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Interview / Archiv | Beitrag vom 17.05.2017

Außerirdsche"Die Menschheit ist nur eine Randnotiz im Weltall"

Karsten Kruschel im Gespräch mit Dieter Kassel

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(imago  / United Archives)
Hollywood prägt unserer Vorstellung von Außerirdischen. Bis heute ein Klassiker: Steven Spielbergs "E.T. – Der Außerirdische". (imago / United Archives)

Wie könnten außerirdische intelligente Lebewesen wohl aussehen? Jedenfalls nicht so, wie es in Hollywood-Filmen vermittelt wird, meint Science-Fiction-Autor Karsten Kruschel: Deren Fantasiewelt gehe an den unendlichen Möglichkeiten der Erscheinungsformen vorbei.

"Das Weltall ist einfach zu groß, als das wir wirklich glauben könnten, allein zu sein", sagt Science-Fiction-Autor Karsten Kruschel. Er gehört – schon aufgrund seines künstlerischen Berufs – zu den rund 56 Prozent der Deutschen, die an die Existenz von außerirdischen intelligenten Lebensformen glauben. Am 18. Mai kommt der neue Film "Alien – The Covenant" in die deutschen Kinos.  

Unser Bild von außerirdischen Lebewesen sei von Hollywood Filmen geprägt und entspreche wohl nicht der Realität, so Kruschel im Deutschlandfunk Kultur. Und – wer sagt denn, dass sie überhaupt so ähnlich aussehen müssten wie Menschen? Nach der Vision seines Romans könnten Außerirdische sich auch ganz anders zeigen – zum Beispiel in Form von Silithium-Kristallen:

"Und die Menschen trampeln einfach auf ihnen herum, weil sie gar nicht begreifen, dass diese Kristalle, auf denen sie da herumlaufen, intelligentes Leben sind. Und da gibt es noch mehr Möglichkeiten der Existenz außerirdischen Lebens, die Menschen gar nicht wahrnehmen können."

Probleme der Globalisierung - visionär vorweggenommen

Die Darstellung außerirdischer in der Literatur und im Film sei oft auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse, meint Kruschel. Es gebe auch Science-Fiction-Autoren, die manche Entwicklungen schon vorweggenommen hätten. So habe sich etwa der Schriftsteller Iain Banks bereits visionär mit den Problemen der Globalisierung beschäftigt:

"Da gibt es unheimliche viele Völker im Weltall, die alle miteinander agieren. Und die Menschheit ist halt nur eine Randnotiz in dieser ganzen Geschichte. Und das spiegelt schon das Bewusstsein der Leute, dass sie heute in der Globalisierung weltweit eine Randnotiz sind in einem großen Konzert von vielen Stimmen."

Karsten Kruschel hat zuletzt das Buch "Das Universum von Landau" veröffentlicht. Der Autor, der schon zwei Mal mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet wurde, ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Extraterrestrische Intelligenz. (ue)

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