). Sie findet vom 18.01.2018 - 15.04.2018 statt.  (Courtesy of the artists)
!Mediengruppe Bitnik: "Ashley Madison Angels At Work" Basel, 2018, hängt in der Ausstellung "Future Love" im HeK. (Courtesy of the artists)

Wie beeinflussen neue Technologien und soziale Medien unsere Liebe und unseren Sex? In der Ausstellung "Future Love" im Haus der elektronischen Künste in Basel zeigt zum Beispiel die Künstlerin Una Szeemann, wie die Eigenschaften ihres Traumpartners im 3D-Druck aussehen.

In der Baseler Schau "Future Love - Begehren und Verbundenheit im Zeitalter geformter Natur" im HeK (Haus der elektronischen Künste Basel) sind neben vielen anderen Werken auch die Skulpturen von Una Szeemann zu sehen, die am 3D-Drucker entstanden. Für ihre Arbeiten versetzte sich die Künstlerin über Selbsthypnose in einen meditativen Zustand und erklärt den schöpferischen Prozess so:

"Ab dem Zeitpunkt fange ich an, mir gewisse Wörter zu sagen, die ich in einer Dating-Plattform ausgesucht habe. Charaktereigenschaften, die man gern in einem Partner haben möchte. (...) Die wären jetzt bei mir intelligent, energisch, erotisch, Freundschaft und wissensreich."

Una Szeeman: "Composition of a Counterpart" 2018 in der Ausstellung "Future Love - Begehren und Verbundenheit im Zeitalter geformter Natur" im HeK (Haus der elektronischen Künste Basel). Sie findet vom 18.01.2018 - 15.04.2018 statt. (Lukas Zitzer, Ausstellung "Future Love" im HeK (Haus der elektronischen Künste Basel))Una Szeeman: "Composition of a Counterpart", 2018 (Lukas Zitzer, Ausstellung "Future Love" im HeK (Haus der elektronischen Künste Basel))

Das Sinnliche einer Maschine überlassen

Noch in dem hypnotischen Zustand begann sie, einem Stück Ton eine Form von dem zu geben, was sie sah. Später fertigte ein Techniker daraus einen 3D-Scan an:

"Es war eine mühselige Arbeit, so schnell und sinnlich dieses Erfassen einer Unmöglichkeit in Ton geschah, so mühselig war es dann, die organische Form in 3D zu scannen. Aus dem 3D-Scan wurde ein 3D-Druck. (...) Es ist sehr faszinierend gewesen, weil die Maschine gewisse Sachen nicht lesen konnte und Lösungen finden musste, und in dieser Form neue Fehler gemacht hat."

Die fragile Form von Charaktereigenschaften 

Ihre Figuren sind weiß und schwer zu beschreiben. Sie erinnern ein wenig an das Ergebnis, das man beim Silvester-Spiel "Bleigießen" erzielt. Sie habe damit auch ironisch mit den Möglichkeiten einer Dating-App umgehen wollen, wo man verschiedene Charaktereigenschaften seines Traumpartners anklicken könne, sagt Una Szeemann. Letztlich könne man eben Eigenschaften keine Form geben:

"Ich bin wahrscheinlich sehr altmodisch, aber ich kann mir das nicht vorstellen, eine Dating-Plattform zu benutzen, um einen Partner zu finden. Und es hat mich immer fasziniert, dass das auch funktionieren kann." 

(cosa)

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