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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.06.2016

Ausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez" Von der Liebe der Macht zum Porträt

Roberto Contini im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

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Pressekonferenz zur Velázquez-Ausstellung in Berlin: Michael Eissenhauer (r), Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, steht zusammen mit Co-Kuratorin María López-Fanjul y Díez del Corral (2vl) und Co-Kurator Roberto Contini (l) in der Gemäldegalerie. (dpa / picture alliance / Bernd von Jutrczenka)
Mitkurator Roberto Contini (links) bei einer Pressekonferenz in der Berliner Gemäldegalerie zur Sonderausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Velásquez" (dpa / picture alliance / Bernd von Jutrczenka)

Spanische Kunst in Hochform: Die Berliner Gemäldegalerie eröffnet am 1. Juli 2016 eine große Sonderausstellung über das 17. Jahrhundert. Jene Zeit gehöre zu den wichtigsten Kapiteln europäischer Kunstgeschichte, sagt Mitkurator Roberto Contini.

"Es war eine goldene Zeit für die Kultur" , meint Roberto Contini, der Mitkurator der Ausstellung  "El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez" über diese Zeit. In der Schau sind zahlreiche Leihgaben von Museen in aller Welt zu sehen. Jene Epoche gehöre zu den wichtigsten Kapiteln der europäischen Kunstgeschichte:

"Das ist dem Publikum vielleicht nicht so bewusst. Es gibt immer wieder drei, vier Namen, die wiederholt werden:  Also Velásquez, Murillo, El Greco und weiter nichts. Aber es gab überall in Spanien große Schulen."

"Alle hatten den Ehrgeiz, porträtiert zu werden"

Contini ging auch auf die Frage in, wie sehr die Kunst von Kirche und Adel benutzt wurde – nämlich als propagandistisches Instrument zur Vortäuschung vermeintlicher Stärke:

"Wenn man nur auf den Anteil von Porträts von Königen oder Verwandten der Krone schaut, dann sieht man, welches Ausmaß das hat. Was aber interessant ist: Nicht nur die Könige hatten Porträts, sondern auch die Politiker, etwa der Staatsminister von Felipe IV. Alle hatten diesen Ehrgeiz, sie wollten porträtiert werden." 

Bildhauer wurden nur wenig anerkannt

In der Ausstellung wird jedoch nicht nur die Malerei aus dem "Goldenen Zeitalter" gezeigt, sondern auch viele, bisher wenig beachtete Skulpturen:

"Diese Sachen sind nicht bekannt. Man kennt die spanische Kunst sehr wenig außerhalb Spaniens. Und nur in den USA und in England hat man versucht, sich dieser Kunst etwas mehr zu nähern. Die Bildhauer haben es schwierig gehabt. Sie wurden nicht anerkannt als Teile der liberalen Künste. Sie waren Handwerker. Sie waren immer Unterlegene im Vergleich zu den Malern."   

"El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez"
Berliner Gemäldegalerie, 1.7. bis 30.10.2016    

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