Freistil, vom 20.05.2018, 20:05 Uhr

AussteigergeschichtenÜberleben auf Hiddensee

Von Alexa Hennings

Die Schiffbrüchigen von Hiddensee kennt man aus Lutz Seilers Roman "Kruso": Esskaas nennt er sie, abgekürzt für Saisonkräfte. Jene vom DDR-Dasein auf die Insel Ge- und Vertriebenen, die in den 80er-Jahren, Bier und Eis verkaufend, kochend, kellnernd, spülend, Rimbaud lesend, dem Elend des eingeschlossenen Festlandes entrinnen wollten.

Ein Feld mit einem Baum auf der Insel Hiddensee in Mecklenburg-Vorpommern. (imago / Westend61)
Die Landschaft der Insel Hiddensee in Mecklenburg-Vorpommern. (imago / Westend61)

Alexa Hennings reist, "Kruso" im Gepäck, 30 Jahre später auf die Insel und trifft die alten Esskaas: So wie der Kruso im Buch hat Hilfskellner Gurke Nachtquartiere für Leute besorgt, die eigentlich gar nicht auf der Insel sein durften.

Torsten, der vom Inselblau berauschte Maler, kann sich noch immer kein Haus, nur eine Gartenhütte auf Hiddensee leisten. Und Marion, die Germanistin, putzt wie früher schon, aber macht nun auch Führungen "Hiddensee und die DDR".


Produktion: NDR 2016

Überleben auf Hiddensee (PDF)

Überleben auf Hiddensee (Textversion)

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